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Matz bringt Licht ins Dunkel: Der erste Elektriker im Rotenburger Bauhof geht in den Ruhestand

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Von: Susanne Kanngieser

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Ob im Hubsteiger in der Weihnachtszeit oder als Künstler, der Gedenksteine stilgemäß gestaltete: Michael Matz engagierte sich auf vielfältige Weise. Viele Rotenburger dankten ihm, wenn der Elektriker vom Bauhof Licht und Kunst in die Stadt brachte. Am 30. April verabschiedet er sich in den Ruhestand. Mit auf dem Bild: Seine Ehefrau Gaby, mit der Michael Matz seit 43 Jahren verheiratet ist.
Ob im Hubsteiger in der Weihnachtszeit oder als Künstler, der Gedenksteine stilgemäß gestaltete: Michael Matz engagierte sich auf vielfältige Weise. Viele Rotenburger dankten ihm, wenn der Elektriker vom Bauhof Licht und Kunst in die Stadt brachte. Am 30. April verabschiedet er sich in den Ruhestand. Mit auf dem Bild: Seine Ehefrau Gaby, mit der Michael Matz seit 43 Jahren verheiratet ist. © Susanne Kanngieser

Am Anfang ging es darum, in den Kindergärten mal eine Glühbirne zu wechseln oder die Straßenbeleuchtung zu reparieren und instand zu halten. Doch die Aufgaben von Michael Matz, dem ersten Elektriker im Bauhof der Stadt Rotenburg, wuchsen von Jahr zu Jahr, wurden komplexer und vielfältiger.

Rotenburg – Das Berufsbild erweiterte sich stetig mit neu aufkommenden Innovationen. Am 30. April geht der 64-Jährige in den Ruhestand und kann Ende Juni zum ersten Mal seit über drei Jahrzehnten das Strandfest mit Ehefrau Gaby und seinen Kindern und Enkelkindern privat erleben und genießen.

Denn es war das Strandfest, für den der „Herr über 2000 fest installierten Lichter“ jedes Jahr im Schlosspark verantwortlich zeichnete. Los ging´s für Matz schon am Samstagmorgen um halb fünf. Da stellte er die Stromverteiler für den „Markt der Vereine“ in der Innenstadt auf. Meistens war diese Strandfest-Schicht auch erst Sonntagmorgen um sieben Uhr beendet. Im Jahr 1995 kam Bruder Richard zum Bauhof hinzu und übernahm als Elektriker am Strandfest den Festplatz. „Die Arbeitsteilung erwies sich als große Erleichterung für mich“, erzählt er.

Wenn andere Menschen in der Fuldastadt feierten, war der gebürtige Rotenburger als Elektroinstallateur unterwegs. Schließlich hatte er die Verantwortung für „alles, was mit Strom zu tun hatte“, erklärt er. Ob Kuckucksmarkt, das neue Bauhofgelände, der Platz der Wohnmobilisten, die Weihnachtsbeleuchtung in der Innenstadt mit dem Hubsteiger oder die zahlreichen Stadtfeste: Michael Matz brachte Licht ins Dunkel. Wenn Laien lieber die Finger vom Kabel lassen sollten, war der Experte gefragt.

Nach einem Schulpraktikum 1974 im ehemaligen Betrieb von Leo Feltz am Marktplatz kam er nachmittags immer in das Geschäft, um zu helfen. So viel Engagement wurde mit einer Lehrstelle belohnt. Nach seiner Ausbildung war er in dem Rotenburger Unternehmen bis 1991 als Geselle tätig. Dann stellte ihn der damalige Bürgermeister Hans-Otto Gleim als Elektroinstallateur am Bauhof ein. In den vergangenen 32 Jahren hat er viel erlebt und auch andere Aufgaben übernommen:

Er war Personalratsvorsitzender und Gesamtpersonalratsvorsitzender und sechs Jahre ehrenamtlicher Richter am Arbeitsgericht in Bad Hersfeld. Als SPD-Stadtverordneter engagierte er sich unter anderem für die deutsch-französische Freundschaft. Er holte zum Beispiel sozialbenachteiligte Kinder aus Argentan nach Rotenburg, brachte sie in Jugendherberge und der damaligen Kaserne unter, gestaltete ein Programm und fand Sponsoren von Sparkasse und Gastronomie, die den Aufenthalt mit Gutscheinen, Eintrittsgeld und anderen Aktionen unterstützten.

Eine große Leidenschaft von Michael Matz ist die Kunst. In seinem Wohnzimmer hängen einige Bilder, die er selbst gemalt hat. Zurzeit hat er eine schöpferische Pause eingelegt. Aber er wird wieder etwas aufs Papier bringen, da ist er sicher. Einen Auftrag hat er schon: Er wird ein Porträt von Bürgermeister Christian Grunwald für das Magistratszimmer anfertigen. Der Hobbykünstler hat außerdem Gedenksteine für die Stadt gestaltet: Einen für Brigitte Hallenberger, die sich über Jahrzehnte für die Artenvielfalt im Schlosspark eingesetzt hatte. Und mit den Wappen von Rotenburg und Argentan hat Matz die Steine am Kreisel künstlerisch bearbeitet.

Langweilig wird es ihm im Ruhestand sicher nicht. Hund, Katze, Fische und die über 50 Ziervögel wollen versorgt sein. Und leckere Gerichte bringt der begeisterte Koch gerne für Ehefrau, Kinder, Enkelkinder und Gäste auf den Tisch. Seinem Nachfolger im Bauhof, Sinuar Dag, wird er mit Rat und Tat zur Seite stehen, versichert er. (Susanne Kanngieser)

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