Geplante HKZ-Schließung

HKZ-Resolution zum Dritten: Rotenburgs Stadtverordnete kämpfen weiter

Das Kreiskrankenhaus Rotenburg (KKH) auf dem Emanuelsberg.
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Das Rotenburger Kreiskrankenhaus auf dem Emanuelsberg.

Die geplante Schließung des HKZ lässt der UBR-Fraktion im Rotenburger Stadtparlament keine Ruhe.

Rotenburg – Fast schien das Ziel, mit einer Stimme zu sprechen, noch zu kippen. Doch am Ende schafften es die Rotenburger Stadtverordneten, erneut einstimmig eine Resolution auf den Weg zu bringen, die den Erhalt des Herz- und Kreislaufzentrums in der Fuldastadt und die Aufrechterhaltung der kardiologischen Notfallversorgung im Nordteil des Kreises fordert.

Initiator dieser inzwischen dritten Resolution war die UBR-Fraktion, der es im Schreiben vorrangig um die Rettung von Menschenleben geht, wie Fraktionschef Mario Knoch unterstrich. Die Rettungsfrist könne nur durch eine eigene Notfallversorgung sichergestellt werden. Deshalb hat seine Fraktion auch gefordert, die Initiative des Kreiskrankenhauses auf Neubau einer eigenen Akutkardiologie zu unterstützen. Eine Verwässerung dieses Anliegens durch weitere Forderungen gegenüber der Leitung des Klinikums hatte Knoch zunächst abgelehnt.

Fraktionschef Mario Knoch

Die Einbeziehung der HKZ-Frage hatten die anderen Fraktionen gefordert, die UBR hatte sich dann dazu durchgerungen, dies in einem zweiten Teil der Resolution zu berücksichtigen.

Einigung erzielte letztlich ein Änderungsantrag der CDU, durch den sich alle Stadtverordneten vertreten sahen. Fraktionsvorsitzender Jonas Rudolph hatte erklärt, dass der Wechsel im Landratsamt und im Aufsichtsrat mit dem neuen Landrat Torsten Warnecke nichts gebracht habe: Die Kommunikation liege weiterhin brach, an den zweifelhaften Plänen zur Schließung des HKZ und eines Neubaus habe sich ebenfalls nichts geändert. Dabei habe selten eine Wahl so deutlich den Wählerwillen gezeigt wie die Kommunalwahl. Die Menschen wollten den Erhalt des HKZ. Seine Partei habe daraus gelernt.

Noch immer habe niemand nach Alternativen zur HKZ-Schließung und einem Neubau in Bad Hersfeld gesucht. Genau das fordern die Rotenburger Stadtverordneten: Alles tun, um das HKZ am Standort Rotenburg mit den derzeitigen Strukturen zu erhalten und zu altem Erfolg zurückzuführen. Dazu müssten auch eine Privatisierung oder ein Teilverkauf beleuchtet werden. Gleichzeitig begrüßt die Stadtverordnetenversammlung die Bemühungen des Kreiskrankenhauses, eine Lösung zur Erhaltung der Versorgungssicherheit zu finden. Sollte der Erhalt des Standorts HKZ und eine Kooperation mit dem Klinikum nicht möglich sein, wird auch der Aufbau einer eigenen stationären kardiologischen Notfallversorgung durch das Kreiskrankenhaus ausdrücklich unterstützt.

In diesem Zusammenhang kritisierte Jonas Rudolph die Stadtverordneten in der Nachbarstadt Bebra, die einer Resolution zur Unterstützung der Kreiskrankenhaus-Initiative nicht zugestimmt hatten. Während die Rotenburger im Fall des ICE-Halts für Bebra solidarisch gewesen seien, ließen das die Bebraner umgekehrt vermissen, obwohl sie ebenfalls von der Notfallversorgung profitieren könnten.

SPD-Fraktionschef Sebastian Münscher betonte, dass die SPD Rotenburg weiterhin für den Erhalt des HKZ in der Stadt stehe. Das habe er auch dem Landrat mitgeteilt. Die FDP schließt sich ihrer eigenen Kreis-Spitze an, die eine Teilprivatisierung des HKZ favorisiert, sagte Fraktionschef Marcus Weber. Da Privatisierung Bestandteil der Resolution sei, stimme die FDP dafür. (Silke Schäfer-Marg)

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