Kapazitätsproblem

Nach Forderung von Steuer-Jugend: Grunwald schlägt Campus in Alheimer-Kaserne vor

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Platzt aus Sicht der Jugendorganisation der Deutschen Steuergewerkschaft „aus allen Nähten“: die Hessische Hochschule für Finanzen und Rechtspflege in Rotenburg. 

Rotenburgs Bürgermeister Christian Grunwald begrüßt die Forderung der DSTG-Jugend nach einem neuen Campus für die Ausbildung in der Finanzverwaltung.

Während die hessischen Jugendorganisation der Deutschen Steuergewerkschaft (DSTG) einen Standort in Kassel oder Gießen vorgeschlagen hatte, hat Grunwald andere Vorstellungen, wo dieser Campus entstehen sollte: auf dem Gelände der ehemaligen Alheimer-Kaserne.

„Nur der Standort Rotenburg bietet in Anknüpfung an die bestehende Hochschule optimale Möglichkeiten für die Einrichtung eines weiteren Campus“, so der 42-Jährige. Bereits mehrfach sei für die notwendige Erweiterung der Hessischen Hochschule für Finanzen und Rechtspflege aufgrund der gestiegenen Ausbildungskapazitäten die Ex-Kaserne im Gespräch gestellt gewesen. In Rotenburg werde eine solche Idee von der Stadtpolitik weiterhin einstimmig unterstützt.

Da auch der hessische Finanzminister Dr. Thomas Schäfer (CDU) in jüngster Zeit trotz der enorm gestiegenen Anwärterzahlen mehrfach den Bestand des Aus- und Fortbildungsstandorts Rotenburg betont habe, „wäre die notwendige Ausweitung der Kapazitäten, hier wo alles vorhanden ist, nur folgerichtig“, sagt der Bürgermeister.

Beim Landesjugendtag der DSTG-Jugend in Rotenburg hatten die beiden neu gewählten Landesleiter Anna Beck (24) aus Tann in der Rhön und Michael Köhler (33) aus Gründau-Lieblos (Main-Kinzig-Kreis) einen neuen Campus in Nord- oder Mittelhessen gefordert, weil die Hochschule „aus allen Nähten platzt“ und potenzielle Standorte im Rhein-Main-Gebiet für nord- und mittelhessische Studenten zu weit entfernt seien.

Am Studienzentrum der Finanzverwaltung und Justiz in Rotenburg, zu dem auch die Hochschule gehört, werden derzeit rund 1300 Studenten und Anwärter ausgebildet. Wegen der Überbelegung finden Teile des Unterrichts im Herz-Kreislauf-Zentrums und in der BKK-Akademie sowie im Behördenzentrum Frankfurt statt.

Bürgermeister Grunwald schlägt in Kombination mit der Einrichtung eines Campus in der ehemaligen Kaserne auch die Einrichtung eines hessenweiten Zentrums für die digitale Bearbeitung der Einkommensteuer vor. Für diese Tätigkeit sei nicht zwangsläufig eine Präsenz vor Ort der Bearbeiter in den jeweiligen hessischen Finanzämtern erforderlich.

Mit einem derartigen zentralen Bearbeitungszentrum könnte „zum einen der begrüßenswerte Plan der hessischen Landesregierung umgesetzt werden, mehr Landesverwaltungen und damit qualifizierte Arbeitsstellen in der öffentlichen Verwaltung im ländlichen Raum anzusiedeln und andererseits der Abwanderungsrate von Landesbeschäftigten insbesondere in Ballungsgebieten entgegenzuwirken“.

Die Infrastruktur sei auf dem 30 Hektar großen, sanierten Kasernengelände inklusive Glasfasernetz vorhanden. „Die Anknüpfung an unsere Hochschule ist auch unmittelbar vorhanden“, argumentiert Grunwald. Beides müsse nicht erst mit viel Geld anderswo neu geschaffen werden. Der Bürgermeister kündigt an, die DSTG, ihre Jugendorganisation sowie Finanzminister Schäfer zum Informationsaustausch nach Rotenburg einladen zu wollen. 

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