Der Kulturstätte in Lispenhausen droht das Aus

Ein gemütliches Häuschen: Petra Pippert, Kassiererin der Chorvereinigung Lispenhausen, hofft, dass sich ein Pächter für die Schankwirtschaft findet, die hoch über dem Fuldatal liegt und einen fantastischen Blick ermöglicht. Fotos: Schäfer-Marg

Lispenhausen. Der Kindergarten feierte St. Martin auf dem großzügigen Gelände, Schulkinder ihren Abschied von der Grundschule, es gab Sängerfeste, Polterabende und Himmelfahrtsgottesdienste - die Kulturstätte in Lispenhausen war immer ein Ort der Begnung.

Jetzt droht dem historischen Ausflugslokal das Aus, denn der Besitzer, die Chorvereinigung, kann die Anlage nicht mehr betreiben.

„Es ist eine Altersfrage“, sagt Vereinskassiererin Petra Pippert. „Unsere Mitglieder können den Einsatz für Grundstückspflege und Bewirtschaftung einfach nicht mehr leisten.“ Deshalb bemüht sich der Verein nun um einen Pächter. Findet sich keiner, fällt die Anlage am 1. April 2016 an die Stadt Rotenburg zurück als Rechtsnachfolger der früheren Gemeinde Lispenhausen, die dem Verein das Grundstück für 99 Jahr zur Verfügung gestellt hat.

Nicht nur Petra Pippert würde das Herz bluten, sollte die Anlage nicht mehr für Feste zur Verfügung stehen. Ganze Generationen von Lispenhäusern und Bewohner umliegender Ortschaften haben hier ihre erste „Bluna“ getrunken, gespielt, runde Geburtstage oder Konfirmation gefeiert. Bereits vor zwei Jahren hatte die Chorvereinigung die Anlage nur noch vermietet und den Ausschank bei Festen übernommen beziehungsweise einmal monatlich geöffnet. Regelmäßige Öffnungszeiten wie zum samstäglichen Feierabend- oder sonntäglichen Frühschoppen gibt es schon lange nicht mehr.

Die Chorvereinigung teilt das Schicksal vieler Vereine: Es mangelt an Nachwuchs. Musikalisch hat man aus der Not eine Tugend gemacht und singt seit fünf Jahren zusammen mit dem Eisenbahnerchor Lispenhausen. Beide Vereine sind jedoch selbstständig geblieben.

Nun, da der frühere Motor der Anlage und 1. Vorsitzende des Vereins, Hans-Peter Beyer, verstorben ist, fehlt eine wichtige Kraft auf der Kulturstätte. Die kommissarische Vorsitzende Anita Keim kümmert sich schon 30 Jahre um die Vermietung der Einrichtung, die im Volksmund „Gickelsburg“ genannt wird. Allen, die sich engagieren, ist die Arbeit zuviel geworden.

Kulturstätte Lispenhausen: Pächter für historisches Ausflugslokal gesucht

Petra Pippert hofft auf einen Pächter aus der Gastronomie, der die Kulturstätte praktisch „nebenbei“ betreiben könnte. „Wir wollen ja nur eine geringe Pacht“, sagt sie. Wichtig sei vor allem, die Anlage weiter der Bevölkerung zur Verfügung stellen zu können.

Attraktiv ist die Lage allemal: Man hat einen fantastischen Blick über das Fuldatal, Wander- und Spazierwege liegen ringsum. Schickimicki ist ist an und in der Kulturstätte allerdings nicht gefragt: Das Gebäudeinnere hat noch eher den Charme der 1950er-Jahre, alles ist sehr rustikal gehalten. An der Wand prangt ein großer Teppich mit einem Hirsch - dem Wappentier der Lispenhäuser. Das gehört dazu.

Kontakt: Petra Pippert, Telefon 06623/3794

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