Übernahme für 100 Mio. Euro

HKZ-Gesellschafter beraten über Verkauf der Klinik

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Geschlossene Gesellschaft: Die Gesellschafter der HKZ-Mutter Pergola tagen am heutigen Donnerstag im Dr.-Durstewitz-Haus der Spezialklinik.

Rotenburg. Heute könnte die Entscheidung über den Verkauf des Herz- und Kreislaufzentrums Rotenburg (HKZ) fallen. Die Gesellschafter tagen am heutigen Donnerstag seit 11 Uhr.

Die HKZ-Muttergesellschaft Pergola hat ihre 834 Kommanditisten in das Dr.-Durstewitz-Haus zur 44. Gesellschafterversammlung eingeladen. Sie sollen über das Angebot des Klinikums Bad Hersfeld abstimmen, die Rotenburger Spezialklinik für ein Gesamtpaket von angeblich 100 Millionen Euro zu übernehmen. Der Kreistag hat dem Vorschlag des Klinikums, das zu 100 Prozent dem Landkreis gehört, vergangene Woche mit großer Mehrheit zugestimmt.

Vor Beginn der Gesellschafterversammlung herrschte unter den Kommanditisten Unsicherheit, ob das Angebot angenommen wird. Mehrere Gesellschafter berichteten, dass der Ausgang noch offen sei, obwohl offenbar mehrere Großgesellschafter ihre Zustimmung signalisiert haben.

Allerdings muss das Angebot des Klinikums mit einer Mehrheit von 75 Prozent der anwesenden Stimmanteile angenommen werden - eine hohe Hürde. Einige Gesellschafter fühlten sich bislang nicht ausreichend informiert und wollten vor der Entscheidung mehr Details erfahren.

Sollte der Verkauf nicht zustande kommen, droht dem HKZ eine zweite Insolvenz. Das Haus ist nach mehreren defizitären Jahren wirtschaftlich angeschlagen. Die weitere Zahlungsfähigkeit hängt davon ab, dass ein Investor frisches Geld zur Verfügung stellt.

Die Pergola hält 82,5 Prozent der HKZ-Betriebsgesellschaft und besitzt die Immobilien der renommierten, aber wirtschaftlich angeschlagenen Spezialklinik auf dem Rodenberg. Das Klinikum Bad Hersfeld, das selbst mit 12,5 Prozent am HKZ beteiligt ist, würde die Anteile und Immobilien, aber auch die rund 20 Millionen Euro Restschulden aus der HKZ-Insolvenz 2001 übernehmen.

Der dritte HKZ-Gesellschafter, Kardiologie-Chefarzt Prof. Dr. Christian Vallbracht, hat sich mit dem Kreis geeinigt, im Fall eines Verkaufs des HKZ seine fünf Prozent Anteile ebenfalls an das Klinikum anzugeben.

Das Angebot des Klinikums ist das einzige, das zur Abstimmung steht. Der private Klinikkonzern Rhön-Klinikum AG hatte sich zwar im Bieterverfahren durchgesetzt. Allerdings könnte das Klinikum einen Verkauf an Rhön mit seinem Vetorecht als HKZ-Gesellschafter blockieren. Deshalb zog es der Konzern, der bislang nicht einmal ein Interesse am HKZ bestätigt, offenbar vor, dass sein Angebot nicht auf den Tisch kommt.

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