Wie nach Hause kommen

Weihnachtsmarkt in Rotenburg begeistert Besucher und Standbetreiber gleichermaßen

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Große Auswahl im Schatten der Jakobikirche: Wer bei Christine Forbriger aus Borken vorbeischaut, findet viel Schönes für weihnachtliche Dekorationen im ganzen Haus.

Rotenburg. Der Weihnachtsmarkt in Rotenburg öffnete am Freitag seine Tore, und sorgte damit auf zwei Seiten für große Freunde. Einmal bei den Besuchern, aber auch bei den Standbetreibern. Denn für sie ist die Zeit in Rotenburg wie nach Hause kommen.

Eigentlich eröffnete sich der Rotenburger Weihnachtsmarkt am Freitagnachmittag ganz von selbst. Ohne große Reden, einfach so. Und doch war es für viele Budenbeschicker ein Heimkommen, ein Ankommen auf dem Marktplatz, an der großen Pyramide, bei den Menschen, die den Weihnachtsmarkt besuchen. Und für die begann so richtig wahrnehmbar die schönste Zeit des Jahres.

Gleich hinter der Ampel an der Breitenstraße steht Adrian Nazary aus Homberg. Mit getrockneten Früchten aus aller Herren Länder bietet er etwas fürs Auge, aber auch für die Gesundheit. „Es macht Spaß hier zu arbeiten“, betont er. Wie er, hofft auch seine Nachbarin, eine echte Rheinländerin, auf Kundschaft. Sie hat vom modernen Meisen- bis zum mehrstöckigen Bed-and-Breakfast-Hotel jede Menge Vogelhäuschen und Holzgesichter im Angebot: „Mein Mann sägt und feilt, und ich mache den Rest!“

Weihnachtsmarkt für Leib und Seele: Vitamine sind auch in getrockneter Form lecker und gesund und bei Adrian Nazary aus Homberg (auf unserem Foto mit Merle und Mama Nancy Jacob) kann man sich seinen Früchtemix sogar selbst zusammenstellen. 

Ausgelassene Stimmung herrscht beim Glühweinstand, an dem Dieter Meyer und Annette Schulting-Meyer aus Bergkamen, die mit Christel und Helmut Masella angereist sind, einen ersten Schluck genießen. „Meine Mutter stammt aus Licherode“, erzählt Annette. „Wir kommen jedes Jahr, die Atmosphäre in Rotenburg ist traumhaft.“ Beate Fricke aus Frieda sieht das ähnlich. Mit ihrem Team bietet sie in zwei Buden „Ahle Wurscht“, Flammkuchen und erstmals auch Schmalzkuchen nach niedersächsischer Art an. Vor und hinter ihr duftet es nach Bratwurst, ein Kinderkarussell dreht seine Runden, und wer genau hinschaut, entdeckt Elke Bähr aus Wabern.

Die geborene „Bartenwetzerin“ ist mit Strümpfen aller Art Wollhandschuhen und Wollmützen dabei: „Die Leute kennen uns und sprechen uns an. Viele, die früher mit ihren Eltern gekommen sind, sind jetzt selber Eltern, kommen mit ihren Kindern vorbei und suchen sich was Schönes aus.

An einem anderen Stand bietet Christine Forbriger aus Borken kleine Figuren an, etwa einen fast schon stilisierten Weihnachtsmann mit langer Zipfelmütze und ebensolchem Bart. Alles ist wunderschön platziert, wie bei den in der Jakobikirche ausgestellten, wertvollen Krippen. Pfarrer Michael Dorfschäfer hat gerade eine in Palästina aus Olivenholz angefertigte verkauft und erläutert, dass es die nicht überall gibt. Auch nicht bei den zum 19. Mal präsenten Markt-Urgesteinen Christa und Harry Rietz aus Wabern, die selbstgebastelte Rindenkrippen in ihrem Sortiment haben. „Wir sind die Bude für Otto Normalverbraucher“, lachen sie. Wie alle anderen sind sie wieder daheim, angekommen.

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