Grün oder braun: Verwirrung um die Biotonne - Fragen und Antworten

Seit Jahren im Einsatz: Der MZV Rotenburg hat schon 2007 eine echte Biotonne eingeführt, in der neben Gartenabfällen auch Speisereste entsorgt werden. Während die Biotonnen beim AZV braune Deckel haben, sind sie beim MZV grün. Das hat in den vergangenen Wochen für etwas Verwirrung gesorgt, sagt MZV-Geschäftsführer Bernhard Skolik. Foto: Janz

Hersfeld-Rotenburg. Ab 1. Januar 2015 wird die Biomülltonne bundesweit Pflicht. Die Einführung sorgt für einige Verwirrung zwischen den beiden Müllverbänden im Kreis Hersfeld-Rotenburg. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Kunden des Abfallwirtschafts-Zweckverbands Hersfeld-Rotenburg (AZV) sparen nicht mit Kritik an der neuen Biotonne (wir berichteten). Beim Müllabhol-Zweckverband (MZV), der für Rotenburg, Bebra und Ronshausen zuständig ist, geht es zwar weniger aufgeregt zu, trotzdem gibt es Verwirrungen.

Biotonne oder Grünschnitttonne - wo ist der Unterschied? 

Beim AZV gab es bisher eine Grünschnitttonne. Darin darf, wie der Name schon sagt, nur der Grünschnitt, also Gartenabfälle, entsorgt werden. Essensreste und Küchenabfälle haben darin bislang nichts zu suchen. Anders ist es beim MZV: Der hat schon seit 2007 eine echte Biotonne im Einsatz, in die alle organischen Abfälle dürfen, ab Januar sogar müssen. Der MZV-Vorsitzende Hartmut Grünewald fasst es prägnant zusammen: „Wer bei uns schon eine Tonne mit grünem Deckel hat, für den ändert sich ab Januar überhaupt nichts.“

Da ist von braunen und grünen Tonnen die Rede. Was ist der Unterschied? 

Der Unterschied ist ganz einfach: Die Biotonne des MZV ist grau mit einem grünen Deckel, die bisherige Grünschnitttonne des AZV hingegen hat einen braunen Deckel. AZV-Kunden, die bisher so eine „braune“ Tonne haben (genau genommen: grau mit braunem Deckel), behalten sie und entsorgen darin ab 1. Januar einfach den gesamten Biomüll, auch die Küchenabfälle.

Wer hat denn schon alles eine Biotonne im Gebiet des MZV? 

Der sogenannte Anschlussgrad in Rotenburg, Bebra und Ronshausen beträgt schon jetzt etwa 80 Prozent, sagt der MZV-Geschäftsführer Bernhard Skolik. Das heißt, auf vier von fünf Grundstücken in den drei Kommunen steht bereits eine Biotonne.

Was ist mit den übrigen Grundstücken, die noch keine Biotonne haben? 

Der MZV hat etwa 2000 Grundstücksbesitzer angeschrieben, die bisher noch keine Biotonne genommen haben. Sie müssen sich nun entscheiden, ob sie die Tonne nehmen oder eine Befreiung beantragen. MZV-Geschäftsführer Skolik geht davon aus, dass sich gut die Hälfte der angeschriebenen Hausbesitzer für die Biotonne entscheiden wird. Wer sich befreien lässt, muss den gesamten Bioabfall (inklusive aller Speisereste wie Knochen und Fischabfälle) auf dem eigenen Grundstück kompostieren und am Ende wieder verwenden.

Welche Behältergrößen stehen zur Wahl? 

Da gibt es den größten Unterschied zwischen den Müllverbänden in Hersfeld-Rotenburg. Während der für den Großteil des Kreises zuständige AZV 120- und 240-Liter-Tonnen anbietet, kann man beim MZV auch einen 60 Liter großen Behälter bestellen. Das machen sogar die meisten MZV-Kunden: 4500 der gut 6700 Biotonnen, die derzeit im Einsatz sind, kommen mit der kleinsten der drei Tonnengrößen aus. Selbst für Zweifamilienhäuser reiche der 60-Liter-Behälter üblicherweise aus, sagt der MZV-Vorsitzende Grünwald.

Wie sieht der Preisvergleich zwischen den beiden Müllverbänden aus? 

Das ist gar nicht so einfach, gerade weil es beim MZV die kleinere Tonnengröße gibt. Im direkten Vergleich der 120-Liter-Behälter ist der AZV günstiger: Sie kostet im Jahr 50,40 Euro und wird 23 Mal geleert (alle zwei Wochen, im Winter alle vier Wochen). Der MZV verlangt 72 Euro bei 26 Leerungen (durchgängig alle 14 Tage). Doch die 60-Liter-Tonne, die der AZV nicht hat, kostet beim MZV nur 36 Euro im Jahr. Deshalb sagt der MZV-Vorsitzende Grünwald, dass der MZV letztlich günstiger sei. Beide Verbände weisen darauf hin, dass man durch die Biotonne auch Geld spart: Die von Speiseresten entlastete Restmülltonne muss seltener geleert werden.

Muss jeder Haushalt eine eigene Tonne nehmen? 

Nein, es reicht eine Biotonne, die groß genug ist für den gesamten Biomüll eines Grundstückes. Wie viele Haushalte diese Tonne nutzen, ist den Müllverbänden egal. Das gilt beim MZV, wie auch beim AZV, bestätigt AZV-Geschäftsführer Georg Körner auf Anfrage.

Von Marcus Janz

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