Parcours mit 1200 Teilnehmer

Vom Hindernis bis zur Straßensperrung: Alles zum Red Castle Run in Rotenburg

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Der Dackdecker-Betrieb Heupel hat natürlich ein Dach als Hindernis gebaut. Auf dem Foto zu sehen sind Denis Snatkow (links) und Michael Heupel beim Aufbau.

Der erste Red Castle Run in Rotenburg stößt auf große Resonanz: 1200 Läufer freuen sich auf spektakuläre Hindernisse. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Lauf.  

Rund 1200 Läufer werden am Wochenende an der Premiere des Hindernislaufs Red Castle Run in Rotenburg teilnehmen. Die große Resonanz ist das Ergebnis der professionellen Organisation – die nicht nur auf die Teilnehmer, sondern auch auf die Zuschauer ausgerichtet ist.

Wir beantworten mit Organisator Klaus Hartwig von der Sportagentur Speed aus Neuenstein, die das Event im Auftrag und in Zusammenarbeit mit der MER veranstaltet, die wichtigsten Fragen.

Wie stehen die Rotenburger dem anstehenden Spektakel gegenüber?

Neues stößt in der Bevölkerung oft erst mal auf Misstrauen – nicht so der Red Castle Run. „Unser Ansatz war es, die gesamte Region mitzunehmen“, sagt Hartwig. Firmen, Vereine und Behörden tragen zur Veranstaltung bei. Potenzielle Probleme ging das Organisatoren-Team frühzeitig an. 

Die ehemalige Panzerwaschanlage müssen die Läufer durchqueren. 

So hat sich die Natur beispielsweise die ehemalige Panzerwaschanlage auf dem Kasernengelände, die die Läufer durchqueren, größtenteils zurückerobert. Dort leben Fische und Frösche. Deswegen suchten die Organisatoren selbst den Kontakt zur AG „Natur auf der Spur“, die nun eine Amphibiensperre einrichtet.

Wie ist der große Teilnehmer-Andrang zu erklären?

Über Mund-zu-Mund-Propaganda und über Internetforen, in denen sich deutschlandweit begeisterte Hindernisläufer austauschen, wurde der Red Castle Run bekannt. Im Unterschied zu vielen ähnlichen Läufen, die oft auf Privatgelände oder im Wald stattfinden und für Zuschauer unattraktiv sind, findet der Großteil des Red Castle Runs mitten in der Stadt statt.

Wie kann man den Lauf am besten verfolgen?

Wer sich zwischen Marktplatz, Schlosspark und Festplatz bewegt, kann bei über der Hälfte der 32 Hindernisse dabei sein. Am Parklet gegenüber vom Marktplatz, in der MER-Filiale und am Festplatz kann man sich Broschüren mit dem Streckenverlauf und einer Erklärung aller Hindernisse besorgen. Auf das Kasernengelände darf man zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem E-Bike – das kann man sich am Festplatz ausleihen. Außerdem steht der Kasernen-Parkplatz für Besucher zur Verfügung – ebenso wie das Firmengelände von Brühl und alle bekannten Parkplätze der Fuldastadt. 

Als Aussichtspunkt, von dem aus man – gegebenenfalls mit Fernglas – große Teile der Strecke auf dem Kasernengelände beobachten kann, empfiehlt Klaus Hartwig die Hexenlinde. Dort gibt es auch ein Hindernis: eine Pyramide aus Strohballen. Auf dem Marktplatz und auf dem Festplatz können sich die Besucher mit Getränken und Bratwurst oder Pizza stärken, und es gibt Videoleinwände, wo Sequenzen vom Kasernengelände gezeigt werden.

Wie viele Läufer nehmen an den Läufen jeweils teil?

300 Teilnehmer sind auf der vier Kilometer langen „Konopka Kinder und Familienrunde“ dabei. Erster Start: 11 Uhr. Die mittlere Distanz von acht Kilometern auf der „VR-Bankvereinrunde“ wollen rund 500 Läufer bezwingen – hauptsächlich Familien, Hobbysportler und Freundeskreise aus der Region. Erster Start: 14 Uhr. 

Der unterirdische Verlauf des Mündersbaches unter der Mündersbacher Straße ist Teil des Parcours. 

Auf der Langdistanz von 16 Kilometern, der Ritterrunde, werden rund 350 Menschen unterwegs sein. Über die Hälfte davon kommt laut Hartwig von außerhalb des Landkreises. „Da sind viele dabei, die diese Hindernisläufe als echte sportliche Herausforderung sehen.“ Erster Start: 15 Uhr. Insgesamt sind 1164 Läufer angemeldet. Nachmeldungen sind am Freitag von 18 bis 21 Uhr auf dem Festplatz und am Samstag jeweils bis 30 Minuten vor Start.

Gibt es Straßensperrungen?

Ja – die Hauptverkehrsadern sind aber alle befahrbar. Die Breitenstraße wird von den Läufern dort an zwei Stellen überquert. Dort werden Freiwillige für einen sicheren Ablauf sorgen. Das heißt: Entweder die Autos oder die Läufer müssen kurz anhalten. Nur beim Kinderlauf muss der Verkehr ein bisschen länger warten, weil das Läuferfeld hier dichter beieinander sein wird. Gesperrt ist die Alte Fuldabrücke und Teile des Breitinger Kirchwegs und der Pestalozzistraße rund um die George-Hollender-Kampfbahn.

Wer trägt alles zum Gelingen des Laufes bei?

Eine Veranstaltung, die öffentliche Straßen, die Fulda und weitere Gewässer sowie ökologisch wertvolle Bereiche außerhalb der Stadt in Beschlag nimmt, hat jede Menge bürokratische Hürden. Klarer Vorteil in diesem Fall: Die Idee ging von der Stadt beziehungsweise der Marketing- und Entwicklungsgesellschaft (MER) aus, die unter anderem die technische Ausrüstung stellt und auch bei der Erstellung des Sicherheitskonzepts eng mit der Agentur zusammengearbeitet hat. 

„Egal, mit welchen Behörden wir zu tun hatten: Es gab nie ein Nein, sondern immer einen Kompromiss“, sagt Klaus Hartwig. Außerdem können sich die Organisatoren auf über 170 Freiwillige stützen. Dabei sind DLRG, Marinekameradschaft, DRK, THW, Feuerwehr, zwei Abiturjahrgänge der Jakob-Grimm-Schule, Sportvereine, Bewohner der Erstaufnahmeeinrichtung und Mitarbeiter regionaler Unternehmen.

Das sind die Hindernisse

Die Nummern entsprechen denen auf dem Streckenplan, den man am Parklet gegenüber vom Marktplatz, in der MER-Filiale und am Festplatz bekommen kann.

Der Red Castle Run in Rotenburg auf einen Blick. Um die komplette Grafik zu sehen, klicken Sie auf die Pfeile oben rechts.  

Knappenkanal (6): Die Läufer müssen dem Bachlauf des Mündersbaches unterhalb der Mündershäuser Straße folgen.

Rooftop (13): Das über vier Meter hohe Dach muss mit gegenseitiger Hilfe überquert werden.

Himmel und Hölle (17): Die Läufer kriechen unter Strom- oder Stacheldraht durch den Schlamm, während ein Chor die Ode an die Freude inszeniert.

Gipfelstürmer (18): An der Hexenlinde muss eine Pyramide aus Strohballen überklettert werden.

Affenalarm (21): Auf dem Marktplatz müssen die Teilnehmer sich an einer Konstruktion über einem Wasserbecken entlanghangeln.

Gegenstrom (26): Die Läufer müssen das Fuldawehr stromaufwärts erklimmen. Als Hilfsmittel gibt es Seile.

Biketrailjumping (30): Im Dirtpark an der George-Hollender-Kampfbahn ist unter anderem eine Feuergrube zu überspringen.

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