Fragen und Antworten zum Thema

Heute öffnet das Impfzentrum in Rotenburg: Anfangs nur zu fünf Prozent ausgelastet

Das Bild zeigt Standortleiterin Petra Wolf, die unter Reinraumbedingungen den Biontech-Impfstoff mit einer Kochsalzlösung mischt. 
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Hier wird die Spritze vorbereitet: Standortleiterin Petra Wolf mischt unter Reinraumbedingungen den Biontech-Impfstoff mit einer Kochsalzlösung. Er ist dann sechs Stunden verwendbar.

Heute, sieben Wochen nach dem „Einsatzbefehl“, öffnet das Impfzentrum für den Kreis Hersfeld-Rotenburg. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Thema.

Rotenburg – Als das Land Hessen am 23. November den Einsatzbefehl gab, Corona-Impfzentren einzurichten, war die Hoffnung groß, dass es überall schnell losgehen könnte mit dem Impfen. Doch daraus wurde nichts. Erst heute, fast sieben Wochen später, darf das Impfzentrum des Landkreises Hersfeld-Rotenburg in der Rotenburger Göbel Hotels Arena öffnen.

Dazu Fragen und Antworten im Überblick:

Wie viele Menschen werden täglich im Impfzentrum gegen das Coronavirus geimpft?

Ausgelegt ist das Impfzentrum für 1000 Impfungen pro Tag. Allerdings sind Impfstoffe immer noch knapp. Konkret bekommt der Landkreis nach Worten von Impfzentrumsleiter Martin Ködding in den ersten drei Wochen jeweils 350 Impfdosen für das Impfzentrum zugeteilt. Täglich sollen dort 50 Menschen geimpft werden. Das entspricht umgerechnet gerade einmal fünf Prozent der offiziellen Kapazitätsgrenze. Ab Woche vier sind es neben den 350 Dosen für die Zweitimpfung zusätzlich 480 pro Woche, also insgesamt 830.

Wenn nur so wenig Menschen geimpft werden können, wie sehen die Öffnungszeiten des Impfzentrums aus?

Vorerst wird das Impfzentrum in Rotenburg nur von 10 bis 14 Uhr geöffnet sein. „Wenn wir mehr Impfdosen erhalten, weiten wir die Zeiten aus“, sagt Ködding. Bei Volllast soll in den Impfzentren täglich von 7 bis 22 Uhr geimpft werden.

Darf man zum Impftermin eine Begleitperson mitbringen?

Ja. „Aber bitte immer nur eine einzige Begleitperson“, sagt Dr. Bardo Kürten, ärztlicher Leiter des Impfzentrums. Die Begleitperson dürfe auch beim Auskleiden helfen.

Angenommen, man hat für 10 Uhr einen Impftermin. Wann sollte man spätestens an der Göbel Hotels Arena sein?

„Es reichen wirklich wenige Minuten vorher“, sagt Martin Ködding, der sich ein „möglichst zeitgerechtes Ankommen“ wünscht. „Es ergibt keinen Sinn, eine Stunde vorher da zu sein.“

Hier geht’s los: Am Eingang misst ein Mitarbeiter mit einem Infrarotgerät die Temperatur.

Wo bekommt man einen Termin für das Impfzentrum?

Zwei Wege führen in die Göbel Hotels Arena: telefonisch über die Nummern 116 117 und 0611 / 505 92 888 sowie online unter impfterminservice.de und impfterminservice.hessen.de. Nach Angaben von Thorsten Bloß, Leiter des Fachdienstes Gefahrenabwehr, waren Ende der vergangenen Woche bereits bis 29. März, 12 Uhr, alle Termine für das Rotenburger Impfzentrum vergeben.

Geimpft werden zuerst ja nur über 80-Jährige. Wie viele Menschen aus dieser Altersgruppe gibt es im Landkreis?

Im Kreisgebiet (120 464 Einwohner) gibt es laut Bloß rund 9400 Menschen, die älter als 80 Jahre alt sind.

Wer sich impfen lassen möchte, muss sich am Eingang ausweisen. Was passiert, wenn der Ausweis abgelaufen ist?

Das ist nicht schlimm. „Seniorinnen und Senioren brauchen sich keine Sorgen zu machen, dass sie aufgrund eines abgelaufenen Ausweises nicht geimpft werden,“ teilen Landrat Dr. Michael Koch und Harald Preßmann, Sprecher der Bürgermeister im Kreis, in einer Pressemitteilung mit. „Im Hinblick darauf, dass Termine bei den Einwohnermeldeämtern und Fotografen aufgrund der Corona-Pandemie zurzeit nicht oder nur mit langen Wartezeiten möglich sind, werden auch abgelaufene Ausweise akzeptiert.“

Welcher Impfstoff wird in Rotenburg verimpft?

Zugelassen sind in der EU bisher die Impfstoffe von Biontech/Pfizer, Moderna und Astrazeneca. In den ersten drei Wochen bekommt das Rotenburger Impfzentrum ausschließlich Vakzine von Biontech/Pfizer. Jeder, der einen Impftermin erhalten hat, findet die Angaben zum Impfstoff auch auf der schriftlichen Terminbestätigung.

Wer bezahlt eigentlich die Kosten für das Impfzentrum?

Die Kosten übernimmt das Land. Die Frage, wie hoch die Kosten konkret für das Impfzentrum des Landkreises sind, ließ das Innenministerium auf Nachfrage unserer Zeitung unbeantwortet. Ministeriumssprecher Michael Schaich teilte lediglich mit, entsprechende Mittel seien im Landeshaushalt hinterlegt. Fest steht: Im Dezember hatte der Haushaltsausschuss für die ersten drei Impfmonate insgesamt 150 Millionen Euro bewilligt. Bei 28 hessischen Standorten wären das durchschnittlich 1,8 Millionen Euro im Monat pro Impfzentrum.

Wie viel Geld bekommen Ärzte und medizinische Fachangestellten im Impfzentrum?

Das Land hat mit der Landesärztekammer und der Kassenärztlichen Vereinigung im Dezember Vergütungssätze vereinbart. „Dabei wurde als maximaler Stundensatz für Ärzte von 120 Euro brutto und für medizinisches Hilfspersonal von 50 Euro pro Stunde festgelegt“, so Innenministeriumssprecher Michael Schaich. Bei den Stundensätzen handele es sich um die maximalen Bruttobeträge, die das Land den Kreisen und Städten erstattet. Was tatsächlich gezahlt wird, liege im Ermessen der Landkreise. Das Klinikum, das für den Landkreis Hersfeld-Rotenburg das Impfzentrum betreibt, orientiere sich an den Stundensätzen, sagt Martin Ködding. Grundsätzlich müsse man zwischen niedergelassenen Ärzten, die gegen ein Honorar im Impfzentrum aushelfen, und Angestellten des Impfzentrums unterscheiden. „Freiberuflern zahlen wir die 120 Euro brutto“, sagt Ködding. Ärzte im Angestelltenverhältnis würden einen vergleichbaren Stundenlohn bekommen. Sie hätten jedoch auch Sozialversicherungsansprüche, Urlaub und Fahrtkosten. „Deshalb bleibt für diejenigen natürlich netto weniger übrig“, erklärt Ködding. Ähnlich sehe es bei medizinischem Hilfspersonal aus. „Bringt ein Arzt eine medizinische Fachangestellte mit, darf er 50 Euro berechnen“, sagt Ködding. Angestellte des Impfzentrums würden summa summarum ähnlich vergütet.

Hat das Impfzentrum ausreichend Mitarbeiter?

Ja. Nach Auskunft von Martin Ködding liegen 800 Bewerbungen vor. „Wir starten am Dienstag mit rund 20 Mitarbeitern, im Vollbetrieb brauchen wir 60 bis 70 pro Tag“. (Sebastian Schaffner)

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