Fragen und Antworten

Impfkampagne im Landkreis Hersfeld-Rotenburg läuft: 42 000 sind schon geboostert

Schlange stehen für die Spritze: Unser Bild entstand beim Auftakt der „Spirtztour“ in Bebra.
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Schlange stehen für die Spritze: Die Nachfrage nach Corona-Auffrischungsimpfungen im Landkreis ist groß. Unser Bild entstand beim Auftakt der „Spirtztour“ in Bebra.

Zum Thema Corona gibt es immer wieder neue Informationen. Wir haben hier häufig gestellte Fragen und Antworten zusammengetragen.

Hersfeld-Rotenburg - Die Impfkampagne gegen das Coronavirus soll laut Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) auch über die Feiertage weiterlaufen, das Virus lege keine „Weihnachtspause“ ein. Was heißt das für den Landkreis? Wie viele Menschen im Kreis haben sich inzwischen boostern lassen? Und was passiert, wenn an Heiligabend plötzlich der Schnelltest positiv ist?

Impfen denn die mobilen Teams des Landkreises auch über Weihnachten?

Nein. „Unsere Impfteams arbeiten seit Anfang Dezember durch und haben sich eine kleine Weihnachtspause verdient“, sagt Maike Henning, Leiterin der Impfteams. „Ich glaube übrigens auch nicht, dass sich über die Feiertage viele Menschen impfen lassen wollen.“ Die letzten Impfangebote vor dem Fest gibt’s heute in Neuenstein (Bürgerhaus Aua, Wiesenweg 3) und in Hauneck (Bürgerhaus Unterhaun, Rotenseer Weg 27) – jeweils von 11 bis 17 Uhr. Nach Weihnachten setzen die Impfteams ihre Tour am Montag, 27. Dezember, in Ludwigsau (Bürgerhaus Friedlos, Schulstraße 1a) und Rotenburg (Rathaussitzungssaal, Marktplatz 14) fort.

Wie viele Menschen sind mittlerweile geboostert?

Bislang haben mindestens rund 42 000 Menschen im Landkreis ihre Coronaimpfung auffrischen lassen. Exakt sagen lässt sich das nicht, da es nach wie vor keine gesammelte Statistik aller Impfakteure auf Kreisebene gibt. Fakt ist: Spitzenreiter beim Boostern sind nach wie vor die Hausärzte. Nach Auskunft der Kassenärztlichen Vereinigung haben die Arztpraxen im Landkreis bislang 31 549 Auffrischungsimpfungen verabreicht. Hinzu kommen die Drittimpfungen des Ende September geschlossenen Impfzentrums (555) und die seit dem 3. Dezember wieder reaktivierten mobilen Impfteams des Klinikums, die auf ihrer „Spritztour“ bereits 7829 Menschen geboostert haben. Für die dritte Säule der Impfkampagne, die Betriebsärzte, gibt es keine gesammelten Zahlen. Eine der größten Betriebsarztpraxen der Region, die Arbeitsmedizinische Untersuchungsstelle in Bad Hersfeld, hat nach Auskunft ihres kaufmännischer Leiters Florian Michl bis gestern rund 1800 Menschen geboostert.

Entscheiden sich denn jetzt noch viele Menschen für eine Erstimpfung?

Durchaus. Allein in den Hausarztpraxen haben sich seit Anfang Dezember fast 2500 Menschen erstimpfen lassen. Die mobilen Impfteams haben seit ihrer Reaktivierung laut Maike Henning rund 1100 Erstimpfungen verabreicht. Zwischenfälle wie nennenswerte Impfreaktionen habe es bislang bei den Impfteams nicht gegeben.

Viele Menschen werden vor dem Fest, wenn sie zur Familie fahren oder Verwandte treffen, einen Schnelltest machen. Was passiert, wenn dieser positiv ausfällt?

„Nach einem positiven Schnelltest muss ein PCR-Test gemacht werden“, teilt das Gesundheitsamt mit. Zudem seien positiv Getestete verpflichtet, sich unverzüglich in Quarantäne zu begeben – egal ob geimpft oder nicht geimpft. Für den PCR-Test dürfe die Isolation unterbrochen werden, so das Gesundheitsamt. Ist der PCR-Test negativ, ende automatisch auch die Quarantäne.

Was gilt für Kontaktpersonen von Infizierten mit einer Virusvariante wie Omikron?

„Wer mit einer Person in einem Haushalt lebt, die sich mit einer gefährlichen Virusvariante wie Omikron angesteckt hat, muss automatisch in Quarantäne“, sagt Peter Artelt aus dem Gesundheitsamt. „Das gilt in diesem Fall auch für geimpfte und genesene Haushaltsangehörige.“

Wer ordnet Quarantäne und PCR-Tests an?

Nach Angaben von Peter Artelt werden Quarantäne- und Testanordnungen „nur von den Ärzten, Gesundheitsaufsehern und Kontaktnachverfolgern“ ausgesprochen.

Wie kann es eigentlich sein, dass Menschen unterschiedliche Auskünfte vom Gesundheitsamt erhalten?

Grundsätzlich sei es so, dass das Amt strikt nach Gesetzeslage und den RKI-Empfehlungen handele, sagt Adelheid Merle, Leiterin der Behörde. Die Verordnungen müssten aber immer an die aktuelle Corona-Lage angepasst werden und könnten sich kurzfristig ändern. „Daher kann es durchaus sein, dass eine Person andere Auskünfte erhält als eine Person, die vielleicht vor drei Tagen, vor drei Wochen oder auch nur vor einem Tag mit dem Gesundheitsamt gesprochen hat“, so Merle. Das klinge nicht immer logisch, „ist aber die rechtliche Situation, an die das Gesundheitsamt als untere Gesundheitsbehörde nun mal gebunden ist“.

Mehr Infos im Internet auf: hef-rof.de/corona (Sebastian Schaffner)

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