50 Jahre Brieffreundschaft zwischen Rotenburger und Engländer

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Roland hat für das obligatorische Foto in diesem Jahr extra T-Shirts drucken lassen.

Rotenburg. Seit 50 Jahren sind sie befreundet - früher tauschten sie Briefe aus, heute schreiben sie sich E-Mails: Der Rotenburger Karl-Heinz Roland und sein „Penfriend" Ronald Roper.

Diese langjährige (Brief-) Freundschaft ist bereits in der Schulzeit entstanden, als Karl-Heinz Roland mit seiner Klasse von der Albert-Schweitzer-Schule am Schüleraustausch mit der Carlton-le-Willows Technical Grammar School in Gedling (Nottingham) teilnahm.

„Auch nach 50 Jahren stehen wir immer noch in Kontakt und besuchen uns in unregelmäßigen Abständen“, erklärt Roland. Erst kürzlich war er wieder in England zu Besuch und feierte dort nicht nur die Hochzeit von Ropers ältestem Sohn, sondern auch das halbe Jahrhundert ihrer Freundschaft. Soviel Karl-Heinz Roland, der heute in Kassel lebt, weiß, hat keiner seiner damaligen Schulkameraden mehr Kontakt zu seinem englischen Austauschschüler.

Früher und heute: Bei jedem Besuch in England stellen Karl-Heinz Roland (rechts) und Ronald Roper ihr erstes gemeinsames Foto in Ropers Garten nach.

Den ersten Schritt machte im Jahr 1965 die englische Schulklasse, die ihre deutschen Partner für zwei Wochen besuchte. An ein Erlebnis aus dieser Zeit erinnert sich Roland immer wieder gern: „Mein Freund war auf der Suche nach Pommes Frites, die in England „Chips“ heißen. Er hat immer geschimpft, als meine Mutter ihm daraufhin Kartoffelchips besorgte“, lacht Roland. Sehr erleichtert sei der Engländer gewesen, als er neben dem damaligen Kino in Rotenburg endlich einen Frittenwagen entdeckt habe. Auf diesen ersten Kontakt folgte der Besuch der deutschen Schüler in England.

Zunächst gab es allerdings Probleme, da Roland bei einem Zwischenstopp in Köln sein ganzes Gepäck verloren hatte. Der englische Zollbeamte war dann etwas skeptisch, da Roland mit leeren Händen und einem noch schnell besorgten Ersatzpass einreisen wollte, ließ ihn aber doch passieren. „Meine Gastfamilie kümmerte sich aber gut um mich und besorgte mir die wichtigsten Dinge, wie etwa eine Zahnbürste“, erinnert sich Karl-Heinz Roland.

Den Kontakt halten mittlerweile nicht mehr nur die beiden Männer, auch ihre Familien sind eng befreundet. So waren schon beide Töchter des Wahlkasselers zu Besuch in England. Außerdem besteht nun schon seit 1978 zwischen Rotenburg und Gedling eine Städtepartnerschaft. „Früher hatten aber noch mehr Vereine Kontakt nach England als heute“, bedauert Roland.

Bei jedem Besuch stellen die beiden Freunde ihr erstes gemeinsames Foto aus dem Jahr 1965 auf der Wiese hinter Ronald Ropers Haus nach. „Nach 50 Jahren ist uns in diesem Jahr das Aufstehen nach dem Fotoshooting aber nicht mehr ganz so leicht gefallen wie früher“, lacht Roland.

Von Sarah Rössing

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