Jugendhof in Rotenburg soll Notunterkunft für Flüchtlinge werden

Rotenburg. Bald kommen die ersten Asylbewerber in die Erstaufnahmeeinrichtung in Rotenburg. Jetzt sorgen Pläne für Wirbel, das Haus 2 des Kreisjugendhofs als Notunterkunft zu nutzen.

Der Landkreis Hersfeld-Rotenburg plant, im Notfall auch im Kreisjugendhof in Rotenburg kurzzeitig Notunterkunftsplätze für Asylbewerber zur Verfügung zu stellen. Das bestätigte Sozialdezernentin Elke Künholz auf Anfrage.

Dabei gehe es um einen Notfallplan, bei dem niemand wisse, ob er überhaupt in Anspruch genommen werden muss. Dieser Notfallplan sei vom Kreisausschuss auch noch nicht beschlossen worden.

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„Es geht nicht darum, weitere Asylbewerber dauerhaft in Rotenburg unterzubringen“, betonte Künholz. Rotenburg sei mit der Erstaufnahmeeinrichtung in der Kaserne genug belastet. Im Jugendhof sollen Asylbewerber im Notfall nur für wenige Tage bis höchstens 14 Tage untergebracht werden. Deshalb widerspreche dieses Vorhaben auch nicht den Zusagen, die das Land und der Kreis der Stadt Rotenburg gemacht hätten. Der Kreis werde keine weiteren Wohnungen in Rotenburg anmieten.

Der Notfallplan trete dann ein, wenn es zu Sonderzuweisungen durch das Land an den Kreis komme, zum Beispiel über Feiertage.

Der Jugendhof sei das einzige kreiseigene Gebäude, das dem Kreis im ernstfall sofort problemlos verfügbar sei. Geplant ist die Asylsuchenden in Haus 2 unterzubringen - dem hinteren, kleineren Gebäude. Nach Informationen unserer Zeitung sieht der Plan eine Unterbringung von bis zu 18 Personen vor. „Über die Zahl sei noch nicht gesprochen worden“, erklärte Künholz. Gruppen, die dort gebucht hätten, sollten nach Möglichkeit nicht verdrängt werden.

Der Plan stößt auf heftigen Widerstand. Der Fraktionsvorsitzende der CDU im Kreistag, Herbert Höttl, sprach von "Wortbruch" und "Überforderung der Bürger".

Rotenburgs Bürgermeister Christian Grunwald (CDU) äußerte sich ähnlich. "Vertreter vom Land Hessen und vom Kreis haben uns mehrfach zugesagt, dass eine weitere Unterbringung von Flüchtlingen neben den bereits angemieteten Wohnungen und der Erstaufnahmeeinrichtung nicht in Frage kommt", sagte Grunwald. Er könne dieses Vorhaben in keinster Weise nachvollziehen. "Ich gehe auch nicht davon aus, dass der Plan eine Mehrheit im Kreisausschuss findet."

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