Mitmachküche: Rotenburger und Flüchtlinge kommen sich beim Essen näher

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Flüchtlinge und Rotenburger haben sich in der Küche des Kreisjugendhofs getroffen, um zusammen internationale Gerichte zu kochen.

Rotenburg. Der Rotenburger Familienbeirat hat Flüchtlinge und einheimische Familien in den Jugendhof zur Mitmachküche eingeladen.

Nicht jeder beherrscht die deutsche Sprache, und die Kommunikation klappt nicht ganz reibungslos, aber: Beim Kochen ist das auch kein Problem. Wer was zu schälen, zu schneiden oder zu formen hat, vermittelt sich auch so.

Auf dem Herd dünsten in einem großen Topf Unmengen an Zwiebeln. Daneben schneiden Alisha und Aliayah aus Pakistan zusammen mit deutschen Kindern Äpfel für den Obstsalat, und auf einem Tablett nebenan stehen Döschen mit Gewürzen, Kurkuma, Zimt, Kardamom und eine Mischung mit dem Namen „Garam Masala“. Rezeptvorschläge überließen die Organisatoren den Flüchtlingen und kamen dadurch schon intensiv ins Gespräch.

Rezepte übersetzt 

Bis die 26-jährige Khadija aus Pakistan den Rotenburgerinnen Elisa Schwarz und Hilke Spoelstra mit Hilfe diverser Übersetzungsprogramme und Internetseiten verständlich gemacht hatte, dass für ein Rezept Kichererbsen benötigt werden, verging eine Zeit, aber es funktionierte. „Als sie fertig war mit erklären, habe ich gesagt: Jetzt hab’ ich Hunger“, sagt Elisa Schwarz, während sie fünf ganze Zimtstangen in die Zwiebeln wirft.

Chicken Biryani heißt eines der beiden Rezepte, die heute gekocht werden. Bei dem anderen handelt es sich um mit Gemüse gefüllte Teigtaschen. Zu den Gästen gehören auch Hassen und Fatuma aus Äthiopien, die im vergangenen Jahr übers Mittelmeer nach Italien kamen, auf einem Boot mit 650 Personen. Von da ging es mit dem Zug weiter nach Deutschland.

Das verheiratete Paar will in Rotenburg bleiben. „Ich mag Rotenburg“, sagt Fatuma mit strahlendem Gesicht auf englisch. Sie könnte sich vorstellen, einmal als Verkäuferin zu arbeiten. Aber erst will sie deutsch lernen.

Später essen alle gemeinsam. Rotenburger Familien und Flüchtlinge sollen ungezwungen in Kontakt kommen, erklärt Behcet Iscioglu, Vorsitzender des Familienbeirats, die Idee hinter der Aktion. „Man begegnet sich in der Stadt, aber dort kommt man nicht ins Gespräch“, ergänzt Carsten Clobes. Dabei, so Iscioglu, habe man sich bewusst an solche Familien gewandt, die in Rotenburg leben und womöglich auch bleiben, nicht an die Bewohner der Erstaufnahmeeinrichtung.

Im Café International im Bonhoeffer-Haus fanden sich Interessenten. Mitarbeiterinnen der Jugendhofküche besorgten die Zutaten. Der Familienbeirat will die Aktion regelmäßig stattfinden lassen. Die benötigten Zutaten finanzierte er mit Fördermitteln des Landes Hessen.

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