Freut sich auf Ruhestand

Lothar Seitz wird als Direktor des Studienzentrums Rotenburg verabschiedet

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Endlich Zeit für Bücher: Prof. Lothar Seitz ist als ehemaliger Leiter des Studienzentrums der Finanzverwaltung und Justiz in Rotenburg nun im Ruhestand – heute wird er offiziell verabschiedet.

Hersfeld/Rotenburg. Nach 33 Jahren heißt es Abschied nehmen: Lothar Seitz blickt auf seine Tätigkeit am Studienzentrum Rotenburg zurück und hält es künftig für ausbaufähig.

Professor Lothar Seitz kann sich zufrieden in seinem Sessel zurücklehnen: Gut aufgestellt sieht er das Studienzentrum der Finanzverwaltung und Justiz in Rotenburg, dessen Direktor er seit 2012 war. Außerdem war er Rektor des Teilbereichs Hessische Hochschule für Finanzen und Rechtspflege. Heute wird er in einem Festakt von Finanzminister Thomas Schäfer offiziell verabschiedet.

33 Jahre lang arbeitete der gelernte Industriekaufmann und studierte Jurist an der Rotenburger Aus- und Forstbildungsstätte. Zunächst als Dozent, später auch in Leitungspositionen. Junge Menschen zu unterrichten, hat ihm immer Spaß gemacht, erzählt er. Deshalb habe er stets versucht, neben seiner Verwaltungs- und Organisationstätigkeit mindestens in einem Kurs zu lehren.

Studierende haben sich verändert

Die Fähigkeit Fachwissen zu vermitteln, sei auch bei hoch motivierten und talentierten Studierenden nötig, ist Seitz überzeugt. Blickt er zurück auf seine Lehrtätigkeit, fallen ihm Veränderungen bei den Studierenden auf: „Sie haben heute Schwierigkeiten, über eine längere Zeit kontinuierlich an einem Thema zu arbeiten. Von der Schule her sind sie es gewohnt, in Modulen Themen zu bearbeiten und oft auch danach für sich abzuhaken. Bei uns baut alles Gelernte aufeinander auf und muss jederzeit abrufbar sein.“

Berufliche Herausforderungen

Fragt man Seitz nach seiner größten beruflichen Herausforderung, nennt er die Reform im Steuerrecht 2002. Sie sei einhergegangen mit einem grundsätzlichen Wandel im Berufsbild. Bürgerorientierung, Kommunikationsfähigkeit und soziale Kompetenz seien für Finanzbeamte mehr in den Vordergrund gerückt.

Eine Herausforderung sei auch die Modernisierung des Studienzentrums mit der Neugestaltung der Internatszimmer gewesen. Co2-Einsparungen durch Wärmedämmung und neue Heizungsanlagen hätten schon eine Menge gebracht, viel Geld sei investiert worden. Doch bleibe auch noch viel zu tun, zum Beispiel die Sanierung von Unterkünften im Schloss und im Marstall.

Alheimer-Kaserne als Aus- und Fortbildungsstätte nutzen

Die hohen Einstellungszahlen von Anwärtern in der Finanzverwaltung und Justiz seit dem vergangenen Jahr haben das Studienzentrum erneut vor große Herausforderungen gestellt. Lothar Seitz gehört zu denen, die sich vorstellen können, die ehemalige Alheimer-Kaserne als Aus- und Fortbildungsstätte zu nutzen. Man könne den Standort Rotenburg sogar auf die Ausbildung in der allgemeinen öffentlichen Verwaltung und Polizei ausweiten. Das brächte Arbeitsplätze in die Region und würde Ballungszentren entlasten – besonders in Verbindung mit neuen Technologien, die es ermöglichten, von überall aus zu arbeiten.

Lothar Seitz geht im Alter von 66 Jahren. Er hat acht Monate länger als nötig gearbeitet. „Das macht man nur, wenn die Arbeit Spaß macht“, sagt er. Dass er mit einem Festakt verabschiedet wird, betrachtet Seitz als Anerkennung seiner Tätigkeit. Mit Minister Schäfer, der bekanntlich der CDU angehört, hat der Sozialdemokrat Seitz über eine lange Phase stets gut zusammenarbeiten können. „Wir haben uns gegenseitig respektiert. Und auch er hat sich immer für Rotenburg starkgemacht.“ Was kommt nach der Pensionierung? „Reisen, Lesen, Freundschaften endlich wieder richtig pflegen“, sagt Professor Seitz. Dem blickt er voll Freude entgegen.

Immer noch politisch engagiert

Und ihm bleibt die Kommunalpolitik. Als Stadtverordnetenvorsteher in Bad Hersfeld sieht er sich als Moderator an der richtigen Stelle. 2010 war er einige Monate als Bürgermeister tätigt. Er habe darüber nachgedacht, für das Amt zu kandidieren, räumt er ein. Aber es gab gute Gründe, dies nicht zu tun.

Zur Person

Professor Lothar Seitz (66) stammt aus Bad Hersfeld. Nach seinem Jura-Studium in Gießen ging er zur hessischen Finanzverwaltung, seit 1985 arbeitete er am Studienzentrum der Finanzverwaltung und Justiz in Rotenburg, zuletzt als dessen Direktor und als Rektor der Hessischen Hochschule für Finanzen und Rechtspflege. Er gehört der SPD an und engagiert sich seit fast 30 Jahren in der Bad Hersfelder Kommunalpolitik, war lange Erster Stadtrat und ist dort aktuell Stadtverordnetenvorsteher. Lothar Seitz ist seit einem Jahr verwitwet und lebt in seinem Haus in seiner Heimatstadt.

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