Große Hilfsbereitschaft

Ehrenamtliche engagieren sich in Rotenburg für Flüchtlinge

Rotenburg. Es war zunächst nur ein Versuch, jetzt läuft das „Café international“: Jeden Mittwochnachmittag treffen sich Rotenburger und Flüchtlinge im Bonhoeffer-Haus am Kirchplatz.

Ein Ort, um sich kennenzulernen, Kaffee zu trinken und bei Bedarf ganz konkret Hilfe zu leisten - so schildert Sozialpädagogin Biggi Stein die Entwicklung des „Café international“. Die Idee dazu wurde bei der evangelischen Kirche geboren.

Biggi Stein arbeitet bei der evangelischen Jugend Rotenburg-Alheim und gehört zu den Initiatoren des neuen Treffpunkts. Sie berichtet, dass das Angebot von unterschiedlichen Menschen angenommen wird: Mal kämen ganze Familien, mal nur einzelne Frauen mit Kindern ins Café.

Positiv auch, dass die Flüchtlingsberaterin der Diakonie, Gundula Pohl, mittwochs gleich nebenan Sprechstunde hat und bei Fachfragen schnell zu Rate gezogen werden kann. Denn auch mit Fragen zu Formularen und Asylrecht werden die ehrenamtlichen Helfer spontan konfrontiert und sind froh, dass sie dann eine qualifizierte Ansprechpartnerin haben. Die haben sie allerdings auch in Antonia Rösner vom Fachdienst Migration des Landkreises und einer weiteren Mitarbeiterin, die demnächst ihr Büro im Rotenburger Landratsamt beziehen soll.

Doch im Café geht es auch schlichter zu, schließlich ist es ein Ort der Begegnung. Da lernen Frauen auch, Babysöckchen zu stricken. Das Café International ist aber nur einer von vielen Bereichen, in denen sich ehrenamtliche Rotenburger engagieren. Da gibt es pensionierte Lehrerinnen, die Deutsch unterrichten. Andere organisieren Arztbesuche, bringen auch Kinder zu Vorsorgeuntersuchungen. Wieder andere kümmern sich um die Ausstattung der Flüchtlinge. Tina Reinhardt zum Beispiel von der Chrischona-Gemeinde engagiert sich für Flüchtlinge, seit die ersten Familien in Rotenburg einquartiert wurden. Ihr Name fällt immer, wenn es um die ehrenamtliche Betreuung geht. Unter anderem hat sie Sprachkurse eingerichtet und Sachspenden vermittelt.

An Spenden von Hausrat und Möbeln mangelt es nicht, wurde bei einem Treffen der Ehrenamtlichen deutlich. Es fehlen allerdings helfende Hände bei Umzügen von Flüchtlingsfamilien. „Da wäre es gut, wenn mal jemand mit handwerklichem Geschick eingreifen könnte und zum Beispiel Möbel aufbaut“, sagte Reinhardt. Die ehrenamtliche Betreuung der „Rotenburger“ Flüchlinge, also derer, die über den Kreis einquartiert wurden und mindestens mehrere Monate bleiben, wird also mit Herzblut betrieben, und die Zahl derer, die sich engagieren wollen, wächst.

Ein wenig hilflos blicken die Helfer in Richtung Kaserne, wo ab August eine Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge eröffnet werden soll. Grundsätzlich, so sagt Biggi Stein, wolle man dort gern helfen. Allerdings: „Wir müssen gucken, was da geht.“

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