Leserfragen aus Hersfeld-Rotenburg

Impfen gegen Corona: Vorerst werden keine Termine für die Spritze Zuhause vergeben

Startklar: Das Impfzentrum des Landkreises in der Rotenburger Göbel Hotels Arena soll nach den Plänen des Landes am 9. Februar, also in zwölf Tagen, öffnen.
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Startklar: Das Impfzentrum des Landkreises in der Rotenburger Göbel Hotels Arena soll nach den Plänen des Landes am 9. Februar, also in zwölf Tagen, öffnen.

Das Hin- und Her bei den Corona-Impfungen beschäftigt weiter viele Menschen in Hersfeld-Rotenburg. Wir klären wichtige Fragen, etwa wie es mit der Anreise zum Impfzentrum aussieht.

Hersfeld-Rotenburg – Die ersten Impfzentren haben geöffnet, zahlreiche Leser haben uns dazu erneut Fragen etwa zur Anfahrt und zum Ablauf geschickt. Hier sind die Antworten:

Wenn das Impfzentrum Göbel Hotels Arena einsatzbereit ist, kann man dann zwischen Rotenburg und Fulda wählen?
Nein. Das Land Hessen hat bislang nur sechs regionale Impfzentren geöffnet und begründet diesen Schritt mit dem knappen Impfstoff. Die ersten 60 000 Termine für diese sechs Impfzentren, unter anderem in Fulda, waren, wie berichtet, schnell ausgebucht. Neue Terminvergaben sind nach Auskunft des Landes erst wieder für Anfang Februar vorgesehen – dann für alle 28 Impfzentren in ganz Hessen, die am Dienstag, 9. Februar öffnen sollen. „Das zuständige Impfzentrum liegt ab dem 9. Februar immer im Landkreis oder der kreisfreien Stadt, in der die berechtigte Person ihren Wohnsitz hat“, teilt Michael Schaich, Sprecher des hessischen Innenministeriums mit. Heißt: Wer im Kreis Hersfeld-Rotenburg wohnt, bekommt künftig automatisch einen Termin im Rotenburger Impfzentrum.
Eine oft gestellte Frage zielt darauf ab, wie Menschen eigentlich zum Impfzentrum kommen sollen, wenn sie selbst nicht mehr mobil sind.
Aus dem Landratsamt heißt es dazu vorerst nur: „Der ÖPNV wird vom Bahnhof Rotenburg regelmäßig direkt zur extra eingerichteten Bushaltestelle Impfzentrum direkt vor die Tür fahren.“ Für Details wie genaue Abfahrtzeiten sei es zum jetzigen Zeitpunkt noch zu früh, sagt Kreis-Sprecher Pelle Faust. Der Landkreis kündigt jedoch für die kommenden Tage weitere Informationen an.
Ein Leser, der Allergien gegen verschiedene Impfungen, Wespenstiche und Kontrastmittel hat, fragt: Wo kann ich mit Blick auf die Risiken und potenziell notwendige Rettungsmaßnahmen geimpft werden?
„Die Frage, ob unter den beschriebenen Umständen überhaupt geimpft werden kann, sollte vorab mit dem behandelnden Haus- oder Facharzt geklärt werden“, sagt Dr. Bardo Kürten, ärztlicher Leiter des Rotenburger Impfzentrums. „Wenn die Impfung möglich ist, kann sie voraussichtlich im Impfzentrum durchgeführt werden.“ Eine medizinische Nachbeobachtung im Anschluss an die Impfung sei dort gewährleistet. „Diese Frage ist jedoch wirklich im Einzelfall zu klären und die Risiken müssen individuell abgewogen werden. Daher: Bitte ein Gespräch mit dem behandelnden Arzt führen.“
Eine Leserin fragt: Meine 87-jährige Mutter hat sich schriftlich für eine Impfung für Zuhause angemeldet, da ihr der Weg nach Fulda zu weit ist. Bekommt sie nun automatisch einen Termin?
Wann die Impfungen Zuhause stattfinden können, steht noch nicht fest, sagt der organisatorischer Leiter des Impfzentrums des Landkreises, Martin Ködding. Das liege zum einen an der Verfügbarkeit von Impfstoffen: „Zunächst sollen die Bewohner sowie das Personal der Altenheime, Rettungsdienste, Beschäftigte in den infektionskritischen Abteilungen in den Kliniken und Beschäftigte der ambulanten Pflegedienste geimpft werden“, so Ködding. Am Dienstag, 9. Februar, sollen dann schließlich alle 28 Impfzentren in Hessen in Betrieb gehen. „Zum anderen ist der momentan verfügbare Impfstoff für das Impfen in der häuslichen Umgebung aufgrund der komplexen Lagerungs- und Herstellungsanforderungen noch nicht einsetzbar.“
Und was ist mit Menschen, die in einer Einrichtung für Betreutes Wohnen leben, die in ein Altenheim angegliedert ist? Wieso werden die nicht zusammen mit den Heimbewohnern geimpft?
Das hat unter anderem rechtliche Gründe, weil das Betreute Wohnen nicht der Heimordnung unterliegt. Die Bewohner des Betreuten Wohnens werden im Prinzip wie alle anderen Senioren behandelt. Die über 80-Jährigen sollten also einen Brief vom Land erhalten haben mit dem Angebot, sich für einen Impftermin anzumelden. Dazu habe es ein Schreiben gegeben, in dem die älteren Menschen informiert wurden, dass die Möglichkeit besteht, von einem mobilen Impfteam aufgesucht zu werden, falls sie nicht in ein Impfzentrum kommen können, erläutert Werner Hampe vom Klinikum Bad Hersfeld, das für die Organisation der Impfungen im Kreisgebiet zuständig ist. Die Impfteams stellen je nach Bedarf ihre Routen zusammen. Nach den über 80-Jährigen seien die übrigen Senioren an der Reihe, sagt Hampe. Das werde aber noch dauern. Ein weiteres Problem für die mobilen Impfteams sei, so Kreis-Sprecherin Jasmin Krenz, dass der derzeit verwendete Biontech/Pfizer-Impfstoff nach dem Anmischen nicht mehr transportiert werden könne. Dafür müssten die Impfteams auf ein Mittel anderer Hersteller warten, das weniger empfindlich sei.
Bewohner einer Seniorenwohnanlage, die offiziell nicht als Alten- oder Pflegeheim gilt, möchten wissen, ob es möglich ist, Besuch von einem mobilen Impfteam zu bekommen, weil vielen Bewohnern der Weg ins Impfzentrum zu beschwerlich ist.
„Nach unserem Kenntnisstand ist die Regelung bis auf Weiteres so, dass sich Personen über 80 Jahre, die nicht in Altenheimen leben, über die bekannten Anmeldewege in den Impfzentren melden und dort Termine holen müssen“, sagt Martin Ködding. „Eine Versorgung zu Hause oder auch in Wohngemeinschaften ist derzeit noch nicht vorgesehen. Wir empfehlen daher, sich einen Termin in den stationären Impfzentren zu holen.“ Sobald neue Termine vergeben werden – vermutlich ab Anfang Februar – ist das möglich unter Tel. 116 117 und 06 11/50 59 28 88 sowie unter impfterminservice.de und impfterminservice.hessen.de.

(Sebastian Schaffner und Christine Zacharias)

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