Preise werden steigen

Höhere Energiekosten belasten Betriebe auch im Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Eine Hand hält Geldscheine
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Höhere Energiekosten belasten Privatleute und vor allem Firmen.

Die stark gestiegenen Energiepreise beuteln auch die Betriebe im Landkreis stark. Das sagen die Kreishandwerkskammer, die IHK und der Dehoga auf Nachfrage unserer Zeitung.

Hersfeld-Rotenburg – Öl, Gas, Strom und Wasser sind deutlich teurer geworden – dazu trägt auch die seit Anfang des Jahres wieder auf 19 Prozent angehobene Mehrwertsteuer bei. Sie war 2020 wegen der Corona-Pandemie auf 16 Prozent gesenkt worden.

„Die Kosten müssen natürlich an die Kunden weitergegeben werden, das geht gar nicht anders“, sagt Hans Wilhelm Saal, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft. Bevor man die Kosten über den Preis weitergeben könne, blieben sie aber „erst mal am eigenen Deckel hängen“. Die Problematik sei im Landkreis aber bislang nicht überbordend, weil es hier keine Schwerindustrie gebe, sondern die Unternehmen personalgetrieben seien.

„Hotels und Gaststätten müssen derzeit ohnehin schon alle ihre Kalkulationen überarbeiten“, sagt Holger Reichenauer, Vorsitzender des Kreisverbandes Waldhessen des Hotel- und Gastronomieverbands Dehoga. Durch die Pandemie, steigenden Mindestlohn und Energiekosten bleibe nichts Anderes übrig, als das an die Gäste weiterzugeben. Er sei zuversichtlich, dass diese auch bereit seien, das zu bezahlen, solange es im Rahmen bleibe. „Aber ein Schnitzel kann nicht mehr 9,90 Euro kosten“, sagt Reichenauer. Die Gastronomen müssten auch den Mut haben, die Preise anzupassen.

„Die knappe Verfügbarkeit von Rohstoffen ist zu einem Hemmschuh dafür geworden, bald wieder an die wirtschaftliche Entwicklung vor der Corona-Krise aufzuschließen“, sagt Julia Kossack, Leiterin des Servicezentrums Hersfeld-Rotenburg der Industrie- und Handelskammer IHK. Am deutlichsten zeige sich nach Erhebung der IHK-Organisation das Geschäftsrisiko hoher Energie- und Rohstoffpreise bei den Produzenten von sogenannten Vorleistungsgütern. Das sind zum Beispiel die chemische Industrie und die Metallerzeugung und -bearbeitung. „Sie sind unmittelbarer von schwankenden Preisen oder Lieferengpässen beeinflusst. Aber auch bei den Investitionsgüterproduzenten wie den Maschinenbauern, dem Kraftfahrzeugbau oder der Elektrotechnik machen sich die Energie- und Rohstoffpreise als Geschäftsrisiko deutlich bemerkbar“, sagt Kossack Kostensteigerungen zeigten sich hier vor allem in den Zulieferprodukten.

CO2-Steuer ist zweischneidiges Schwert

Wie nachhaltig die Preissteigerungen seien, könne man derzeit noch nicht sagen, sagt Hans Wilhelm Saal von der Kreishandwerkerschaft. Gas und Öl würden aber allein schon wegen der CO2-Steuer wohl weiter teurer werden. Die Steuer ist für Handwerker aber ein zweischneidiges Schwert und hat auch eine positive Seite. „Durch Dämmungen können Einsparungen bei den Energiekosten erzielt werden. Dämmungen bringen dem Handwerk Aufträge“, erklärt Saal. (Christopher Ziermann)

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