Vorschlag von Oechsner und Maus

HKZ-Neubau in Rotenburg? Kreiskrankenhaus will Kardiologie in der Fuldastadt halten

In die Debatte um die Zukunft des Herz-Kreislauf-Zentrums (HKZ) schaltet sich nun auch das Rotenburger Kreiskrankenhaus (KKH) ein.

Das Kreiskrankenhaus in Rotenburg mit Blick auf das HKZ, das hinten rechts zu sehen ist.

Rotenburg – Der medizinische Geschäftsführer des KKH, Dr. Martin Oechsner, schlägt vor, das HKZ nicht im Bad Hersfelder Klinikum zu integrieren, sondern neu zu bauen – auf dem Gelände des ehemaligen Kreisaltenzentrums, also in unmittelbarer Nachbarschaft des Kreiskrankenhauses.

Die seit Jahren leer stehende Immobilie gehört dem Landkreis, der einen Käufer für das 16.000 Quadratmeter große Areal sucht. „Die aus unserer Sicht beste Lösung wäre, das Altenheim abzureißen und an dessen Stelle ein topmodernes, kleineres und effizienteres HKZ aufzubauen“, sagt Oechsner. „In welcher Trägerschaft das geschieht, spielt für uns erst mal eine untergeordnete Rolle.“ Der kaufmännische KKH-Geschäftsführer Andreas Maus spricht von einer „realistisch-visionären“ Idee und sagt: „Wir sind gesprächsbereit.“

Das HKZ gehört zum Klinikum Hersfeld-Rotenburg, dessen Eigentümer der Landkreis ist. Träger des KKH ist der Evangelische Diakonieverein Berlin-Zehlendorf.

Sollte das HKZ tatsächlich nach Bad Hersfeld verlagert werden, kündigt Oechsner an, dass der Diakonieverein nicht tatenlos zusehen wolle. „Dann werden wir den HKZ-Mitarbeitern ein Angebot machen.“ In letzter Konsequenz, so Oechsner, könne er sich vorstellen, selbst eine Kardiologie unter der Trägerschaft des Diakonievereins aufzubauen: „Wir wollen das medizinische Angebot im Landkreis halten. Rotenburg darf dabei aber nicht hinten runterfallen.“ Am Liebsten wäre es ihm, so Oechsner, „wenn wir gemeinsam mit dem Klinikum ein Konzept entwickeln könnten. Aber mit uns hat leider noch niemand gesprochen.“ Wenig Überlebenschancen räumt er hingegen der Herzchirurgie des HKZ ein – egal ob in Bad Hersfeld oder Rotenburg. „Die Konkurrenz in Kassel und Fulda ist in den vergangenen Jahren zu groß geworden.“

Landrat Dr. Michael Koch, Aufsichtsratsvorsitzender des kommunalen Klinikverbundes, wollte sich auf Nachfrage unserer Zeitung vorerst nicht äußern.

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Rubriklistenbild: © Karla Krause-Heid

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