Kritik des neuen Shiregreen-Albums

Rotenburger Liedermacher mit musikalischem Balance-Akt

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Hommage an seine Helden und Vorbilder: Der Rotenburger Musiker Klaus Adamaschek, hier in seinem Musikzimmer, hat Songs zu Ehren großer Liedermacher geschrieben. 

Es ist eine Liebeserklärung an seine Helden und Vorbilder: Das neu erschienene Album des Rotenburger Liedermachers Klaus Adamaschek widmet sich Musikern, die ihn prägten.

"References" ist das elfte Album von Adamschek und seiner Band Shiregreen. Shiregreen ist in der Singer-Songwriter-Szene inzwischen auch überregional ein Begriff. Radiostationen wie HR1 oder WDR2 spielen Adamascheks Stücke, und im Sommer wird er bei einem Festival in den USA auftreten.

Die Musik von Bob Dylan, Neil Young, Leonard Cohen und anderen Liedermachern hat Adamaschek schon als Jugendlichen oder jungen Mann berührt, und die Lieder des neuen Albums, die meist je einem dieser großen Musiker die Ehre erweisen, sind lange in ihm gereift, wie Adamaschek im Begleitheftchen zur CD verrät. Adamaschek greift Themen und Lebensgeschichten der Musiker auf, verknüpft sie mit seiner eigenen Biografie, verwendet hier und da den Teil einer bekannten Melodie oder zitiert eine Zeile aus einem ihrer Lieder.

Auf faszinierende Weise gelingt Adamaschek der Balanceakt zwischen fremden Einflüssen und eigenem Stil. Da heult sehnsuchtsvoll die Gitarre von Dire-Straits-Sänger Mark Knopfler, da wimmert die Mundharmonika des kanadischen Urgesteins Neil Young. Adamascheks achtköpfige Band schafft die musikalische Atmosphäre der Originale, in die Adamaschek eigene Melodien und Gedanken bettet. Seine warme, manchmal gewollt brüchige und aus vielen Veröffentlichungen vertraute Singstimme prägt jedes einzelne Lied unverkennbar zu einem Shiregreen-Song.

Adamascheks Helden begegnen dem Hörer als Musiker, die in traurigen Zeiten Trost gespendet oder romantische Zeiten musikalisch untermalt haben, die Fernweh ins Herz gepflanzt, politischem Protest Ausdruck verliehen und mit sich und der Welt gerungen haben. Herzzerreißend traurig ist die Ballade für den Folk- und Country-Sänger Townes van Zandt. Adamaschek fühlt sich ein in dessen Kummer und Depressionen, die seine Kreativität begleitet haben.

Intensiv war die Auseinandersetzung Adamascheks mit seinen Helden, und so gibt es auf dem Album neben einprägsamen und einfühlsam arrangierten Melodien jede Menge zu entdecken – vor allem für Fans der großen Liedermacher.

Am Samstag, 16. Februar, stellen Klaus Adamaschek und seine Band das neue Album bei einem Konzert im Rotenburger Bürgersaal vor. Karten für 20 beziehungsweise 22 Euro sind im Vorverkauf in der Rotenburger Tourist Info, in der Buchgalerie Berge, im Musikhaus Döpper in Bad Hersfeld, über den Ticketservice der HNA und an der Abendkasse erhältlich. Das Konzert beginnt um 19.30 Uhr.

Hintergrund

Das Album „References - Songs about Songwriters“ ist beim Verlag DMG Germany erschienen. Es beinhaltet 15 englischsprachige Lieder. Zu Adamascheks Band Shiregreen zählen neben Paul Adamaschek (Bass), Tom Eriksen (Gitarre), Lukas Bergmann (Geige), Sascha Schmitt (Tasteninstrumente), Marisa Linß (Gesang), Morris Kleinert (Pedal Steel und Dobro) erstmals auch Kristin Alsbach (Querflöte) und Lukas Biermanns (Schlagzeug). Marisa Linß singt die Referenzen an die Liedermacherinnen Joan Baez und Emmylou Harris. Klaus Adamaschek singt und spielt Gitarre. 

Das liebevoll gestaltete Booklet zur CD enthält neben Fotos und Liedtexten auch Anmerkungen von Adamaschek, in denen er seine Beziehung zu den Musikern erläutert. Aufgenommen wurde das Album von Wolfgang Manns im Rotenburger Toolhouse Studio. Die CD erscheint offiziell am 29. März. Vorab ist sie auch über die Homepage von Shiregreen, in der Rotenburger Buchgalerie Berge und im Musikhaus Döpper in Bad Hersfeld erhältlich. Sie kostet 15 Euro.

Zur Person

Klaus Adamaschek stammt aus Gelsenkirchen. Nach dem Lehramtsstudium und dem Referendariat an der Rotenburger Jakob-Grimm-Schule leitete er sieben Jahre lang das Internat der Ausbildungsstelle für Straßenbauer in Rotenburg und baute anschließend das ökologische Schullandheim in Licherode auf, das er 20 Jahre lang bis 2013 leitete. Der 61-Jährige ist jetzt im Ruhestand und lebt bei Braach. Er ist verheiratet und hat aus erster Ehe zwei Kinder sowie mehrere Enkelkinder. 

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