Mit Dankschreiben aus Wiesbaden

Erstaufnahmeeinrichtung Rotenburg ist Geschichte: RP dankt zum Abschied Ehrenamtlichen

Handschlag unter Corona-Bedingungen: Stefan Sydow (vorn rechts) vom Hessischen Ministerium für Soziales und Integration hat bei einer Feierstunde zum Abschied der Erstaufnahmeeinrichtung gut zwei Dutzend Dankschreiben von Minister Kai Klose an Ehrenamtliche übergeben, die sich in den vergangenen Jahren in der Flüchtlingsunterkunft verdient gemacht haben, unter anderem auch Eva-Maria Schreiber (vorn links) vom Kunstverein Rotenburg, die Malkurse gab. Links im Bild: der Gießener Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich.
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Handschlag unter Corona-Bedingungen: Stefan Sydow (vorn rechts) vom Hessischen Ministerium für Soziales und Integration hat bei einer Feierstunde zum Abschied der Erstaufnahmeeinrichtung gut zwei Dutzend Dankschreiben von Minister Kai Klose an Ehrenamtliche übergeben, die sich in den vergangenen Jahren in der Flüchtlingsunterkunft verdient gemacht haben, unter anderem auch Eva-Maria Schreiber (vorn links) vom Kunstverein Rotenburg, die Malkurse gab. Links im Bild: der Gießener Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich.

Am Montag haben die letzten Geflüchteten die Alheimer-Kaserne verlassen.

Rotenburg – Mit einer Verabschiedungsfeier hat das zuständige Regierungspräsidium (RP) Gießen am Donnerstag das Ende der Erstaufnahmeeinrichtung in Rotenburg besiegelt. Im Oktober übergibt das RP die ehemalige Alheimer-Kaserne, die dem Bund gehört, an die Bundespolizei, die das Areal künftig als Ausbildungsstätte nutzen will. Bei der Feierstunde standen vor allem die vielen Ehrenamtlichen im Mittelpunkt, die sich in den vergangenen fünf Jahren um die Flüchtlingsunterkunft verdient gemacht haben. „Ich möchte mich bei Ihnen allen bedanken“, sagte Gießens Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich, der zur Verabschiedung in der Kantine auch zahlreiche Helfer eingeladen hatte, darunter Vertreter der Kleiderkammer, der Verkehrswacht, die in Fahrsicherheitstrainings den Neuankömmlingen das Fahrradfahren beibrachten, des Kunstvereins, von Sportvereinen, sogenannte Vorlesepaten und ehrenamtliche Deutschlehrer. Bis zuletzt seien 28 Ehrenamtliche rund um die Einrichtung tätig gewesen.

Ullrich bezeichnete die fünf Jahre, in denen das Gelände als Erstaufnahme genutzt wurde, als „Erfolgsgeschichte“. Beispielhaft nannte er die „vorbildliche Integration“ der Geflüchteten in die Sportvereine wie etwa den SV Rotenburg, die TG Lispenhausen und die TG Rotenburg. „Wenn im Nachhinein Leute sagen, wir hätten damals zu viel Geld ausgegeben und dass nicht alles perfekt lief, dann mag das sein. Wir lassen uns das trotzdem nicht kaputtreden“, so Ullrich, der im Oktober 2015 Regierungspräsident wurde, also zu der Zeit, als besonders viele Menschen in Deutschland Asyl suchten.

Er bedankte sich auch bei der Stadt Rotenburg für die „sehr gute“ Zusammenarbeit sowie bei Thomas Baader, dem langjährigen Leiter der Einrichtung, der sich, wie Ullrich schmunzelnd sagte, „hoch engagiert diesseits und jenseits des Dienstweges“ für die Erstaufnahme eingesetzt habe.

Auch Stefan Sydow, Abteilungsleiter im Hessischen Ministerium für Soziales und Integration, lobte das Engagement der Ehrenamtlichen und professionellen Helfer wie Dolmetscher und Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes und bedauerte das Aus der Erstaufnahme in Rotenburg. Freiwillig habe das Minsterium die Liegenschaft nicht aufgegeben. „Aber sind wir ehrlich: Wenn der Bund diesen tollen Standort nicht zurückgefordert hätte, wäre er auch mit dem Klammerbeutel gepudert.“

Sydow überreichte stellvertretend ausgewählten Ehrenamtlichen als Anerkennung für ihre Hilfe Dankschreiben des Ministers.

Rotenburgs Bürgermeister Christian Grunwald bezeichnete die Zeit der Erstaufnahme als „Bereicherung für die Stadt“ und kündigte an, dass die Ehrenamtlichen mit einer gesonderten Veranstaltung im Bürgersaal gewürdigt werden sollen. Ein Datum nannte er vorerst noch nicht.

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