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Zwei junge Männer aus Rotenburg haben in einem Waisenhaus in Simbabwe gearbeitet

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Bedrückend, aber auch lehrreich: Klaus Hartwig, vorne links, und Toni Gerlach, hinten rechts, im Kreis von Mitarbeitern und Kindern des Waisenhauses, für das sich der Lispenhäuser Verein Wuwis (Wir unterstützen Waisenkinder in Simbabwe) einsetzt. Repro: Meyer

Lispenhausen. Klaus Hartwig und Toni Gerlach, zwei junge Männer aus Rotenburg, haben sechs Wochen in Simbabwe verbracht und in dem Waisenhaus gearbeitet, das der Lispenhäuser Verein Wuwis (Wir unterstützen Waisenkinder in Simbabwe) unterstützt.

Während Toni Gerlach von dort weitergereist ist, ist Klaus Hartwig zurück in Rotenburg. Wir haben ihn zu seinen Erfahrungen befragt.

Wie muss man sich das Waisenhaus vorstellen?

Es besteht aus drei großen Gebäuden, und man sieht, dass es mal sehr schön gewesen sein muss, aber jetzt ist alles dreckig und heruntergekommen. Das erste, was uns aufgefallen ist, war der Gestank. Da wohnen 17 Kinder, einige von ihnen leben während der Schulzeit in Internaten, und es gibt eine alte Nonne, die für die Kinder zuständig ist, sowie zwei weitere Frauen, die die Wäsche und das Putzen übernehmen, und eine Köchin. Diese macht meist morgens, mittags und abends Maisbrei für die Kinder.

Wie haben die Kinder auf euch reagiert?

Sie waren am Anfang sehr schüchtern, aber interessiert. Das Unwohlsein bei unserer Ankunft war schnell weg. Sobald wir mit den Jungs Fußball gespielt haben, war das Eis gebrochen, und alles andere ist in den Hintergrund getreten.

Was machen die Kinder den ganzen Tag?

Die meisten gehen zur Schule, aber sie hatten Ferien, als wir da waren, und hatten keine Beschäftigung. Die Kinder sind gnadenlos unterfordert.

Wie konntet ihr euch einbringen?

Wir haben uns zum Ziel gesetzt, möglichst viel Ablenkung zu bieten. Wir haben Wanderungen und Ausflüge gemacht. Die meisten Jungs sind barfuß gelaufen, haben uns die verschiedensten Früchte gebracht, uns auf Affen und Schlangen aufmerksam gemacht, und wir haben oft mit ihnen an Wasserfällen gebadet, welche nicht weit vom Waisenhaus entfernt waren.

Und im Haus?

Wir haben mit den Jungs zusammen die Räume gestrichen. Diese waren trostlos und die Farbe ist abgeblättert. Wir haben Rahmen an die Wand gemalt, die die Jungs selbst gestalten durften, außerdem haben wir viele Fotos von den Kindern entwickeln lassen und aufgehängt. Wir haben Schließfächer gebaut, so dass jeder sein eigenes Fach hat, und wir haben einen Käfig für die Meerschweinchen von zwei der Jungs gebaut.

Mit welchem Gefühl seid ihr abgefahren?

Es war schon sehr bedrückend, aber es war für uns eine sehr lehrreiche Zeit. Wir haben großen Respekt davor, wie glücklich Leute sein können, obwohl sie fast nichts besitzen. Es bahnen sich auch Veränderungen an. Während wir da waren, wurden zwei Frauen eingestellt, um mit den Kindern in einer Art Familie zusammen zu leben, sie bei alltäglichen Dingen unterstützen. Das Waisenhaus soll umstrukturiert werden, in eine Art Kinderdorf umgewandelt werden.

Die Kinder sollen besser betreut werden und so etwas wie Familienleben haben. Irgendwann werde ich nochmal dort hinfahren.

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