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„Die 3. Liga hat mich gereizt“ - Handballer Luca Schuhmann über seinen Abschied aus Rotenburg

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Von: Alicia Kreth

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Wurfgewaltig aus dem Rückraum: Auf Luca Schuhmann (rechts) war in den vergangenen Jahren bei der TG Rotenburg, hier im Spiel gegen den Eschweger TSV aus der Saison 2021/2022, eigentlich immer Verlass.
Wurfgewaltig aus dem Rückraum: Auf Luca Schuhmann (rechts) war in den vergangenen Jahren bei der TG Rotenburg, hier im Spiel gegen den Eschweger TSV aus der Saison 2021/2022, eigentlich immer Verlass. © Alicia Kreth

Rotenburg – Luca Schuhmann hat vor allem in den letzten vier Jahren das Bild des Handball-Landesligisten TG Rotenburg geprägt. Nun verlässt der junge Linkshänder seinen Heimatverein und schlägt bei der HSG Rodgau Nieder-Roden ein neues Kapitel auf. Wir sprachen mit dem 22-Jährigen über seine Zeit bei der TGR, mögliche sportliche Perspektiven und seine Beweggründe für den Wechsel.

Herr Schuhmann, Ihre offizielle Verabschiedung beim letzten Heimspiel gegen die TSG Dittershausen liegt nun schon ein paar Wochen zurück. Wie haben Sie diesen Tag in Erinnerung?

Es war schon sehr emotional und es hat mich gefreut, dass auch so viele Zuschauer in der Halle waren. Deshalb hat es mir ein bisschen wehgetan, dass das letzte Heimspiel nicht gut war. Aber die Feier danach und der Abschied haben das wettgemacht. Die Verabschiedung von der Mannschaft war nach dem letzten Auswärtsspiel noch mal ein Stück weit emotionaler, weil es das allerletzte Spiel war. Aber das Gute ist: Man ist nicht für immer weg, sondern trifft die ganzen Leute trotzdem wieder, wenn man in der Heimat ist.

Was hat sich seither in Sachen Handball bei Ihnen getan?

Nicht viel. Momentan genieße ich die freien Tage, aber mache natürlich weiterhin Sport, indem ich ins Fitnessstudio gehe. So versuche ich, bis zum Start der Vorbereitung Mitte Juli, ein bisschen fit zu bleiben.

Was war der Grund für Ihren Abschied bei der TGR?

Ich habe 2018 eine Ausbildung in Bad Homburg angefangen und zwei Jahre später in Frankfurt ein duales Studium begonnen, wodurch sich mein Lebensmittelpunkt ins Rhein-Main-Gebiet verschoben hat. Und weil das Pendeln nach Rotenburg irgendwann zu anstrengend wurde – gerade freitags im Berufsverkehr, habe ich mich dann bei Mannschaften im Frankfurter Raum umgeguckt, die auf dem gleichen Niveau wie Rotenburg spielen und gut mit der Bahn zu erreichen sind. So ist es vom Zeitaufwand her auf jeden Fall angenehmer und ich habe noch mal eine neue sportliche Herausforderung, die ich vorher so gar nicht im Blick hatte.

Sie haben sich für die HSG Rodgau Nieder-Roden entschieden. Warum?

Der Verein hat mir so gut gefallen – vom Aufbau und den Strukturen her, aber auch von den Leuten, dass ich mir vorstellen konnte, dort die nächsten zwei Jahre zu bleiben. Natürlich hat mich auch die Möglichkeit gereizt, mit der ersten Mannschaft mitzutrainieren und in der 3. Liga zu spielen.

Mittendurch: Luca Schuhmann (Mitte) beim Auswärtsspiel 2018 bei der MSG Körle-Guxhagen.
Mittendurch: Luca Schuhmann (Mitte) beim Auswärtsspiel 2018 bei der MSG Körle-Guxhagen. © Bernd Hahn

Inwieweit ist die 3. Liga ein Ziel für Sie?

Ich fange jetzt erst mal in der Landesliga an, trainiere aber auch während der Vorbereitung und im Anschluss daran ein- bis zweimal pro Woche mit der ersten Mannschaft mit. Und da sehe ich schon Chancen, in der 3. Liga mal mitzuspielen. Ob ich da auf Dauer Fuß fassen werde, wird sich zeigen, weil sich die Liga vom ganzen Spielablauf her noch mal deutlich von der Landesliga unterscheidet. Aber ich kann mir das sehr gut vorstellen und bin auch bereit, darauf hin zu trainieren.

Wie sehr freuen Sie sich auf die neue Herausforderung in Nieder-Roden?

Sehr. Bis zum Saisonstart Anfang September steht einiges Spannendes auf dem Programm, aber auch viele Trainingseinheiten. Ich habe zwar seit Januar – in Absprache mit der TG Rotenburg – schon immer mal mittrainiert, um fit zu bleiben und schon ein bisschen Anschluss zu finden. Aber jetzt freue ich mich total darauf, mit der neuen Mannschaft auch persönlich den Zusammenhalt zu finden. Schon beim ersten Probetraining habe ich gemerkt, dass sich alle gut verstehen und alle Bock auf Handball haben.

Blicken wir noch einmal zurück auf Ihre Zeit in Rotenburg. Was waren Ihre schönsten Momente?

Ich hatte schon in der Jugend eine tolle Zeit bei der TGR, aber besonders in Erinnerung geblieben sind mir die vergangenen vier Jahre. Es war natürlich schade, dass in dieser Zeit wegen Corona viel weggefallen ist, aber es hat mir megaviel Spaß gemacht. Sehr schön war immer dieses familiäre Gefühl und das Zusammensein nach den Heimspielen in der Halle, wobei man auch mit vielen Freunden und ehemaligen Weggefährten ins Gespräch gekommen ist.

Und was ist Ihnen sportlich noch in besonderer Erinnerung geblieben?

Das erste Spiel der vergangenen Saison in der Abstiegsrunde bei der HSG Hofgeismar/Grebenstein, als ich in den letzten Sekunden das Siegtor geworfen habe. Aber generell waren für mich Spiele, die wir zuhause knapp gewonnen haben, immer absolute Höhepunkte. Wenn man es nach 60 Minuten – egal ob das Spiel gut oder schlecht war – trotzdem noch geschafft hat, das Ruder rumzureißen und vor den eigenen Fans feiern zu können.

Wird man Sie denn künftig als Zuschauer in Rotenburg sehen?

Das denke ich schon. Wenn sich das terminlich vereinbaren lässt, auf jeden Fall. Ich bin ja familiär und mit Freunden in Rotenburg verankert und komme immer gerne nach Hause. (Alicia Kreth)

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