Gespräch mit Kreiskrankenhaus Rotenburg suchen

Minister Grüttner drängt auf Klinikumserweiterung in Rotenburg

Das Herz-Kreislaufzentrum in Rotenburg aus der Luft aufgenommen.

Rotenburg. Hessens Gesundheitsminister Stefan Grüttner (CDU) drängt auf einen Zusammenschluss des Klinikums Hersfeld-Rotenburg und des Rotenburger Kreiskrankenhauses.

„Wir haben bundesweit einfach zu viele kleine Krankenhäuser“, sagte der Minister am Montag bei einem Besuch im Rotenburger Herz-Kreislauf-Zentrum (HKZ). „Diese Häuser werden langfristig keine Chance auf dem Markt haben“, so Grüttner. Deshalb plädierte er ausdrücklich für eine Erweiterung des Klinikum-Verbundes: „Alles andere wird auf Dauer nicht funktionieren“.

Ködding signalisiert Gesprächsbereitschaft

Klinikums-Chef Martin Ködding bedankte sich bei ihm dafür, „dass wir zu Gesprächen mit unserem Marktbegleiter ermuntert werden“ und signalisierte Gesprächsbereitschaft: „Die Tür ist nicht zu.“

Gesundheitsminister Stefan Grüttner

Der Gesundheitsminister war zum einjährigen Bestehen des Zentrums für cardiopulmonale Medizin (CPM) in Rotenburg (siehe Hintergrund). „Wie sich das CPM entwickelt hat, ist phänomenal“, lobte Grüttner, ohne aber konkrete Details zu nennen. Er verteidigte auch die Übernahme des Rotenburger HKZ durch das Hersfelder Klinikum. Dass es noch immer kritische Stimmen gebe, sei ihm bewusst. „Der Zusammenschluss ist aber richtig und wichtig.“

Land hat 327 Millionen Euro investiert

Grüttner nannte zudem erstmals Zahlen, wie viel Geld das Land Hessen in die drei Krankenhäuser im Landkreis Hersfeld-Rotenburg bislang investiert habe: „Seit 1972 sind das 327 Millionen Euro“. Davon sei mehr als die Hälfte, 187 Millionen Euro, ans Hersfelder Klinikum gegangen. Weitere 75 Millionen Euro seien ins HKZ geflossen, 65 Millionen Euro in das vom Evangelischen Diakonieverein Berlin-Zehlendorf betriebene Kreiskrankenhaus.

Hintergrund: Größtes Zentrum in Europa

Seit einem Jahr ist das Rotenburger Herz-Kreislauf-Zentrum Teil des universitätsmedizinischen Verbundes für Herz- und Lungenmedizin, dem sogenannten Zentrum für cardiopulmonale Medizin (CPM). Dem CPM gehören neben dem Klinikum Hersfeld-Rotenburg auch das Universitätsklinikum Gießen und Marburg sowie die Kerckhoff-Klinik in Bad Nauheim an. Es gilt als Europas größtes Herz-Lungen-Versorgungszentrum. 

Das medizinische Konzept dahinter verfolgt den Ansatz, dass Patienten mit Herz- und Lungenerkrankungen an einem Ort behandelt werden, um dabei die jeweiligen Spezialkompetenzen der einzelnen CPM-Standorte maximal zu nutzen.

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