Kooperation mit Klinikum Eisenach

Nachfrage nach Krebs-Sprechstunde im Kreiskrankenhaus Rotenburg ist hoch

Onkologie am Kreiskrankenhaus in Rotenburg. Christiane Marth (links) und Dr. med. Christiane Hering-Schubert bieten eine Sprechstunde für Krebserkrankungen an.
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Onkologie am Kreiskrankenhaus in Rotenburg. Christiane Marth (links) und Dr. med. Christiane Hering-Schubert bieten eine Sprechstunde für Krebserkrankungen an.

Seit Mai ist das KKH eine Außenstelle des onkologischen Zentrums des Eisenacher St.-Georg-Klinikums.

Rotenburg – Als Dr. Christiane Hering-Schubert im Mai mit ihrer Sprechstunde für Krebserkrankungen im Rotenburger Kreiskrankenhaus (KKH) begann, hatte sie drei Patienten. Heute, gut ein halbes Jahr später, kommt die leitende Ärztin für Onkologie kaum noch hinterher. Der Schwerpunkt im Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) des Kreiskrankenhauses liegt auf der chirurgischen Onkologie. Behandelt werden sogenannte solide Tumore, zum Beispiel Darm-, Magen-, Lungen- und Bauchspeicheldrüsenkrebs.

Dr. Christiane Hering-Schubert kommt für ihre Sprechstunde einmal die Woche ins Kreiskrankenhaus. Patienten empfängt sie immer dienstags von 13 bis 18.30 Uhr.

Die 50-Jährige ist Leiterin des onkologischen Zentrums in Eisenach und bringt stets eine Tumordokumentarin aus der Wartburgstadt mit. Zudem unterstützen drei KKH-Mitarbeiter die Arbeit in der Außenstelle, hinzukommen Ärzte und Mitarbeiter der jeweils beteiligten Fachbereiche, mit denen Hering-Schubert permanent in Kontakt steht.

„Für uns und die Region ist die Außenstelle des onkologischen Zentrums ein großer Gewinn“, sagt Dr. Martin Oechsner, medizinischer Geschäftsführer des KKH nicht ohne Stolz. „Das zeigt auch, dass in Rotenburg nicht alles den Bach runtergeht, sondern dass hier etwas aufgebaut wird“, so Oechsner mit Blick auf die geplante Verlegung des Herz-Kreislauf-Zentrums von Rotenburg nach Bad Hersfeld. „80 bis 90 Prozent der onkologischen Tumore können wir jetzt hier vor Ort betreuen“, so Oechsner. Bislang habe das vom Evangelischen Diakonieverein Berlin-Zehlendorf betriebene Krankenhaus Krebs-Patienten nach der operativen Therapie in andere onkologische Zentren überwiesen.

Auch das Eisenacher Klinikum, zu dem das KKH seit Jahren gute Beziehungen unterhält – Hering-Schubert ist bereits seit 2017 im Sinne der Kooperation in Rotenburg tätig –, profitiere von der neuen Außenstelle, weil es so sein Einzugsbereich vergrößern könne. Genutzt werde die Sprechstunde etwa von Patienten aus Rotenburg, Bebra, Alheim, Wildeck, aber auch aus Spangenberg (Schwalm-Eder-Kreis), berichtet Hering-Schubert.

Im MVZ zählt sie inzwischen durchschnittlich 15 bis 20 Patienten pro Tag, stationär sind es sieben. „Wir müssen uns allmählich Gedanken machen, wie wir unser Angebot logistisch und personell erweitern können, um die große Nachfrage zu decken“, sagt sie. Konkrete Planungen gebe es zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht.

Kontakt: 06623/8653-15 oder -18

Die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie rechnet damit, dass die Zahl der Krebserkrankungen in Deutschland steigen wird. In ihrer Prognose geht sie davon aus, dass die Anzahl neuer Krebsfälle bis zum Jahr 2025 um über 50.000 auf etwa 525.000 pro Jahr zunimmt. Nach Einschätzung der Gesellschaft werden Männer vor allem am Prostatakarzinom, Darmkrebs sowie Lungenkrebs erkranken, bei den Frauen erfahren Brust-, Darm- und Lungenkrebs die stärksten absoluten Fallzahl-Steigerungen.

Von Sebastian Schaffner

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