Jubilarin hat „auf Gott vertraut“

Rotenburgerin Meta Happel feiert 100. Geburtstag

Das ist noch etwas Besonderes: Meta Happel aus Rotenburg feiert am Donnerstag ihren 100. Geburtstag.

Meistert ihr Leben mit Gottvertrauen und Mut: Meta Happel, Witwe von Pfarrer Willi Happel, feiert heute in Rotenburg ihren 100. Geburtstag.

Rotenburg - Auf ein ereignisreiches Leben blickt die am heutigen Donnerstag vor 100 Jahren im waldeckischen Strothe geborene und seit 1959 in Rotenburg lebende Meta Happel zurück. Die Jubilarin kam 1921 als viertes von sechs Kindern des Landwirts Christian Ziesenheim und dessen Ehefrau Marie auf die Welt.

Meta wuchs behütet auf. Sie ging gerne zur Schule, und insbesondere das Schreiben von Aufsätzen bereitete ihr große Freude. Nach Beendigung der Volksschule ließ sie sich als Dienstmagd anstellen und zur Hauswirtschafterin ausbilden. Als Mitglied im Bund Deutscher Mädel erlebte sie den Beginn und später dann das Grauen des Zweiten Weltkriegs mit, der ihr alle drei Brüder nahm.

Im Advent 1942 heiratete Meta den Pfarramtsanwärter und damaligen Sanitätsgefreiten Willi Happel. 1944 bekam das Paar eine Tochter. Als ihr Mann aus dem Krieg heimkehrte, zog die Familie ins Pfarrhaus im russisch besetzten Asbach bei Bad Sooden-Allendorf.

Als dort der Druck auf die Kirche immer unerträglicher wurde, flüchteten die Happels nach Eschwege. Von dort aus ging es in den Ringgau, wo Willi Happel zwölf Jahre lang Pfarrer in Netra war. An diese Zeit erinnert sich Meta gut. Nicht nur, weil sie hier vier weiteren Kinder das Leben schenkte und für sie sorgte. Hier knüpfte und pflegte sie auch viele Kontakte, organisierte sie Frauenkreise und Chorgruppen, und hier widmete sie sich den im Pfarrhaus untergebrachten Flüchtlingen und Vertriebenen.

1959 hieß es „Ab nach Rotenburg“, wo ihr Mann zum Pfarrer an der Altstädter Jakobikirche gewählt worden war. Obwohl das kleinstädtische Leben ganz anders war als das auf dem Dorf, genoss die Jubilarin die neue Welt mit all ihren Möglichkeiten.

Ein schwerer Schicksalsschlag traf sie jedoch, als 1970 ihr geliebter Willi verstarb und vieles noch einmal ganz von vorne anfing. Mit Mut und Zuversicht übernahm sie Verantwortung für sich und andere, ja, sie machte sogar noch den Führerschein. Und natürlich kümmerte sie sich auch um das Happel’sche Haus an der Grünbergstraße, in dem sie bis heute wohnt. Ihr besonderes Hobby war ihr kleiner Garten. Darüber hinaus pflegte sie die Kontakte zu ihrer Mutter, den beiden Schwestern, den fünf Kindern, den 14 Enkeln und den inzwischen zehn Urenkeln. Mit einer Freundin reiste sie bis nach Rumänien und Israel.

Mit zunehmendem Alter bog sich ihr Kreuz unter der Last der Jahre. Die körperliche Kraft und das Augenlicht nahmen ab, nicht aber der Geist und der Wille, das Leben zu meistern. Bis heute liest sie gerne die HNA, und wenn es ihr gut geht, versorgt sie sich am liebsten selbst.

Weitere Unterstützung erfährt sie von ihren Nachbarn, vom Pflegezentrum der Diakonie und auch von ihren Kindern, die zu ihrem Leidwesen alle nicht in Rotenburg wohnen. Alle fünf Kinder sind sich sicher, dass die geistige Fitness ihrer Mutter zu einem großen Teil auf ihre bescheidene Lebensweise und auf ihr starkes Gottvertrauen zurückzuführen ist.

Wilfried Apel

Rubriklistenbild: © Repro Wilfried Apel

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.