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Lispenhäuser Künstlerin Ingrid Eichert stellt Werke im Rotenburger Kreiskrankenhaus aus

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Von: Lea-Sophie Mollus

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„Gut beschirmt“: Das Bild der Künstlerin Ingrid Eichert aus Lispenhausen schmückt das Foyer im Kreiskrankenhaus Rotenburg.
„Gut beschirmt“: Das Bild der Künstlerin Ingrid Eichert aus Lispenhausen schmückt das Foyer im Kreiskrankenhaus Rotenburg. © Lea-Sophie Mollus

„So bin ich halt“, sagt die Rentnerin. „Wenn ich Farbe habe, ist vor mir nichts sicher.“

Rotenburg – „Wer meine Kunst betrachtet, soll sich auf das Gute und Positive besinnen. Das steckt in jedem Menschen. Egal, in welcher Lebenssituation er sich gerade befindet.“ Das ist die Botschaft hinter Ingrid Eichert und ihren Werken, von denen die Künstlerin aus Lispenhausen aktuell 30 im Kreiskrankenhaus in Rotenburg ausstellt.

Wer die 76-Jährige sieht, stellt sofort fest, dass Farbe eine große Rolle in ihrem Leben spielt. Und frei nach ihrem Motto „Ich male, so wie ich lebe. Ich lebe, so wie ich arbeite“ überträgt sie das auf ihre Kunst, denn: „Inge“ Eichert malt ausschließlich bunte Bilder. „So bin ich halt“, sagt die Rentnerin. „Wenn ich Farbe habe, ist vor mir nichts sicher.“ Nachdem sie in Lispenhausen aufgewachsen ist, hat Eichert 47 Jahre lang in Wetzlar gelebt, bis sie vor neun Jahren in ihre Heimat zurückkehrte. Dort hat sie mit ihrem Mann Uli ein Haus gekauft und kernsaniert. „Das war meine Leinwand“, erzählt die Künstlerin, die ihre Kreativität auch auf Stühlen, Türen und Zäunen auslebt.

Wie Eichert zur Kunst gekommen ist, kann sie gar nicht genau sagen: „Es kam einfach so.“ Schon als Kind hat sie gerne gemalt, beim Telefonieren immer irgendetwas gekritzelt. Ideen und Inspirationen für ihre Bilder kommen der 76-Jährigen spontan, wie sie sagt – beim Spazieren durch die Welt oder beim Durchblättern von Zeitschriften, zum Beispiel. Auch ihr Mann inspiriert sie und gibt ihr manchmal Tipps, wie sie Kunstwerke optimieren könnte.

Wie oft sie zu Pinsel, Spachtel, Schwämmen oder Tüchern greift oder mit ihren bloßen Fingern die bunte Acrylfarbe auf den Leinwänden verteilt, entscheidet die 76-Jährige intuitiv. „Es muss von innen heraus kommen. Ich muss frei sein, um zu malen“, sagt sie. Dann malt sie so lange, bis es ihr gefällt, verändert aber auch gerne Details an schon abgeschlossenen Werken – wie bei „Gut beschirmt“: „Die Frau hatte vorher Pumps an, das gefiel mir nicht mehr, also habe ich ihr Gummistiefel angezogen.“ Sagt ihr ein Bild gar nicht mehr zu, überstreicht sie es auch gerne rigoros mit dunkler Farbe, um ein neues zu schaffen.

Zu der Ausstellung im Kreiskrankenhaus ist die 76-Jährige durch ihren Mann gekommen. Dieser war jedoch weniger mit dem Ziel, die Kunst seiner Frau zu vermarkten in der Klinik, sondern vielmehr als Patient. „Er hat ein Kärtchen von mir dagelassen, dann habe ich einen Anruf bekommen“, erzählt sie. So kam eins zum anderen.

Die 30 Bilder, die nun das Foyer, die Wände des Wegs zur Notfallambulanz und die der Privatstation schmücken, hat die Künstlerin passend zu der farblichen Gestaltung der jeweiligen Bereiche ausgewählt – jedoch nicht extra angefertigt. „Ich male nicht für irgendwen, nur für mich selbst“, sagt sie. Aufträge nimmt Eichert nicht an. Auch ums Geldverdienen geht es nicht. Am wichtigsten ist der Mutter, Oma und Uroma, dass ihre Werke Lebensfreude und Positivität ausstrahlen. „Das ist bei der ganzen Misere in der Welt wichtig“, sagt sie. Die gelernte Großhandelskauffrau und spätere Arztsekretärin greift in ihrer Kunst zwar auch gesellschaftlich relevante Themen wie den Klimawandel auf, manche Bilder haben aber keine tiefere Bedeutung.

Bis Ende des Jahres ist Eicherts Kunst noch im Rotenburger Kreiskrankenhaus zu sehen. Dort können die Werke auch käuflich erworben werden. (Lea-Sophie Mollus)

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