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Missbrauchsvorwürfe gegen Ex-Leiter: Alltag kehrt zurück an Haselbachschule in Lispenhausen

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Von: Christopher Ziermann

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Der Alltag kehrt zurück in der Lispenhäuser Grundschule.
Der Alltag kehrt zurück in der Lispenhäuser Grundschule. © Herbert Vöckel

In der Lispenhäuser Grundschule ist nach dem Bekanntwerden der Missbrauchsvorwürfe gegen den ehemaligen Schulleiter der Alltag zurückgekehrt.

Lispenhausen – „Zunächst hat nach den Ferien die Belastung im Fokus gestanden, die die Thematik für die Kinder bedeutet hat. Sie waren dann aber schnell wieder bei den gewohnten Themen und Problemen – zum Beispiel, dass man mal ein Heft zu Hause vergessen hat. Es ist gut, dass Kinder so sind“, sagt Jürgen Krompholz, der das Staatliche Schulamt in Bebra geschäftsführend leitet, auf Nachfrage.

Schulleitung und Kollegium der Haselbachschule hätten an den letzten beiden Ferientagen den Ablauf für die ersten Schultage geplant. Unter anderem waren an den ersten beiden Tagen zwei Schulpsychologinnen des Schulamtes vor Ort und es fand zunächst nur Klassenlehrerunterricht statt – mit Raum für kindgerechte Fragen und Antworten. „Das war ein vertrauter Rahmen, der für die Kinder zusätzlichen Halt und Stabilität bedeutet. Wenn es im Schulalltag solche Belastungen gibt, hat das erst mal Vorrang vor Mathe, Deutsch und Sachunterricht“, sagt Krompholz.

Jürgen Krompholz
Jürgen Krompholz, Leiter Staatliches Schulamt Bebra © Christine Zacharias

Präventionsprogramm unter dem Motto „Mein Körper gehört mir“ geplant

Das Thema Missbrauch wird trotzdem auch weiterhin im Unterricht behandelt. Ohnehin auf dem Plan stand bereits ein Präventionsprogramm unter dem Motto „Mein Körper gehört mir“, das auch an anderen Schulen im Kreis stattfindet. Außerdem wird an der Haselbachschule nun das Sachbuch „Das große und das kleine Nein“ gelesen.

Schulleitung und Klassenlehrerinnen und -Lehrer halten laut Krompholz engen Kontakt zu den Eltern. Der Schulelternbeirat habe explizit seine Hilfe angeboten. „Das drückt das bestehende Vertrauen und die gute Zusammenarbeit aus“, sagt der Schulamtsleiter. Die Eltern hätten zudem die Möglichkeit, die Schulpsychologen des Schulamtes in Anspruch zu nehmen. Teil des Krisenmanagements sei auch die Vernetzung mit Kooperationspartnern wie der Polizei und der Fachstelle „Halte.Punkt“, die Betroffene von sexualisierter Gewalt berät.

„Das Thema wird uns sicherlich noch eine lange Zeit begleiten.“

Auch Schulleitung und die Lehrer stünden nach wie vor in engem Austausch „mit der Schulpsychologie und mir als geschäftsführendem Amtsleiter, um über mögliche Unterstützungsbedarfe zu sprechen“, so Krompholz. Dazu gehöre zum Beispiel ein Supervisionsangebot für die Lehrkräfte.

„Das Thema wird uns sicherlich noch eine lange Zeit begleiten. Aber es ist wichtig und richtig, dass das Kollegium gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern und den Eltern den Blick nach vorn richtet, um den Kindern einen normalen Alltag zu bieten“, sagt Krompholz. (Christopher Ziermann)

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