Noch-Pächter aus Ilmenau: Betrieb geht bis Herbst weiter

Meeschendorf: Pachtvertrag mit Jufa Hotels ist unterzeichnet

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Neuer Weg nach 13 Jahren: Das österreichische Unternehmen Jufa übernimmt in der Ferienanlage in Meeschendorf auf Fehmarn die Zügel. Der bisherige Pächter aus Ilmenau hatte zum Wochenstart gekündigt.

Das Hotelunternehmen Jufa und der Kreis Hersfeld Rotenburg haben am Mittwoch einen Pachtvertrag über 75 Jahre für die Ferienanlage in Meeschendorf auf Fehmarn unterzeichnet.

Der Vertrag wurde notariell beurkundet. Der bisherige Pächter, das Schülerfreizeitzentrum (SFZ) Ilmenau aus Thüringen, hatte zu Beginn der Woche gekündigt. „Es gibt einen klaren Kreistagsbeschluss, der bedeutet, dass wir raus sind“, sagt SFZ-Geschäftsführer Erich Rindermann auf Anfrage unserer Zeitung. 

Er habe nach der Entscheidung Anfang Juni beim Landkreis nachgefragt, wie es mit den Buchungen für 2020 weitergehe. Entsprechende Anfragen hätten bereits vorgelegen. Die Rückmeldung sei gewesen: Das ist noch unsicher. „Damit haben wir keine Geschäftsgrundlage mehr“, sagt Rindermann – der mit seiner Kündigung der des Kreises wohl nur knapp zuvorgekommen ist.

Betrieb geht bis Herbst ganz normal weiter 

Die Situation nach der Entscheidung im Kreisparlament habe nicht nur die Gäste, sondern vor allem auch das Personal von bis zu sechs Mitarbeitern verunsichert, so Rindermann. Es habe bisher noch keine Äußerung dazu gegeben, ob Küchenpersonal, Hausleitung und Hausmeister übernommen werden. Auch der Kreis hat noch eine Mitarbeiterstelle auf Fehmarn. Eines sei klar: „Die Insel braucht Arbeitskräfte.“ 

Das SFZ führt die Geschäfte nun noch bis zum Jahresende, der Betrieb gehe bis zur saisonbedingten Pause im Herbst ganz normal weiter, betont der Geschäftsführer. Das Schülerfreizeitzentrum aus Ilmenau ist seit Ende 2006 Pächter in Meeschendorf. „Nach 13 Jahren Betrieb hängt das Herz schon ein bisschen an der Einrichtung“, sagt Erich Rindermann. 

Dennoch habe es leider keine Gespräche mit dem Landkreis gegeben, nachdem ein Gutachten mögliche Szenarien für Meeschendorf aufgezeigt hatte. Der Landkreis verweist darauf, dass der Geschäftsführer bereits im November zu einer Sitzung zur Zukunft der Ferienanlage eingeladen gewesen sei und dort auch gesprochen habe.

Neues Familienhotel muss bis 2024 bezugsfertig sein

Am Dienstag hatte der Kreisausschuss in einer Sondersitzung den Pachtvertrag mit Jufa beschlossen. Fester Bestandteil ist ein Belegungskontingent für Besucher aus dem Landkreis, bis zum 30. Juni 2024 muss das Familienhotel bezugsfertig sein. Das Unternehmen aus Österreich brauche jetzt die Stadtverwaltung auf Fehmarn, um die rechtlichen Rahmenbedingungen für ein Familienhotel in Meeschendorf zu schaffen, sagt Landrat Dr. Michael Koch gegenüber unserer Zeitung.

Unterzeichnung unter den Augen des Notars: von links Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz, Landrat Dr. Michael Koch, Notar Tilo Scheurmann und Jufa-Vertreter Andreas Van der Sanden.

Am Freitag ist ein Treffen auf der Ostseeinsel zwischen Koch, Bürgermeister Jörg Weber und den Jufa-Verantwortlichen geplant. Dabei werde es auch, so der Landrat, um die Frage gehen: „Kann sich die Stadt das in der Größe vorstellen?“

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