Bis zum Po sollen sie wachsen

Hänselei hält ihn nicht ab: Siebenjähriger will Haare für Krebskranke spenden

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So lang sind sie schon: Jonathan Möller präsentiert seine Haare, die er krebskranken Kindern für Perücken spenden will.

Niederellenbach. Der siebenjährige Jonathan Möller lässt sich seine Haare lang wachsen, um sie krebskranken Kindern zu spenden.

„So lang sollen sie werden“, sagt Jonathan Möller und zeigt in Richtung seines Pos. Der siebenjährige Niederellenbacher meint seine Haare. Wie sich Mutter Ellen erinnert, ist er wegen eines Fernsehberichts über krebskranke Kinder zu dem Schluss gekommen, sich die Haare lang wachsen zu lassen, um sie für eine Perücke für Betroffene zu spenden.

„Wegen ihrer Glatze nach einer Chemotherapie fühlen sie sich oft nicht mehr wie richtige Kinder“, erklärt Ellen Möller. Das habe ihren Sohn berührt. Und zwar so tief, dass er sogar dumme Sprüche seiner Klassenkameraden über sich ergehen lässt. „Als er als Mädchen gehänselt wurde, wollte ich ihn zum Frisör schicken. Dann hat er mir erstmals genau erklärt, was er vorhat“, sagt seine Mutter.

Davon sei er auch nicht mehr abzubringen gewesen. „Nein Mama, der Frisör darf mir die Haare nicht abschneiden. Die sind doch für die krebskranken Kinder“, habe er zu ihr gesagt. Auf die Frage, ob er von ganz allein darauf gekommen ist, antwortet Jonathan lautstark „Ja“. Er reißt dazu beide Arme in die Luft, springt hoch und lacht.

Ellen Möller sagt: „Es ist unglaublich, dass ein Siebenjähriger zu einer solchen Entscheidung gelangt.“ Das spreche für das Einfühlvermögen von hyperaktiven Kindern wie ihrem Sohn. „Sie können nach außen hin oft nicht zeigen, was wirklich in ihnen steckt“, findet Möller.

Ihr Sohn habe wegen seiner Krankheit ohnehin nicht viele Freunde. „Und das hat sich durch seine langen Haare nicht gerade gebessert“, erklärt Ellen Möller. Doch das störe ihn nicht. Für ihn zähle die gute Sache.

„Ja klar macht mir das Freude“, sagt Jonathan mit einem breiten Grinsen im Gesicht zu seiner Aktion. „Ich finde es eine wirklich coole Entscheidung - und das haben mir auch schon viele andere Menschen zugetragen“, sagt Ellen Möller.

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