Besonderes Konzert am Marktplatz

Handgemachte Musik der Kasseler Rotkehlen in der Rotenburger Schau-Schreinerwerkstatt

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Handwerkliches Können: Das zeigten die Kasseler Rotkehlen beim Konzert am Rotenburger Marktplatz.

Rotenburg. Selten hat eine Musikgruppe so perfekt an einen Ort gepasst, wie die Kasseler Rotkehlen in die Schau-Schreinerwerkstatt Hohmeister am Rotenburger Marktplatz bei deren Auftritt am Wochenende.

Inmitten von Brettern und Sägespänen wirkten die fünf Musiker mit Schiebermütze, Weste oder Leinenhemd selbst wie Handwerker, die vor den Augen und Ohren der Zuhörer mit Leidenschaft ihre Lieder fertigten.

Den Gästen, von denen sich manche nach dem Weihnachtsmarktbesuch in die Werkstatt verirrt hatten, bot sich unverhofft ein ganz besonderes Konzert. Die Musiker aus Kassel haben sich der klassischen deutschen Liedermachermusik verschrieben. „Heute hier, morgen dort“ von Hannes Wader machte den Anfang, vorgetragen in tiefstem nordhessischen Platt.

Zünftig und manchmal ein bisschen revolutionär geht es zu in den Liedern. Da saufen und übergeben sich die Handwerker, und das naive Mariechen muss gut auf sich achtgeben, weil es noch nicht weiß, dass die Männer nur das eine wollen. In ihren eigenen Kompositionen gehen die Rotkehlen mit dem Kapitalismus ins Gericht, klagen zum Beispiel die Unternehmen an, die die Kunden austricksen und für immer weniger Leistung immer mehr Geld verlangen oder geringwertige Lebensmittel mit Glutamat aufpeppen.

„Lasse reden“ von der Band die Ärzte spielen die Rotkehlen, ein Lied über diejenigen Menschen, die sich nicht trauen, ihre Träume auszuleben, und würdigen den kürzlich verstorbenen Leonard Cohen mit einer deutschsprachigen Version von „Hallelujah“. Wie wohl sich die Zuhörer fühlen, die sich in der kleinen Werkstatt mit Guiness-Bier und Cola dicht drängen, bemerken natürlich auch die Musiker, und so gibt es für das Publikum ein nordhessisches Kompliment aus tiefstem Herzen: „Mit euch kann ma’ was anfangen!“

Erst nach über zwei Stunden geht der bewegende und fröhliche Abend zu Ende - nach viel Musik, die mit genauso viel Liebe mit handwerklichem Können gemacht wurde wie die Möbelstücke und hölzernen Kunstwerke in der Schauwerkstatt von Gastgeber Jörg Hohmeister. Angesichts der ungewissen Zukunft des Hauses am Marktplatz versprach der: Zumindest im nächsten Jahr stünden die Chancen gut, dass sich das Konzert mit den Rotkehlen in der Vorweihnachtszeit wiederholen werde.

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