Klinikverbund in der Krise

Klinikum Hersfeld-Rotenburg: Aufsichtsrat empfiehlt HKZ-Verlegung

Herz-Kreislauf-Zentrum in Rotenburg an der Fulda des Klinikum Hersfeld-Rotenburg, HKZ, aufgenommen: 29. bis 31.07.2019. Foto: Thomas Lohnes für HKZ/nh
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Soll nach dem Zukunftskonzept der Wirtschaftsprüfer mit dem Klinikum Bad Hersfeld verschmelzen: Das Rotenburger Herz-Kreislauf-Zentrum. Die Entscheidung fällt letztlich die Gesellschafterversammlung.

Die Luft für das Herz-Kreislauf-Zentrum (HKZ) in Rotenburg wird dünner: Der Aufsichtsrat des Klinikums hat am Montag die Verlegung der Akutversorgung nach Bad Hersfeld empfohlen.

Hersfeld-Rotenburg – Der Aufsichtsrat des Klinikums spricht sich dafür aus, das vom Wirtschaftsprüfungsunternehmen Curacon erarbeitete Zukunftskonzept für den angeschlagenen Klinikverbund umzusetzen. Das Curacon-Papier sieht unter anderem vor, dass die akutmedizinischen Abteilungen des HKZ nach einer mehrjährigen Übergangsphase ans Bad Hersfelder Klinikum verlagert werden sollen. Lediglich die Reha soll in Rotenburg bleiben. Am HKZ arbeiten derzeit 700 Menschen. 

Nach dreistündiger, nicht-öffentlicher Beratung hatte der Aufsichtsrat gestern eine entsprechende Empfehlung an die Gesellschafterversammlung ausgesprochen, heißt es in einer Mitteilung des 14-köpfigen Gremiums, dessen Vorsitzender Landrat Dr. Michael Koch (CDU) ist. Die Entscheidung, ob und welche der Pläne – Klinikum-Geschäftsführer Rolf Weigel sprach Anfang des Monats von 17 Einzelmaßnahmen – tatsächlich umgesetzt werden, trifft letztlich die Gesellschafterversammlung, die aus Mitgliedern des Kreisausschusses besteht. Sie tagt nach Informationen unserer Zeitung Anfang kommender Woche. 

Landrat Koch will am 14. September im Kreistag Rede und Antwort stehen 

„Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass sich die wirtschaftliche Situation des Klinikums Bad Hersfeld sowie des HKZ in den nächsten Jahren weiter und zwar dramatisch verschlechtern wird, wenn wir keine strukturellen Anpassungsmaßnahmen treffen“, heißt es in dem Statement. „Unser wichtigstes Anliegen ist, auf Kreisebene so viele Arbeitsplätze wie möglich zu erhalten“, so Landrat Koch. „Wir müssen deshalb eine Lösung für die gesamte Region finden. 

Der Weg aus der derzeitigen Lage des Klinikums gelingt uns nur mit tiefgreifenden Einschnitten.“ Koch kündigte an, dass er im Kreistag (14. September, 14.30 Uhr, Gesamtschule Geistal in Bad Hersfeld) über die Situation des Klinikverbundes informieren will. Das Klinikum Hersfeld-Rotenburg, zu dem das Bad Hersfelder Klinikum und das HKZ gehören, steckt in einer schweren Krise. Nach Angaben der Geschäftsführung beläuft sich das Defizit für 2019 auf 13,2 Millionen Euro.

Widerstand aus Rotenburg: Online-Petition setzt sich für HKZ-Erhalt ein

Nachdem die Klinikum-Geschäftsführung Anfang August die geplanten Umstrukturierungen vorgestellt hatte, gab es von vielen Seiten Kritik – vor allem an der geplanten HKZ-Verlagerung. Zuletzt hat die Initiative „Bürger-Herz“ im Internet eine Petition für den Erhalt der Akutversorgung gestartet. Bis Montagabend hatten nach Angaben der Initiative bereits 4678 Menschen unterschrieben.

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