130 Zuhörer beim Bürgerforum

Keine Moschee in der Erstaufnahme Rotenburg

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Standen Rede und Antwort: Bürgermeister Christian Grunwald (links) und der Leiter der Erstaufnahme in der Alheimer-Kaserne, Thomas Baader, stellten sich beim Forum im Rotenburger Bürgersaal den Fragen des Publikums. 

Rotenburg. Die Stadt Rotenburg setzt ihre Öffentlichkeitsarbeit in Sachen Asylunterkunft fort. Sie räumt auch mit dem Gerücht auf, es werde eine Moschee in der Kaserne geben.

Zum dritten Bürgerforum kamen 130 Zuhörer in den Bürgersaal am Bahnhof, um Neuigkeiten zu erfahren und Fragen zu stellen. Hier die wichtigsten Informationen:

Kosten der Erstaufnahme

„Die Stadt zahlt für die Erstaufnahmeeinrichtung und ihren Betrieb keinen Cent“, sagte Bürgermeister Christian Grunwald auf die Frage, wie die Asylunterkunft die Schutzschirmkommune Rotenburg finanziell belaste. Im Gegenteil: Rotenburg profitiere in mehrfacher Hinsicht von den Flüchtlingen. Sie sollen spätestens ab 31. Dezember als Einwohner gelten und damit dafür sorgen, dass die Stadt mehr Schlüsselzuweisungen vom Land erhält. Zusätzlich kann Rotenburg auf Geld aus einem speziellen Fonds zugreifen. Und dann profitiere auch der Einzelhandel durch die Einkäufe der Flüchtlinge - und damit auch der Stadtsäckel, sagt Grunwald.

Keine religiöse Handlungen

Ein neues Gerücht, das in der Stadt herumgeht, besagt, das in der Alheimer-Kaserne eine Moschee eingerichtet werde. „Das ist blanker Unsinn“, kommentiert Einrichtungsleiter Thomas Baader. Es werden überhaupt keine Räume für religiöse Zwecke zur Verfügung gestellt - für keine Religion. Entsprechend wird laut Baader in der Erstaufnahme auch nicht geschächtet, wie ein anderes Gerücht besagt.

Sprachunterricht

Der Verein Gemeinsam in Rotenburg wird ab Mitte Oktober Sprachunterricht für die Bewohner anbieten. 20 ehemalige Lehrer haben sich dafür zur Verfügung gestellt, erklärte der Vorsitzende Karl-Heinz Lies unter dem Beifall der Zuhörer. Zunächst soll der Sprachunterricht bis Ende des Jahres laufen.

Zahl der Flüchtlinge

Derzeit sind etwa 750 Asylbewerber in der Kaserne untergebracht, wobei die Zahl täglich schwankt. Aufgrund der guten Betreuung durch das Rote Kreuz und die Radiologiepraxis Flicker sind alle untersucht, geröntgt und frei von ansteckenden Krankheiten, sagt Baader. Auf Nachfrage erklärte er, dass die Kaserne grundsätzlich Platz für bis zu 1500 Asylbewerber bietet, wenn die Bundeswehr Anfang 2016 endgültig abgezogen ist.

Das Land wollte bisher stets maximal 900 Asylbewerber in der Kaserne unterbringen. Das hält Bürgermeister Grunwald angesichts der vielen Flüchtlinge für längst überholt: „Die Zahl 900 wird nicht gehalten.“

Zufrieden sei er, dass es bisher wenig Vorkommnisse in der Stadt gegeben hat. „Die Stadt verkraftet die 750 bis jetzt gut“, sagte Grunwald, „die Frage ist, was passiert, wenn die Einrichtung an ihre Grenzen kommt.“

Ehrenamtliches Engagement

Die vielen Menschen, die sich bei der Betreuung der Flüchtlinge engagieren wollen, müssen sich weiter gedulden. Laut Einrichtungsleiter Baader kann es noch dauern, bis endlich ein Begegnungszentrum eingerichtet wird. Es soll Anlaufstelle für Flüchtlinge und Ehrenamtliche werden. „Das ist derzeit mein vornehmlichstes Drängen“, sagte Baader.

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