„Bürger-Herz“ kritisiert Klinikum-Aufsichtsrat

Nach Votum für HKZ-Verlegung: Initiative in Rotenburg zeigt sich fassungslos

Setzen sich mit der Initiative „Bürger-Herz“ für den HKZ-Standort Rotenburg ein: Die Zwillingsbrüder Benjamin (links) und Tim Schneider.
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Setzen sich mit der Initiative „Bürger-Herz“ für den HKZ-Standort Rotenburg ein: Die Zwillingsbrüder Benjamin (links) und Tim Schneider.

Die Initiative „Bürger-Herz“, die sich für den Erhalt des HKZ-Standorts in Rotenburg einsetzt, reagiert mit „Fassungslosigkeit“ auf die Entscheidung des Klinikum-Aufsichtsrats.

Rotenburg – „An diesem Tag wurde die Demontage besiegelt und die Entscheidung für die Gesellschafterversammlung vorgezeichnet“, heißt es in einem Statement der Gründer der Initiative, Tim und Benjamin Schneider aus Rotenburg. Der Aufsichtsrat hatte am Montag der Gesellschafterversammlung die Empfehlung ausgesprochen, die Akutmedizin des kommunalen Klinikverbundes künftig in Bad Hersfeld zu konzentrieren. Die Gesellschafterversammlung, die Anfang der kommenden Woche tagt, bezeichnet die Initiative als „Abnickveranstaltung“.

Der von der Geschäftsleitung des Klinikums Hersfeld-Rotenburg vorgeschlagene Plan, die akutmedizinischen Abteilungen von Rotenburg nach Bad Hersfeld zu verlagern, werde alternativlos verfolgt, so „Bürger-Herz“. Eine sachliche Debatte in der Öffentlichkeit habe „praktisch nicht stattgefunden“. Die Gebrüder Schneider weisen daraufhin, dass zum Zeitpunkt der Aufsichtsratssitzung mehr als 4600 Menschen mit ihrer Unterschrift an der Petition ein Bekenntnis zum Erhalt des HKZ in Rotenburg abgegeben hätten.

Initiative organisiert Menschenkette und trifft sich mit Landrat Koch

Die Initiative, die für den kommenden Dienstag eine Menschenkette in Rotenburg organisiert, stellt in ihrem Statement die Frage: „Sind es aktuell wirklich Rahmenbedingungen oder ist desaströses Management in Konzept und Umsetzung die wesentliche Ursache?“ Aufsichtsrat und viele politische Mandatsträger seien „offenbar nicht in der Lage oder nicht gewillt, andere Lösungen für die Sicherung des HKZ-Standorts Rotenburg zu entwickeln“.

Während die Öffentlichkeit vor vollendete Tatsachen gestellt werde, inszeniere man sich als Bewahrer von Arbeitsplätzen, Gesundheitswesen und Daseinsvorsorge im Landkreis. „Der Großteil der 700 Arbeitsplätze des HKZ am Standort Rotenburg werden mit diesem Beschluss verloren gehen.“

Landrat Dr. Koch, zugleich Aufsichtsratsvorsitzender, hat indes auf ein Gesprächsangebot der Initiative reagiert. Laut Tim Schneider sei ein Treffen mit Mitgliedern der Initiative im Landratsamt vereinbart worden. „Wir werden Fragen stellen“, kündigt Tim Schneider an. (Von Sebastian Schaffner)

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