Erklärung von Koch, Künholz und fünf Fraktionsvorsitzenden

Klinik-Umbau Hersfeld Rotenburg: Politiker werben gemeinsam um sachliche Debatte

Das Bild zeigt eine Luftaufnahme des Herz-Kreislauf-Zentrums in Rotenburg an der Fulda.
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Das Herz-Kreislauf-Zentrum in Rotenburg beschäftigt rund 700 und gehört zum Konzern des Klinikums Hersfeld-Rotenburg.

Der Kreistag wird beim Radikalumbau des Klinikums Hersfeld-Rotenburg miteinbezogen und „unter haushaltsrechtlichen Aspekten letztendlich die hier notwendigen Beschlüsse treffen“.

Hersfeld-Rotenburg – Das betonen Landrat Dr. Michael Koch (CDU), die Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz (SPD) sowie alle Kreistagsfraktionsvorsitzenden mit Ausnahme von AfD und Linke/Offene Fraktionsgemeinschaft. Man arbeite intensiv daran, die stationäre medizinische Versorgung in eine gute Zukunft zu führen.

In der Erklärung wird darauf verwiesen, dass die Ergebnisse des 2019 in Auftrag gegebenen externen Sanierungsgutachtens in den kommenden Wochen vom Aufsichtsrat und der Gesellschafterversammlung bewertet werden sollen. „Beratungen stehen bevor, um dann die notwendigen Beschlüsse treffen zu können.“ Im von Manfred Fehr (SPD, Rotenburg), Herbert Höttl (CDU, Bebra), Kaya Kinkel (Grüne, Wildeck), Jörg Brand (FWG, Bebra) und Bernd Böhle (FDP, Bad Hersfeld) unterzeichneten Schreiben heißt es weiter: „Alle Beteiligten müssen sich dabei ihrer Verantwortung für die über 3100 Mitarbeitenden, die Gesundheitsversorgung der Region, die Klinikstandorte und letztlich für den gesamten Landkreis bewusst sein. Die zuletzt in Umlauf geratenen Gerüchte, Vorurteile und Forderungen in Bezug auf die geplanten Umstrukturierungen tragen nicht zur Verbesserung der Gesamtsituation, des Klimas und einer sachlichen Entscheidungsfindung bei. Dies hat leider zu unnötigen Verunsicherungen bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern geführt.“ Konkrete Beispiele für die angesprochenen Gerüchte werden in der Erklärung nicht benannt.

Eine gute und nachhaltige Gesundheitsversorgung der Menschen in der Region sei wesentlicher Aspekt der Daseinsvorsorge. „Wir wissen, dass wir zeitnah Beschlüsse fassen müssen, die es uns auch in zehn Jahren noch möglich machen, ein kommunal getragenes Klinikum in unserem Landkreis zu haben. Wir wollen um den besten Weg ringen, wie dieses Ziel erreicht werden kann.“ Für das gemeinsame Ziel werde man hart arbeiten und in einer sachlichen Debatte die Gesamtsituation bewerten, um Lösungen zu finden. Man bitte um Unterstützung und freue sich über jeden, der dabei unterstützen möchte.

Das Klinikum habe in den vergangenen Jahren sowohl am Standort Bad Hersfeld als auch in Rotenburg am HKZ Defizite in Höhe mehrerer Millionen Euro erwirtschaftet. Mehrfach verweisen die Unterzeichner darauf, dass sich für Krankenhäuser „die bundes- und landespolitischen Rahmenbedingungen in den vergangenen Jahren dramatisch geändert haben und uns dadurch die Luft zum Atmen immer mehr genommen wird“. Dabei spielten unter anderem die sinkenden Fallzahlen und kürzer werdenden Krankenhausaufenthalte eine Rolle, was für die Gesellschaft sehr erfreulich, aber für die Kliniken existenzgefährdend sei.

„Beim Blick über unsere Region hinaus bedrückt uns, dass derzeit alle kommunalen Kliniken in Nordhessen rote Zahlen schreiben und immer mehr Einrichtungen geschlossen oder vollständig privatisiert werden müssen.“ Daher sei ein großer parteiübergreifender Konsens in der Region nötig, um das Ziel einer dauerhaften, guten und finanzierbaren medizinischen Versorgung zu erreichen und möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten. Andererseits benötige man auch Hilfe der Landes- und der Bundesregierung sowie der Krankenkassen.

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