Fragen und Antworten zum Impfzentrum Rotenburg und Astrazeneca-Stopp

Hersfeld-Rotenburg: Fünf Prozent haben die zweite Impfung

Die Farbe zeigt den Wirkstoff an: Wer einen Termin im Rotenburger Impfzentrum hat, erhält bei der Anmeldung – hier von Mitarbeiterin Juliana Fröhlich – ein farbiges Bändchen für die Impfstraßen-Einteilung. Gelb steht für Moderna, blau für Biontech/Pfizer und alle, die ein grünes Bändchen haben, bekommen Astrazeneca.
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Die Farbe zeigt den Wirkstoff an: Wer einen Termin im Rotenburger Impfzentrum hat, erhält bei der Anmeldung – hier von Mitarbeiterin Juliana Fröhlich – ein farbiges Bändchen für die Impfstraßen-Einteilung. Gelb steht für Moderna, blau für Biontech/Pfizer und alle, die ein grünes Bändchen haben, bekommen Astrazeneca.

Es wird nicht leichter, bei all dem Hickhack um den Astrazeneca-Impfstoff den Durchblick zu behalten. Was gilt jetzt eigentlich noch? Und wie wirken sich die neuen Entwicklungen auf das Impfzentrum des Landkreises aus? Dazu Fragen und Antworten.

Hersfeld-Rotenburg – Nachdem das Land Hessen Corona-Schutzimpfungen mit dem Astrazeneca-Vakzin für unter 60-Jährige ausgesetzt hat – was heißt das jetzt für all diejenigen, die bereits ihre erste Spritze bekommen haben?

Vorerst ändert sich für diese Menschen nichts. Die Impfungen mit dem Astrazeneca-Wirkstoff haben im Landkreis Ende Februar begonnen. Da nach aktueller Vorgabe neun Wochen zwischen Erst- und Zweitimpfung liegen sollen, wären die ersten Zweitimpfungen mit dem britisch-schwedischen Präparat erst für Ende April geplant. „Die Ständige Impfkommission hat angekündigt, bis Ende April eine klare Vorgabe veröffentlichen zu wollen, nach welcher wir dann entsprechend verfahren werden“, sagt Martin Ködding, Leiter des Impfzentrums. Denkbar ist unter anderem auch, dass die Stiko dann empfehlen könnte, dass Menschen, die bei ihrer ersten Spritze Astrazeneca erhalten haben, also einen Vektor-Impfstoff, bei der Zweitimpfung mit einem mRNA-Wirkstoff von Biontech/Pfizer oder Moderna geimpft werden könnten. Möglich ist aber auch, dass die Stiko Astrazeneca Ende April wieder komplett freigibt.

Dürfen denn Menschen unter 60, die es ausdrücklich wünschen, mit Astrazeneca geimpft werden?

Ja, das sei weiterhin möglich, sagt Loreen Sippel, Sprecherin des auch für das Impfzentrum zuständigen Klinikums Hersfeld-Rotenburg. „In diesem Fall erfolgt eine ausführliche Aufklärung und individuelle Risikoeinschätzung.“

Warum sind eigentlich schon unter 60-Jährige an der Reihe?

Das Land hat die sogenannte Prioritätsgruppe 2 ausgeweitet. Demnach werden neben den 70- bis 79-Jährigen, die sich ganz regulär impfen lassen können, etwa auch Lehrer, Erzieher, Polizisten und Menschen aus Behinderteneinrichtungen bevorzugt behandelt – allerdings über ein gesondertes Terminsystem. „Für diese Impf-Sondergruppe haben wir in den vergangenen drei Wochen rund 2000 Termine mit Astrazeneca vereinbart“, sagt Ködding.

Der neuerliche Teil-Impfstopp gilt seit Mittwoch. Wie geht das Impfzentrum mit bereits vereinbarten Astrazeneca-Terminen um?

Am Mittwoch haben alle Astrazeneca-Impflinge „kurzfristig und ausnahmsweise“, wie Impfzentrumsleiter Martin Ködding sagt, einen mRNA-Impfstoff erhalten. Seit Donnerstag gilt: Alle, die einen Astrazeneca-Termin haben, bekommen eine Biontech- oder Moderna-Spritze – welcher Wirkstoff es am Ende wird, liegt auch daran, wie viele benötigt werden. Aus einer Biontech-Charge lassen sich sechs Spritzen füllen, bei Moderna sind es elf. Menschen über 60 Jahren bekommen weiterhin Astrazeneca. „Wer das nicht möchte, muss wieder in die normale Anmeldeschleife und einen neuen Termin vereinbaren. Eine freie Impfstoffwahl gibt es nicht“, sagt Martin Ködding.

Wie war zuletzt das Verhältnis der Impfstoff-Verteilung im Impfzentrum?

„Astrazeneca ist ein sehr wichtiger Impfstoff“, betont Martin Ködding. Bis zum Teil-Stopp entfielen 60 Prozent aller Termine in der Göbel Hotels Arena auf den britisch-schwedischen Vektorimpfstoff. „Für die nächste Woche waren 2000 Astrazeneca-Impfdosen angekündigt“, sagt Ködding. Biontech/Pfizer liefert pro Woche rund 1600 Impfdosen. Ködding: „Bei Moderna ist es etwas unregelmäßiger, mal kommen 300, mal 500, und dann wieder zwei Wochen nichts.“

Wie viele Menschen sind bislang im Kreis geimpft?

Nach Auskunft von Kreissprecher Pelle Faust sind – Stand: Karfreitag – 14 157 Menschen erstgeimpft. Das entspricht einer Impfquote von 11,72 Prozent. Die zweite Spritze erhalten haben bislang 6112 Frauen und Männer (Quote: 5,06 Prozent). Zum Vergleich: Die Impfquoten in ganz Deutschland liegen bei 11,6 (Erstimpfung) und 5 Prozent (Zweitimpfung).

Hat das Hin und Her um Astrazeneca irgendwelche Auswirkungen auf die Biontech- und Moderna-Termine im Impfzentrum?

Nein. „Die Impfungen mit mRNA-Impfstoffen laufen unverändert weiter“, sagt Martin Ködding.

Hat das Impfzentrum auch während der Osterfeiertage geöffnet?

Ja, durchgehend von 9 bis 17 Uhr.

Wie viele Menschen werden in der kommenden Woche geimpft?

In dieser Woche bis Ostersonntag werden laut Klinikumsprecherin Loreen Sippel 2700 Impfdosen verabreicht sein, für die nächste Woche sind 2300 Impftermine geplant.

Wirkt sich das Hin und Her um Astrazeneca negativ auf die Arbeit in der Göbel Hotels Arena aus?

Laut Klinikum ist die Motivation in der Belegschaft unverändert hoch. Martin Ködding sagte, er sei gar „begeistert“ von seinem Team. Sprecherin Loreen Sippel: „Als Impfzentrum würden wir uns natürlich, wie der Großteil der Bevölkerung auch, über größere Mengen an Impfstoff freuen.“ Der bürokratische Aufwand, der hinter den Impfungen stecke, stelle aber „zeitweise eine zusätzliche Belastung“ dar.

Von Sebastian Schaffner

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