Eine Frau für alle Fälle

Lispenhausens Schulleiterin verabschiedet sich nach 16 Jahren in den Ruhestand

Lispenhausen. Eine absolute Herzblut-Lehrerin: Das ist Maria Endler-Kaufhold. Sie ist seit 16 Jahren Schulleiterin der Haselbachschule in Lispenhausen. Jetzt heißt es für sie Lebewohl sagen. Nach insgesamt 41 Jahren im Schuldienst verabschiedet sie sich in den Ruhestand.

In den vergangenen Jahren als Schulleiterin hat Maria Endler-Kaufhold viel erlebt und viel bewegt. Ein Überblick:

Die Schüler

Geht man mit Endler-Kaufhold durch die Flure der Grundschule, schwappt der 63-Jährigen von allen Seiten aufrichtige Wertschätzung entgegen. Schüler strahlen bei ihrem Anblick, begrüßen sie herzlich und fragen, wie es ihr geht.

Genau das, sagt Endler-Kaufhold, wird sie schmerzlich vermissen, wenn sie geht. Es sind die Kinder – sie kennt sie alle mit Namen –, die in den vergangenen Jahren im Mittelpunkt ihres Handelns standen.

Für sie war sie täglich im Einsatz, „die Frau für alle Fälle sozusagen, die sich nicht schont“, erklärt die scheidende Schulleiterin. Die Wissensvermittlung sowie Erziehung der Schüler waren Endler-Kaufholds Ziele. Die Kinder hielten sie frisch, wie sie sagt.

Das Kollegium

Die gebürtige Thüringerin kam 2001 nach Lispenhausen – „und es passte auf Anhieb“, resümiert die 63-Jährige. Mit dem Kollegium, sie ist mit fünf weiteren Lehrern und einem Pfarrer an der Schule tätig, und allen anderen Schulbediensteten verstehe sie sich blind. „Alle ziehen an einem Strang“, beschreibt Endler-Kaufhold das Miteinander.

Die Schule

Seit ihren Anfängen habe sich die Schule „total verändert“. Die dörfliche Gemeinschaft bekam einen neuen Stellenwert im täglichen Schulgeschehen. Die Kinder erhielten Einblick ins Vereinsleben und wurden Teil von Heimatabenden und Festzügen.

Dann kam Endler-Kaufholds liebstes Ereignis: Die Namensgebung 2004, die mit einem riesigen Festkommers begangen wurde. Das ganze Dorf feierte damals mit. Hieß die Schule zuvor noch Grundschule Lispenhausen, wurde sie in Haselbachschule umbenannt, samt neuem Logo mit einem Haselstrauch drauf.

Die Erfolge

Die Erweiterung zur Ganztagsschule mit Betreuung bis 16.30 Uhr war ebenfalls ein Meilenstein in der Geschichte der Schule, den sich die eifrige Mutter von drei erwachsenen Kindern auf die Fahnen schreiben kann. Mithilfe des Fördervereins und dem Einsatz der Eltern konnte das neue Konzept umgesetzt werden.

„Die Krönung war dann der vom Landkreis genehmigte Anbau“, sagt die passionierte Musiklehrerin. 500 000 Euro wurden in die Schule investiert, es gab eine Grundsanierung, neue Betreuungsräume und ein Mittagessenangebot.

Der Abschied

„Es schmerzt, die Schule zu verlassen“, sagt Endler-Kaufhold mit feuchten Augen. Schließlich war der Schuldienst ihre Hauptlebensphase. Sie war mit Herz und Seele Lehrerin – mit durchgehend eigener Klasse. Doch sie freut sich auch auf die Zukunft, die mehr Freizeit für sie bereithält. Schon jetzt ist sie an ihrem Wohnort Schenklengsfeld in den Chor ein- und einer Gymnastikgruppe beigetreten. Außerdem will sie mehr Zeit mit ihrer 95 Jahre alten Mutter verbringen.

Und das Beste: Ihr Sohn erwartet im Herbst Zwillinge. Da wird sie als Großmutter voll gefordert sein, freut sich die 63-Jährige auf die spannende Zeit mit ihren Enkeln.

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