Noch Kurzarbeit bei Reisebüros – Wende im Juni erwartet

Fernweh in Hersfeld-Rotenburg: Traumurlaub muss warten

Hoffentlich sind solche fantastischen Ausblicke bald wieder möglich: Unser Foto zeigt eine Familie, die am Rasthaus Zugspitzblick am Tiroler Fernpass die 2962 Meter hohe Zugspitze, Deutschlands höchsten Berg, fotografiert.
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Hoffentlich sind solche fantastischen Ausblicke bald wieder möglich: Unser Foto zeigt eine Familie, die am Rasthaus Zugspitzblick am Tiroler Fernpass die 2962 Meter hohe Zugspitze, Deutschlands höchsten Berg, fotografiert.

Ein Jahr Corona ist auch den Reisebüros im Landkreis Hersfeld-Rotenburg massiv an die Substanz gegangen. Mitten im noch bestehenden Regelungs-Chaos aber wächst die Hoffnung, dass die Menschen bald wieder werden reisen können und wollen.

Hersfeld-Rotenburg - In vier bis acht Wochen – so hoffen viele Reisebüros – wird die Zahl der Buchungen wieder deutlich ansteigen. Zurzeit allerdings leiden sie noch unter der für sie unerträglichen Durststrecke. Die Reiselustigen sind noch sehr verunsichert und zurückhaltend mit den Buchungen.

„Meine elf Mitarbeiter sind alle seit einem Jahr in Kurzarbeit“, berichtet der Geschäftsführer des Reisebüros am Rathaus in Bad Hersfeld, Hans-Jürgen Mannel. „Wir haben 80 Prozent weniger Buchungen als in dem guten Jahr 2019. Ohne Kurzarbeit und Überbrückungshilfen vom Staat würde bei den Reisebüros nichts mehr gehen“, betont der Geschäftsführer.

Bei Neubuchungen sehe es kurzfristig und mittelfristig zurzeit noch schlecht aus. Gebucht werde zum Beispiel Mallorca und die Kanarischen Inseln. „Bei den langfristigen Buchungen für den Spätsommer, Herbst und Winter tue sich dagegen schon Einiges. Viele Buchungen gebe es gerade auch bei den Fernreisen.

„Der Boom wird zurückkommen. Damit rechnen wir so in vier bis acht Wochen“, ist sich Mannel sicher. „Die Zahlen werden nicht so wie 2019 werden, uns fehlt ja auch ein halbes Jahr. Aber es wird wieder sehr gut gereist werden.“

Reisebüros dürfen in Hessen öffnen

Die Corona-Schutzbestimmungen sind in den Bundesländern unterschiedlich. In Hessen zum Beispiel dürfen Reisebüros im Gegensatz zu anderen Bundesländern regulär öffnen. Ausnahmen vom Prinzip der vorherigen Terminvergabe sind für die Grundversorgung der Bevölkerung vorgesehen. Deshalb dürfen in Hessen zum Beispiel auch Schneider, Apotheken, Buchhandlungen, Floristen, Immobilienmakler, Tierbedarf und Reinigungen für den Publikumsverkehr öffnen. 

Diese Einschätzung teilt auch Oliver Schmidt, Geschäftsführer der Rotenburger Reisewelt. Auch sein Reisebüro muss mit 70 bis 80 Prozent weniger Buchungen klar kommen. „Der Branche geht es nach wie vor katastrophal. Aber wir müssen irgendwie da durch“, nimmt Schmidt kein Blatt vor den Mund. Auch in der Reisewelt ist weiter Kurzarbeit angesagt. „Aber wir sind frohen Mutes, dass das in absehbarer Zeit wieder besser wird“, betont Schmidt. Astrid Zilch vom Reisebüro Zilch in Rotenburg will da „noch keine Prognose wagen.“ Ein anderer Reiseanbieter der Region ist so frustriert, dass er sich gegenüber der Presse gar nicht äußern möchte.

In viele Länder ist das Reisen zurzeit gar nicht möglich oder nur mit sehr großen Hindernissen. Die USA und Kanada zum Beispiel haben ihre Grenzen ganz dicht gemacht. Der Traumurlaub muss für die meisten Menschen also noch etwas warten. (René Dupont)

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