Rotenburger kommt mit dem Schrecken davon

Knall statt Erleuchtung: Deshalb können Glühbirnen explodieren

Ist mit dem Schrecken davongekommen: Andreas Hopp drückte auf den Lichtschalter, und die Glühbirne explodierte. In dem kleinen Bild oben links sind die Überreste der zerstörten Glühbirne zu sehen. Die Fassung ist verkohlt, das Glas zersplittert. Fotos: Peukert

Rotenburg. Andreas Hopp betätigt den Lichtschalter im Flur, es schlagen Funken und es ertönt ein lauter Knall. Die Glühbirne ist explodiert. Doch wie kommt es zu so etwas?

Bei Hopp ist der Glaskörper in kleinste Teile zersprungen und die Sicherung ist rausgeflogen.

Passiert ist das am Abend des 6. September in Rotenburg. Verletzt wurde bei dem Zwischenfall zum Glück keiner. „Doch das hätte auch im wahrsten Sinne des Wortes ins Auge gehen können“, erinnert sich Hopp. Er war zu Besuch bei Angelika Schmidt. „Es hat einen richtigen Schlag gegeben. Ich bin dann sofort raus in den Flur“, erzählt sie.

Ein größerer Schaden ist bei dem Vorfall nicht entstanden. Auch der Lampenschirm ist heil geblieben. „Ich hatte Glück, dass der Lampenschirm die zahlreichen Splitter gezielt in Richtung Tür gelenkt hat“, sagt Hopp, der mehrere Jahre als Schlosser bei Stadtwerken in Norddeutschland gearbeitet hat.

Die Glühbirne hatte Angelika Schmidt im Jahr 2012 kurz vor der Schließung der Schlecker-Filiale in Bad Hersfeld gekauft. Seit knapp einem Jahr war sie in Betrieb. Laut Verpackung stammt das Leuchtmittel von dem Hersteller German Battery Trading (GBT).

Wie kommt es dazu, dass eine handelsübliche 40-Watt-Glühlampe explodiert? „Es ist möglich, dass Sauerstoff in den Glaskolben gelangt ist. Dieser dehnt sich bei Hitze aus und erhöht den Druck auf die Birne. Wenn dann der Lichtschalter betätigt wird und sich der Glühfaden erhitzt, kommt es zur Explosion des Glaskörpers“, erklärt Sven Carbow. Er ist der Geschäftsführer von German Battery Trading.

Wie Sauerstoff in das Leuchtmittel gelangen konnte, könne nur eine Untersuchung im Labor klären. Da die Glühbirne bis auf die Fassung bei der Explosion zerstört worden ist, lässt sich die Ursache jedoch vermutlich nicht mehr ermitteln.

Ein weiterer Fall einer solchen Glühbirnenexplosion ist Carbow nicht bekannt. „Allerdings haben wir Schlecker auch nur kurzzeitig beliefert“, sagt er. LED-Lampen sind laut Carbow von solchen Explosionen nicht betroffen, da sie sich nicht so stark erhitzen.

Andreas Hopp ist mit dem Schrecken davongekommen. Doch er rät jedem: „Beim Lichteinschalten sollte man nie direkt in das Leuchtmittel schauen.“

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