Kran kracht in Oberleitung: Bahnverkehr in Lispenhausen lahmgelegt

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Von der Oberleitung befreit: Nachdem der Lastenkran die Oberleitung gerammt und sich in dieser verhakt hatte, rückten Bahn-Mitarbeiter mit einem Spezialfahrzeug für die Instandhaltung von Oberleitungen an. Mithilfe des sogenannten Turmverbrennungstriebwagens (TVT) befreiten sie den Lastwagen von den Leitungen.

Lispenhausen. Ein Lastwagen ist am Lispenhäuser Bahnübergang in die Oberleitung gekracht. Über viele Stunden wurde der Bahnverkehr deshalb in Lispenhausen gesperrt.

Ein vermeintlich kleiner Unfall mit großen Auswirkungen für alle Bahnfahrer – der hat sich am Dienstagvormittag in Lispenhausen ereignet: Ein 50-jähriger Rotenburger beschädigte dort gegen 11.15 Uhr am Bahnhof Lispenhausen mit dem Lastenkran seines Lastwagens die Oberleitung. Personen wurden nach Angaben der Bundespolizeiinspektion Kassel, die in diesem Fall die Ermittlungen aufgenommen hat, nicht verletzt. 

Aktualisiert um 17.55 Uhr.

Die Bahnstrecke zwischen Bebra und Heinebach wurde gesperrt. „Bei einem solchen Unfall wird der Strom sofort automatisch abgeschaltet“, erklärte Jörg Dobrinski, der für die Bundespolizei vor Ort war. Um die Bergungsarbeiten sicher ausführen zu können, sei die Oberleitung mit 15 000 Volt Stromspannung abgeschaltet und geerdet worden. 

„Eine Gefahr durch einen Stromschlag hat es also zu keinem Zeitpunkt gegeben“, sagte Dobrinski. Ebenso habe es auch keine Gefahr für den Zugverkehr gegeben, weil es auf diesem Streckenabschnitt keine schnell fahrenden Züge gebe, erklärte der Bundespolizei-Oberkommissar. Durch den Vorfall kam es allerdings zu erheblichen Behinderungen im Bahnverkehr. Ein Schienenersatzverkehr wurde eingerichtet. Die Züge fuhren bis Bebra und dann wieder ab Heinebach. Dazwischen mussten Fahrgäste in Busse umsteigen. 

Der Bahnübergang blieb auch nach 15 Uhr, nachdem der Lastwagen weggefahren werden konnte, zunächst noch gesperrt. Das Gleis Richtung Norden wurde um 16.30 Uhr freigegeben, die gesamte Strecke soll gegen 19 Uhr wieder befahrbar sein. 

Der Unfall ereignete sich, als der 50-Jährige den Bahnübergang überqueren wollte, um zu wenden. Beim Befahren des Bahnübergangs verhakte sich der offensichtlich nicht vollständig eingefahrene Lastkran seines Lkw mit dem Fahrdraht der Oberleitung und beschädigte diese. Ein Leitungsseil riss dabei ab. Bundespolizisten sicherten die Unfallstelle ab. Wie hoch der Sachschaden ist, war bei Redaktionsschluss noch offen.

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