Abbau nach zwölf Jahren

Meerwasseraquarium im Rotenburger Krankenhaus ist weg

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Jetzt in Fritzlar zu sehen: Eine grün schimmernde Anemone und die Fische wurden in den Domstadt Zoo gebracht.

Rotenburg. Das Kreiskrankenhaus Rotenburg hat ein Wahrzeichen verloren: Die Mitarbeiter Torsten Dippel und Lothar Kunz haben das Meerwasseraquarium zusammen mit dem Fachgeschäft Domstadt Zoo abgebaut.

Der Animationsfilm „Findet Nemo“ kam 2003 auf die Leinwand. Ein Jahr später wurde im Rotenburger Kreiskrankenhaus ein Meerwasseraquarium eingebaut. Das war nicht nur für viele Mitarbeiter großes Kino. Ungleich größer ist nun die Trauer, dass es gestern nach zwölf Jahren abgebaut werden musste.

Hand in Hand: Krankenpfleger Torsten Dippel und Joachim Frank vom Fachgeschäft Domstadt Zoo aus Fritzlar.

„Oma, warum machen die das?“, fragte die sechsjährige Lisa im Vorbeigehen. Die Antwort kennt Torsten Dippel. Der Lispenhäuser ist seit 26 Jahren Krankenpfleger und kümmerte sich von Beginn an um das Salzwasserbecken und seine Bewohner. Eine externe Firma, die die Klimaanlage hätte warten sollen, sei nicht gekommen. Die Folge: Schimmel und durch den sah sich die Geschäftsleitung gezwungen, das Aquarium entfernen zu lassen.

Dessen Platz dürfte demnächst ein Fernseher einnehmen. „Am besten in 3 D, dann können wir wieder Fische gucken“, sagte ein Patient kopfschüttelnd im Gespräch mit Lothar Kunz. Acht Jahre lang hat der Verwaltungsangestellte Torsten Dippel geholfen. Wenn nachts Alarm per SMS aufs Handy kam, waren sie da.

Tagsüber haben sie Gruppen aus Kindergärten, Patienten und Besuchern erklärt, warum Fische und Anemone symbiotisch zusammenleben. „Kinder waren immer besonders fasziniert von diesem Zusammenspiel. Das Aquarium war der Mittelpunkt vom Krankenhaus“, macht Kunz deutlich. Und kommt sich ebenso wie Torsten Dippel jetzt vor wie im falschen Film.

Aquarium in Zahlen:

1 Wimpelfisch, ein Fuchsgesicht, vier Doktorfische sowie Riffbarsche und Aalgrundeln tummelten sich in Rotenburg.

3 LED-Lampen waren vor zwei Jahren angeschafft worden und hätten im Vergleich zu den Vorgängern (dreimal 400 Watt) viel Strom gespart.

6 Stunden hat der Abbau gedauert. Hinzu kommt das Umsiedeln der Tiere in Fritzlar und die Entsorgung von Dekoteilen, Steinen und Anemonen, die nicht zu retten waren.

2000 Liter fasste das Aquarium. Die Maße betrugen zwei Meter mal 1,30 Meter mal 80 Zentimeter. Pro zehn Liter Wasser gab es ein Kilo Lebendgestein.

28.000 Euro hatte der Anbau vor zwölf Jahren gekostet. Möglich gemacht hatten ihn Fördermittel vom Land Hessen sowie private Zugaben von Aquaristen wie Torsten Dippel.

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