Klarheit in nur zwölf Minuten

Kreiskrankenhaus Rotenburg hat jetzt drei Corona-Schnelltestgeräte

Andreas Maus, kaufmännischer Geschäftsführer des Kreiskrankenhauses macht einen Corona-Schnelltest
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Testet sich selbst: Andreas Maus, kaufmännischer Geschäftsführer des Kreiskrankenhauses.

Innerhalb von zwölf Minuten und mit 97,6 prozentiger Sicherheit kann das Kreiskrankenhaus Rotenburg mit neuen Schnelltestgeräten feststellen, ob bei Patienten eine Corona-Erkrankung vorliegt.

Rotenburg – Alle Patienten, sowohl ambulant als auch stationär, werden vor Einlieferung in das Krankenhaus auf eine Infektion mit dem Covid-19-Virus getestet. Auch die Mitarbeiter unterziehen sich regelmäßigen Tests – vor allem bei Erkältungssymptomen könne so ausgeschlossen werden, dass es sich um eine Corona-Infektion handelt, sagt Andreas Maus, kaufmännischer Geschäftsführer des Kreiskrankenhauses.

Die Klinik hat drei der Geräte angeschafft, ab sofort werden daher nur noch Patienten mit einem negativen Antigentest aufgenommen. Das Krankenhaus betont ausdrücklich, dass die Tests ausschließlich für die Patienten und Mitarbeiter, nicht für die breite Bevölkerung bestimmt sind.

Die Teststation wird im Kiosk rechts neben dem Haupteingang aufgebaut, der dafür auf unbestimmte Zeit in das dritte Obergeschoss verlagert wird. Mit zwei Geräten werden alle Patienten getestet. Für die Mitarbeiter gibt es ein drittes Gerät im im Labor. Im Falle eines positiven Ergebnisses werden sofortige Isolationsmaßnahmen eingeleitet, um die weitere Verbreitung des Virus einzudämmen.

„Wir haben in Reaktion auf das dynamische Infektionsgeschehen gehandelt“

„Wir haben in Reaktion auf das dynamische Infektionsgeschehen gehandelt“, sagt Maus – gemeint sind die deutschlandweit steigenden Infizierten-Zahlen. Die Kölner Firma Lumiradx konnte kurzfristig drei Testgeräte bereitstellen. Michael Pröstler ist als Gebietsleiter für den Bereich Kliniken vor Ort und weist die Mitarbeiter in das Verfahren ein. Die Kosten für die Schnelltest-Ausstattung liegt im niedrigen fünfstelligen Bereich, sagt Kreiskrankenhaus-Geschäftsführer Maus. Dazu kommen laufende Kosten von 15 Euro pro Test, die zunächst vom Krankenhaus getragen werden. Über Möglichkeiten der Refinanzierung werde derzeit noch verhandelt.

Schult die Kreiskrankenhaus-Mitarbeiter: Michael Pröstler von der Firma Lumiradx führt Helga Altmann, medizintechnische Laborassistentin, in die Bedienung der Corona-Schnelltestgeräte ein.

Der Schnelltest funktioniert so: Zunächst wird eine Probe aus dem Nasenrachenraum genommen und in eine Flüssigkeit gegeben, um die Proteine zu lösen. Ein Teststreifen wird mit dem Gerät erwärmt. Dann wird die Probe auf den Teststreifen aufgetragen und der Test-Vorgang gestartet. Ab jetzt dauert es etwa zwölf Minuten, bis das Ergebnis feststeht.

Die aufwendige PCR-Methode sei durch die Schnelltestgeräte nur noch im Anschluss an positive Tests nötig, um das Ergebnis noch einmal abzugleichen, sagt Andreas Maus. Bei der PCR-Methode werden Proben aus Mund, Rachen oder Nase einem chemischen Verfahren unterzogen, bei dem DNA-Stücke kopiert und vervielfacht werden. So wird untersucht, ob Gensequenzen des Coronavirus vorhanden sind. Ergebnisse gibt es jedoch erst am Folgetag.

„Negativ, dann kann ich ja jetzt wieder in den OP“

„Negativ, dann kann ich ja jetzt wieder in den OP“, sagt Dr. Martin Oechsner nach zwölf Minuten Warten auf sein Testergebnis. Der medizinische Geschäftsführer der Rotenburger Klinik betont, wie wichtig es sei, dass durch die schnellen Tests weiterhin Operationen stattfinden können und nicht wie zu Beginn der Pandemie abgesagt werden müssen. Für diese Ausfälle gebe es keine Ausgleichszahlungen des Landes und die finanzielle Belastung bleibe damit auf Seiten des Krankenhauses, so Oechsner.

Die medizintechnischen Laborassistentinnen Helga Altmann und Nadja Fomfara finden es positiv, dass jetzt ein schnelles Testergebnis möglich ist und Patienten nicht bis zum Folgetag warten müssen. „So hat man eine Momentaufnahme“, sagt Altmann. (Von Lea-Sophie Mollus)

Antigene, Antikörper

Vom Immunsystem gebildete Abwehrstoffe werden als Antikörper bezeichnet. Das geschieht als Schutz des Körpers in Reaktion auf Viren, Bakterien und Pilze, die sogenannten Antigene. Antikörper sind antigenspezifisch und je nach Krankheitserreger etwas unterschiedlich. 

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