Alheimer-Kaserne in Rotenburg soll bald 700 Flüchtlinge aufnehmen

Ist jetzt eine Asylunterkunft: Vor dem Tor der Alheimer-Kaserne in Rotenburg. Foto: Janz

Rotenburg. Seit zwei Wochen sind Flüchtlinge in der Alheimer-Kaserne untergebracht. 552 sind es derzeit, aber schon Ende kommender Woche ist Platz für bis zu 700 Asylbewerber.

Die Alheimer-Kaserne soll möglichst schnell zu einer vollwertigen Erstaufnahmeeinrichtung ausgebaut werden. Erst dann zählen die Flüchtlinge als Rotenburger, was sich positiv auf die Finanzen der Stadt auswirkt.

Bislang ist sie Außenstelle der Erstaufnahme Gießen, erläuterte Sozial-Staatssekretär Dr. Wolfgang Dippel bei einem Besuch vor Ort. Deshalb sind die Flüchtlinge derzeit in Gießen gemeldet. Erst wenn sie offiziell Rotenburger sind, schlägt sich das auf die Schlüsselzuweisungen nieder, und die Stadt erhält mehr Geld.

Doch bis dahin muss eine eigenständige medizinische Versorgung in der Kaserne aufgebaut werden. Derzeit werden laut Dippel unter anderem Ärzte, Krankenschwestern und anderes Personal gesucht. Auch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, das die Asylverfahren bearbeitet, muss für ein vollwertiges Erstaufnahmelager eigenes Personal nach Rotenburg schicken - die Voraussetzung, dass mindestens 500 Flüchtlinge im Lager leben, sind inzwischen gegeben.

Freitagmorgen waren nämlich laut Koordinator Thomas Baader 552 Menschen in der Kaserne untergebracht bei 13 freien Plätzen. Kommenden Donnerstag werde das nächste Gebäude in Betrieb genommen mit 146 weiteren Plätzen.

Dann könnten etwa 700 Menschen in der Kaserne unterkommen - 100 mehr, als das Land für die Anfangsphase angekündigt hat. Dippel warb um Verständnis, dass die Prognosen angesichts des großen Zustroms revidiert werden. Dieses Wochenende wird die Zahl der Flüchtlinge in Hessen wohl erstmals über 10 000 steigen: „Ich bin dankbar für jede feste Unterkunft, damit wir die Menschen nicht in Zelten unterbringen müssen“, sagt Dippel. Es bleibe aber dabei, dass nach dem Abzug der letzten Soldaten möglichst maximal 900 Asylbewerber in der Kaserne untergebracht werden.

Derzeit vor allem Familien 

Mehr zur Alheimer-Kaserne finden Sie im Regiowiki.

Die meisten Asylbewerber, die derzeit in der Alheimer-Kaserne untergebracht sind, stammen aus Syrien. Als Bürgerkriegsflüchtlinge haben sie eine fast sichere Aussicht auf Asyl in Deutschland, sagt Europa-Staatsminister Michael Roth, der die Einrichtung am Freitag besucht hat. Anders die Angehörigen der zweitgrößten Gruppe im Lager: Bei den Albanern liegt die Anerkennungsgruppe unter einem Prozent. Sie werden in Gesprächen auf die Ablehnung ihres Asyls vorbereitet. Einige kehren sogar freiwillig zurück, sagt Roth. In der Kaserne leben aktuell vor allem Familien mit Kindern. Die alleinreisenden Männer sind laut Koordinator Thomas Baader, in der Minderheit.

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