Zum ersten Termin war niemand da

Nach Corona-Pause: Sportabzeichen-Prüfungen finden in Rotenburg wieder statt 

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Es kann losgehen: Wilfried Roß, Friedrich König, Willi Krapf, Gisela Grunwald, Eckhard Knoth und Bernard Meyer (von links) stehen bis zum Ende der Herbstferien an allen Montagen ab 18 Uhr am Sportplatz der Albert-Schweitzer-Schule in Rotenburg für Sportabzeichen-Prüfungen bereit.

Sportabzeichen-Obmann Bernard Meyer vom LC Marathon Rotenburg und seine fünf Assistenten waren Feuer und Flamme.

Aber am ersten Montagabend nach den strikten Null-Sport-Wochen, an dem sie am Sportplatz der Albert-Schweitzer-Schule Radprüfungen abnehmen wollten, ließ sich kein Sportbegeisterter blicken.

Meyer ist seit über einem Vierteljahrhundert Obmann für die Abnahme von diversen Prüfungen, mit denen jeder Sportler die Voraussetzungen für das Deutsche Sportabzeichen erfüllen kann. Vielen gelingt das jedes Jahr, wie etwa Gisela Grunwald, die bereits 40 Mal erfolgreich war und die für diese Leistung beim diesjährigen Sportkreisehrentag geehrt werden sollte. Eigentlich. Die Corona-Krise hat es verhindert.

Und die Corona-Krise scheint auch schuld daran zu sein, dass am Montagabend keiner kommt. Obwohl bei den Radfahrdisziplinen – 20 Kilometer Radfahren für Erwachsene, 15 Kilometer für Jugendliche, 10 Kilometer für Schüler, 200 Meter Radsprint – problemlos Abstand gehalten werden könnte. „Deshalb wollten wir ja gerade damit, und nicht etwa mit Laufdisziplinen, anfangen“, erläutert Meyer, dem man seine 71 Lenze nicht ansieht. Auch bei Wilfried Roß (57), Friedrich König (61), Eckhard Knoth (80), Willi Krapf (81) und natürlich bei Gisela Grunwald, der einzigen Dame in der Prüferrunde, fällt einem sofort auf, dass Sport jung erhält.

Befragt, wer denn erfolgreichster Sportabzeichen-Ableger des Stützpunkts Rotenburg, der einer der größeren Stützpunkte im Sportkreis ist, sei, verweisen sie auf Robert Rehs, der den begehrten Nachweis für überdurchschnittliche und vielseitige körperliche Leistungsfähigkeit schon 45 Mal erworben hat. Gisela Grunwald, die langjährige LG-Alheimer-Trainerin, erzählt, dass es auch ein Familiensportabzeichen gibt, und dass ihre Grunwalds das schon einige Male geholt haben.

Mit diesem Vorbild vor Augen bricht das Sextett seine Zelte ab – in der Hoffnung darauf, dass sich an den nächsten Montagen, jeweils ab 18 Uhr, vielleicht doch Sportlerinnen und Sportler, die die höchste Auszeichnung außerhalb des Wettkampfsports erwerben wollen, am immer gleichen Treffpunkt einfinden.

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