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Innenministerium zeichnet Stadt Rotenburg mit Kompass-Sicherheitssiegel aus

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Von: Christopher Ziermann

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Rotenburg ist nun offiziell Kompass-Kommune. Das Siegel hat Staatssekretär Stefan Sauer (Mitte) kürzlich an Bürgermeister Christian Grunwald überreicht. Im Rahmen des Sicherheitsprogramms hat die Stadt eng mit der Polizeistation und dem Polizeipräsidium, links repräsentiert vom Leiter der Abteilung Einsatz Klaus Wittich, zusammengearbeitet. Der neue Schutzmann vor Ort Stephan Glock ist in der Bildmitte zu sehen, gemeinsam mit weiteren Beteiligten des Kompass-Prozesses.
Rotenburg ist nun offiziell Kompass-Kommune. Das Siegel hat Staatssekretär Stefan Sauer (Mitte) kürzlich an Bürgermeister Christian Grunwald überreicht. Im Rahmen des Sicherheitsprogramms hat die Stadt eng mit der Polizeistation und dem Polizeipräsidium, links repräsentiert vom Leiter der Abteilung Einsatz Klaus Wittich, zusammengearbeitet. Der neue Schutzmann vor Ort Stephan Glock ist in der Bildmitte zu sehen, gemeinsam mit weiteren Beteiligten des Kompass-Prozesses. © Christopher Ziermann

Die Stadt Rotenburg ist vom Hessischen Innenministerium nun offiziell mit dem Kompass-Siegel ausgezeichnet worden.

Rotenburg – Die Abkürzung Kompass setzt sich zusammen aus den Worten Kommunalprogramm Sicherheitssiegel – das Sicherheitsgefühl der Bürger soll verbessert werden. In diesem Rahmen hat unter anderem eine ausführliche Befragung stattgefunden, an der knapp 950 Bürger teilgenommen haben.

Als Kompass-Kommune hat Rotenburg, gemeinsam mit Bebra, seit diesem Jahr mit Stephan Glock einen „Schutzmann vor Ort“ – wir berichteten. Seine Stelle wurde neu geschaffen. Er steht für die Bevölkerung als Ansprechpartner auch für niederschwelligere Themen bereit, wo eine gewöhnliche Polizeistreife nicht aktiv wird, wenn keine Straftat begangen wird – etwa wenn sich Bürger wegen „herumlungernden Jugendgruppen“ unwohl fühlen. Der neue Polizist ist für die Bürger die greifbarste Veränderung im Alltag, die unmittelbar auf das Kompass-Programm zurückgeht.

Darüberhinaus musste Rotenburg Sicherheitsmaßnahmen umsetzen, um vom Innenministerium mit dem Siegel ausgezeichnet zu werden. Dazu zählt zum Beispiel die Verkehrsberuhigung im Steinweg – also auch Vorhaben, die die Stadtpolitik unabhängig von Kompass bereits verfolgt hat. Im Rahmen der Bürgerbefragung war klar geworden, dass Sicherheit im Verkehr für die Rotenburger ein drängenderes Problem ist als die Angst vor Straftaten.

Bemerkenswert dabei ist, dass diese Schwerpunktsetzung der Rotenburger zu einem Zeitpunkt erfolgte, als die Bewohner der Erstaufnahmeeinrichtung in der Alheimer-Kaserne noch fester Bestandteil des Stadtbildes waren. Immer wieder geäußerte Ängste aus Teilen der Bevölkerung waren für die Stadt auch der Anlass für die Teilnahme am Sicherheitsprogramm – in der Umfrage zeigte sich dann aber, dass die breite Masse der Bevölkerung sich eher um die Sicherheit von Fußgängern und Radfahrern Sorgen macht.

Trotzdem wurden auch in Rotenburg sogenannte Angsträume identifiziert. So ist nun zum Beispiel ein Beleuchtungskonzept für den in der Dunkelheit von vielen als unheimlich empfundenen Schlosspark in Arbeit. Die Umsetzung lässt wegen Prüfungen zu Naturschutzauflagen aber noch auf sich warten.

Staatssekretär Stefan Sauer, der im Ministerium für die Polizei zuständig ist, hob bei einer Feierstunde im Rathaus explizit hervor, wie viel in Rotenburg schon vor der Kompass-Teilnahme im Bereich Prävention getan wurde und nannte dabei etwa den seit 2010 bestehenden Präventionsrat, in dem zahlreiche Akteure unter anderem von Jugendpflege, Kirchen und Schulen zusammenarbeiten.

Bürgermeister Christian Grunwald betonte, dass der Erhalt des Siegels kein „Schlusspunkt“ der Teilnahme am Programm sei, sondern als Meilenstein für die Sicherheit der Bürger gesehen werden müsse. Besonders wertvoll an Kompass sei das enge Netzwerk, das zwischen Stadt, Polizei, Ehrenamtlichen und Institutionen wie Schulen entstehe. Die gemeinsame Arbeit werde natürlich fortgeführt.

Dieses Netzwerk in Verbindung mit dem Schutzmann vor Ort sieht auch Staatssekretär Sauer als Grundlage dafür, dass der „sehr gute Status Quo“ in Rotenburg erhalten bleibt. „Jemanden in Uniform als Ansprechpartner zu haben, das ist ein Geschenk. Wenn man zur Polizeistation geht, hat man ja manchmal das Gefühl, gerade unpassend zu kommen“, sagte der Staatssekretär.

Rotenburg ist erst die achte der 422 hessischen Kommunen, die das Siegel erhält. Mit dabei beim Kompass-Programm sind laut Innenministerium 122 Städte und Gemeinden – darunter zum Beispiel Bebra, wo demnächst die Bürgerbefragung stattfindet.

Die Stadtpolitik in der Kreisstadt Bad Hersfeld hatte sich gegen eine Teilnahme ausgesprochen. Für Grunwald ist das unverständlich. Das Sicherheitsprogramm des Innenministeriums sei ein Gewinn für die Kommunen. „Heute ist ein sehr guter Tag für die Stadt Rotenburg“, sagte der Bürgermeister. (Christopher Ziermann)

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