Ärzte begrüßen Entscheidung

Nach Stiko-Empfehlung: Impfzentrum Rotenburg plant Termine in Schulen

Eine Spritze wird mit dem Corona-Impfstoff von Moderna aufgezogen.
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Symbolbild Corona-Impfung

Da Corona-Impfungen nun auch bei Kindern ab zwölf Jahren empfohlen werden, stellt das Impfzentrum Rotenburg Termine an den Schulen im Landkreis in Aussicht.

Hersfeld-Rotenburg – Nach der Entscheidung der Ständigen Impfkommission (Stiko), Corona-Impfungen bei Kindern ab zwölf Jahren zu empfehlen, plant das Impfzentrum des Landkreises, nach den Sommerferien Termine auch in Schulen anzubieten. Kinderärzte, Landkreis, Impfzentrum und Kassenärztliche Vereinigung begrüßen indes das Votum der beim Robert-Koch-Institut angesiedelten Expertengruppe.

„Dass die Empfehlung jetzt da ist, ist sehr positiv“, sagt Maike Henning, Leiterin des Impfzentrums in Rotenburg. „Die über Zwölfjährigen haben so eine Chance, der Pandemie zu entkommen.“ Schließlich seien Kinder und Jugendliche Leidtragende der Pandemie. Sobald die Empfehlung im Impfzentrum vorliegt – Henning rechnet damit Ende der Woche –, werde sie umgesetzt. „Wir werden in Kürze mit den Schulen Kontakt aufnehmen, um Termine zu planen“, sagt Henning. Ein realistischer Start der Impfungen in den Klassenzimmern sei die zweite oder dritte Schulwoche nach den Ferien, sagt sie.

Gut angekommen ist das grüne Licht der Stiko auch bei Kinderärzten im Kreis. „Eltern sollten jetzt keine Sorgen mehr haben“, sagt Revy Anandita von der Kinderarztpraxis Bebra, die eine Impfung von über Zwölfjährigen grundsätzlich befürwortet: „Kinder infizieren sich ja auch.“ Die Nachfrage nach Terminen für Jugendliche sei bereits vor der Stiko-Empfehlung hoch gewesen, sagt Anandita. Möglich sind solche Impfungen schließlich schon länger. Die Europäische Arzneimittelagentur (Ema) hatte Ende Mai den Impfstoff von Biontech für Kinder zugelassen. Freigegeben ist innerhalb der EU auch ein zweites Präparat: der Wirkstoff von Moderna.

Auch die Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz (SPD) sieht in der Stiko-Empfehlung eine „wichtige Entscheidungshilfe für Eltern“. Jede Impfung helfe, schwere Krankheitsverläufe zu verhindern.

Auch die Kassenärztliche Vereinigung Hessen begrüßt die Entscheidung der Stiko „ausdrücklich“, wie der Vorstandsvorsitzende Frank Dastych mitteilt, der Versuche der Einflussnahme auf die Stiko in den vergangenen Wochen kritisiert. Er betont, dass beim Impfen die „wissenschaftliche Evidenz und nicht die politische Willensbildung federführend sein“ müsse. Mit der Empfehlung der Ständigen Impfkommission könnten Ärzte, Kinder, Jugendliche und Eltern nun „sicher sein, dass der individuelle Nutzen bei Kindern und Jugendlichen generell die Risiken überwiegt.“ (Sebastian Schaffner)

Ein Elternteil muss beim Termin dabei sein

Wollen sich Zwölf- bis 15-Jährige im Impfzentrum oder von einem mobilen Impfteam gegen das Coronavirus impfen lassen, müsse mindestens ein Elternteil dabei sein und eine Einverständniserklärung vorliegen, erklärt Maike Henning, Leiterin des Impfzentrums. Jugendliche ab 16 Jahren könnten allein zur Impfung kommen. Freie Termine in der Rotenburger Göbel Hotels Arena gibt es täglich von 10 bis 14 Uhr. (ses)

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