IHK-Regionalausschuss kritisiert Pläne für neue Bahntrasse

Fällt ICE-Halt in Hersfeld weg, ist „Wirtschafts-Standort in Gefahr“

Die Vorstandsmitglieder Markus Pfromm (Hersfelder Zeitung) und Horst Müller (Bickhardt Bau AG). Foto: Binder/nh

Hersfeld-Rotenburg. Führende Wirtschaftsvertreter warnen vor schweren Schäden und massiven Nachteilen für die Region, sollte Bad Hersfeld vom ICE-Netz der Deutschen Bahn abgekoppelt werden.

In einer Resolution fordert der Regionalausschuss Hersfeld-Rotenburg der Industrie- und Handelskammer (IHK) Kassel-Marburg den Erhalt der ICE-Anbindung Bad Hersfelds.

Der Regionalausschuss bezieht damit eine deutliche Position in der Diskussion um eine neue Schnellbahntrasse, die von Kirchheim durch das Geistal über Ludwigsau nach Bebra führen soll.

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„Es kann nicht sein, dass auf diese Art und Weise die Region noch weiter geschwächt wird“, erklärt der Ausschussvorsitzende Horst Müller. Das Einzugsgebiet des ICE-Bahnhofs Bad Hersfeld umfasse rund 200 000 Menschen und etwa 70 000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in über 10 000 Unternehmen, die bislang von der guten Bahnanbindung profitierten.

„Sowohl der bedeutende Logistik- und Tagungsstandort, als auch der Kur- und Kulturstandort würden durch die Umfahrung von Bad Hersfeld erheblichen Schaden nehmen“, so Müller. Alle von der IHK Kassel-Marburg im Vorfeld dieser Resolution befragten Unternehmen, die zusammen gut 16 000 Beschäftigte repräsentieren, befürchten angesichts der von den Unternehmern kritisierten Planung massive Nachteile für die heimische Wirtschaft im Hinblick auf den überregionalen Geschäftsreiseverkehr und die zahlreichen Pendler.

Die angesprochenen Unternehmen befürchten, dass Investitionsentscheidungen zurückgestellt oder gestrichen werden und auch auf Sicht mit Arbeitsplatzverlusten zu rechnen ist.

Der drohende Wegfall des ICE-Halts würde auch dazu führen, Bad Hersfeld und die Region unattraktiver für Neuansiedlungen zu machen. In Summe sei davon auszugehen, dass ohne ICE-Anbindung die wirtschaftliche Entwicklung des Standortes schwer geschädigt würde.

Außerdem sei der Eingriff in die Natur und in den Lebensraum vieler Bürger in der wie in der Planung vorgestellten restriktiven Weise inakzeptabel. Der Regionalausschuss erwartet eine Vorstellung des Planungsvorhabens und eine Erläuterung, warum es überhaupt zu einem grundlegenden Wechsel der Vorhaben im Entwurf des Bundesverkehrswegeplans gekommen ist. (red/kai)

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