Nachwuchskräfte zieht es eher in Metropolen

Lehrermangel am Rotenburger Beratungs- und Förderzentrum

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Sie wünschen sich neue Kollegen: die Mitarbeiter des Beratungs- und Förderzentrums und der Heinrich-Auel-Schule in Rotenburg. In der Mitte mit Mappe Leiterin Kristiane Menke, vorn links Personalratsvorsitzender Otfried Tampl.

Rotenburg. Förderschullehrer werden gerade im Bereich des Staatlichen Schulamtes Bebra händeringend gesucht. Allein an der Heinrich-Auel-Schule in Rotenburg fehlen sieben Lehrer.

Das hat der Personalrat der Heinrich-Auel-Schule in Rotenburg errechnet, der das regionale Beratungs- und Förderzentrum (BFZ) angeschlossen ist.

Da scheint die Initiative der Landesregierung, Grund-, Haupt- und Realschullehrer zu Förderschullehrern weiterzuqualifizieren, ein erster Schritt in die richtige Richtung zu sein. Allerdings wurden hessenweit gerade einmal 20 Ausbildungsplätze zur Verfügung gestellt. Auch aus dem Kreis Hersfeld-Rotenburg hatten sich Lehrer dafür beworben. Ein einziger wurde berücksichtigt.

Anita Hofmann, die Leiterin des Staatlichen Schulamtes in Bebra, hält die Initiative des Landes zwar für sinnvoll und notwendig. Doch reiche sie nicht aus, um den Bedarf an Förderschullehrern zu decken, sagt auch sie. Förderschullehrer sind heiß umworben und können sich die Stellen nach der Ausbildung meist aussuchen. Für Rotenburg entscheiden sich junge Nachwuchskräfte eher nicht. Der Trend in der Lebensplanung geht offenbar mehr in Richtung Metropolen.

Das fehlende Stammpersonal am Beratungs- und Förderzentrum und der Heinrich-Auel-Schule wird durch Abordnungen, befristete Lehraufträge und Abtretungen von Förderstunden an Kollegen der Regelschulen ausgeglichen. „Wir reißen da schon einiges“, sagt Personalratsvorsitzender Otfried Tampl. „Aber es ist unheimlich anstrengend“.

Die Mitarbeiter des BFZ sind zuständig für vorbeugende Maßnahmen an 17 Schulstandorten im Kreisteil Rotenburg sowie für die inklusive Beschulung an 16 Standorten. Insgesamt stehen 325 Stunden zur Verfügung, aber nur 216 können von ausgebildeten förderschullehrern erteilt werden. 109 Stunden müssen Regelschullehrer übernehmen, erklärt Kristiane Menke, die das BFZ und die Heinrich-Auel-Schule leitet. Für vorbeugende Maßnahmen bekommt jede Regelschule eine bestimmte Anzahl von Förderschullehrerstunden zur Beratung von Lehrern und Eltern, zur Diagnostik und zur vorsorgenden Förderung von Schülern mit Schulproblemen. Ziel ist, einen sonderpädagogischen Förderanspruch zu verhindern.

Für die inklusive Beschulung bekommt jede Regelschule Förderlehrerstunden zur Unterstützung der Regelschullehrer im Unterricht für Kinder, bei denen ein sonderpädagogischer Förderanspruch festgestellt wurde. Es geht um Kinder mit Defiziten beim Lernen, im Sprachbereich, in der emotionalen und sozialen Entwicklung sowie um die mit körperlichen und motorischen Behinderungen. „Wir helfen und beraten aber auch bei ganz normal beschulbaren Kindern“, ergänzt Kristiane Menke.

Von Silke Schäfer-Marg

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