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Bestraft wegen Kinderpornografie: Rotenburger am Amtsgericht in Bad Hersfeld verurteilt

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Von: Mario Reymond

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 Das Bild zeigt eine Justitia-Statue.
Symbolbild Gericht © Peter Steffen/DPA

Wegen des Besitzes und des Vertreibens von kinderpornografischen Bild- und Videodateien musste sich ein Mann aus Rotenburg jetzt in Bad Hersfeld vor Gericht verantworten.

Bad Hersfeld – Ein 47 Jahre alter Rotenburger ist vor dem Schöffengericht am Amtsgericht in Bad Hersfeld wegen des Besitzes und des Vertreibens von kinderpornografischen Bild- und Videodateien über sein Tablet und seinen Rechner zu einer Haftstrafe von einem Jahr und drei Monaten verurteilt worden. Die Strafe wird auf drei Jahre zu Bewährung ausgesetzt.

Der Angeklagte bezeichnete das alles als große Dummheit. So standen bereits im Jahr 2016 erstmals Kriminalpolizisten vor seiner Tür, um seine Rechner zu beschlagnahmen, da sich auf diesen kinderpornografische Inhalte befinden würden. Das konnte sich der Rotenburger nicht erklären. Er habe seinerzeit lediglich Kinofilme und Computerspiele von der Internetplattform „eMule“ heruntergeladen. Was er bis dahin nicht gewusst habe: Dass er beim Laden der Filme und Spiele auch andere Dinge mit von der Festplatte des Gegenübers auf seine eigenen Rechner platziert. Eben derart abstoßende und verbotene Dateien, die Sex mit Kindern unter 14 Jahren zeigen.

Nachdem er damals ungeschoren davongekommen war, hätte er „eMule“ eigentlich meiden müssen. Da er aber süchtig nach Online-Casino- und Computerspielen war, machte er weiter. Und mehr noch: Er begab sich aktiv auf die Suche nach kinderpornografischen Inhalten, die er bis dahin nur im Darknet vermutete.

Er habe also von September 2017 bis Januar 2018 gezielt und exzessiv über „eMule“ nach kinderpornografischen Inhalten auf anderen Rechnern gesucht. Und während er selbst am Computer gespielt habe, diese im Hintergrund auf seinem Rechner gespeichert. Im Detail will er die Dateien gar nicht alle gesichtet haben. Allerdings waren andere „eMule“-Nutzer, die bei ihm auf Datensuche gegangen waren, natürlich in der Lage, Dinge von seiner Festplatte auf ihre Festplatten zu kopieren. Auch die Kinderpornos, nach denen er selbst nur gefahndet habe.

„Ich habe keine sexuellen Bedürfnisse mit Kindern und jetzt sitze ich hier. Mein Leben ist im Arsch“, sagte der 47-Jährige in seinem Schlusswort. Denn als die Vorwürfe bekannt wurden, habe sich seine Frau von ihm getrennt und die beiden kleinen Kinder mitgenommen. Zwar habe er regelmäßig Kontakt zu allen, aber so wie früher sei es nicht mehr.

Der Rotenburger muss zudem 150 Stunden gemeinnützige Arbeit binnen neun Monaten leisten und innerhalb eines Jahres zehn Gespräche mit Pro Familia führen. (Mario Reymond)

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