Impfzentrum öffnet am Dienstag

Leserfragen zur Corona-Impfung in Hersfeld-Rotenburg: Ältere vertragen Impfstoff besser

So sieht’s im Impfzentrum des Landkreises Hersfeld-Rotenburg aus: In der Göbel Hotels Arena in Rotenburg gibt es sechs Impfstraßen mit jeweils drei Impfkabinen.
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So sieht’s im Impfzentrum des Landkreises aus: In der Göbel Hotels Arena in Rotenburg gibt es sechs Impfstraßen mit jeweils drei Impfkabinen. Los geht’s im Impfzentrum am Dienstag – vorerst allerdings nur für über 80-Jährige, die einen Termin haben.

Dienstag hat das Warten ein Ende. Dann öffnet auch das Corona-Impfzentrum des Landkreises in der Rotenburger Göbel Hotels Arena. Wir beantworten dazu Leserfragen.

Hersfeld-Rotenburg – Das Impfzentrum im Landkreis ist vorerst allerdings nur für über 80-Jährige geöffnet, die einen Termin haben. Die größte Massenimpfung in der Geschichte der Bundesrepublik wirft nach wie vor viele Fragen auf. Zahlreiche Leser haben uns deshalb auch in den vergangenen Tagen wieder Fragen geschickt. Hier sind die Antworten.

Biontech/Pfizer, Moderna, Astrazeneca: Bislang hat die EU drei Corona-Impfstoffe zugelassen. Darf man sich selbst den Impfstoff aussuchen?
Martin Ködding, Leiter des Rotenburger Impfzentrums, sagt, dass diese Frage derzeit noch nicht endgültig beantwortet werden könne. Im Impfzentrum in Rotenburg wird sich diese Frage vorerst allerdings auch noch nicht stellen, da in den ersten drei Wochen ausschließlich Vakzine von Biontech/Pfizer geimpft werden. Auch die bundesweit geltende Impfverordnung legt lediglich fest, dass Menschen in Deutschland „im Rahmen der Verfügbarkeit der vorhandenen Impfstoffe Anspruch auf Schutzimpfung gegen das Coronavirus“ haben – eine Antwort auf die Frage nach der Wahlmöglichkeit findet sich darin nicht. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte diese Möglichkeit Anfang Januar jedoch „im Moment und auch absehbar“ vorerst ausgeschlossen. Grund sei die Impfstoff-Knappheit.
Ein Leser fragt: Angenommen, man bekommt den Impfstoff von Astrazeneca. Könnte man sich, wenn ausreichend Impfdosen vorhanden sind, zusätzlich mit dem Biontech-Impfstoff schützen lassen?
„Aus heutiger Sicht ist es nicht vorgesehen, dass man sich zwei Mal mit unterschiedlichen Impfstoffen impfen lässt“, sagt Martin Ködding.
Seit Ende Dezember schwärmen auch im Landkreis mobile Impfteams aus, um Senioren in Alten- und Pflegeeinrichtungen zu impfen. Eine Leserin möchte wissen: Wie sind die Erfahrungen mit Impfreaktionen?
Die Erfahrungen der bisher rund 4000 Impfungen im Kreisgebiet zeigen, so Dr. Bardo Kürten, ärztlicher Leiter des Impfzentrums, dass Senioren die Impfung meist besser vertragen als jüngere Menschen. Impfreaktionen seien zumeist mild oder mäßig ausgeprägt und seien etwas häufiger bei der zweiten Impfung vorgekommen. Das sei aber nichts Ungewöhnliches. „Reaktionen treten meist innerhalb von drei Tagen nach der Impfung auf und halten selten länger als ein bis zwei Tage an.“ Die bislang häufigsten Impfreaktionen sind laut Kürten Schmerzen an der Einstichstelle (mehr als 80 Prozent der Geimpften), Abgeschlagenheit (mehr als 60 Prozent der Geimpften), Kopfschmerzen oder Frösteln (mehr als 30 Prozent), Gelenkschmerzen (mehr als 20 Prozent), Fieber und Schwellung der Einstichstelle (mehr als 10 Prozent). Bei bis zu zehn Prozent der Geimpften seien Übelkeit oder eine Rötung der Einstichstelle aufgetreten.
Überall liest man in letzter Zeit von Corona-Schnelltests. Wer bezahlt die?
Die Antwort des Gesundheitsamtes ist eindeutig: „Wer sich auf eigene Initiative per Schnelltest testen lässt, muss den Test selbst zahlen.“
Ein Leser schrieb uns, dass seine Mutter Ende Januar in Fulda mit dem Biontech-Impfstoff geimpft wurde. Der zweite Termin ist erst nach 41 Tagen. Nachdem die Europäische Arzneimittelbehörde angeordnet hat, dass die zweite Impfung innerhalb von drei Wochen gespritzt werden soll, möchte er wissen: Muss ich mit dem Impfzentrum Kontakt aufnehmen?
Nein. „Sie müssen das Impfzentrum nicht kontaktieren“, sagt Dr. Bardo Kürten. „Die Ständige Impfkommission hält an ihrer Empfehlung fest, dass beim Biontech-Impfstoff die Zweitimpfung im Regelfall drei bis vier Wochen nach der Erstimpfung, spätestens aber innerhalb von sechs Wochen erfolgen soll.“ Da der Zweitimpfungstermin innerhalb der sechs Wochen liegt, sei „alles im Rahmen“, so Kürten.
Eine Leserin aus Bebra hat uns die Frage geschickt, ob Menschen, die Blutverdünner nehmen, gegen das Coronavirus geimpft werden dürfen?
Ja. Dr. Bardo Kürten weist aber darauf hin, dass „auf dem Anamnese-Bogen nach einer Blutgerinnungsstörung oder nach blutverdünnenden Medikamenten gefragt wird. Hier muss die Frage dann mit Ja beantwortet werden.“ Die Impfung selbst werde dann ebenfalls „intramuskulär mit einer sehr feinen Injektionskanüle durchgeführt“. Die Einstichstelle sollten Betroffene dann fünf Minuten fest pressen. (Sebastian Schaffner)

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