Osterbach verbindet Dörfer

Gewässer ist der Namensgeber eines Sportvereins

Gleich neben der Brücke bei Niederellenbach mündet der Bach in die Fulda.
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Gleich neben der Brücke bei Niederellenbach mündet der Bach in die Fulda.

Wie kam der Osterbach zu seinem Namen? Hat er mit dem christlichen Fest überhaupt etwas zu tun? Das wissen selbst die Autoren der Ellenbacher und der Sterkelshäuser Chronik nicht.

Sterkelshausen/Oberellenbach/Niederellenbach – Aber mit einem bisschen guten Willen lässt sich der Zusammenhang schnell herstellen. Hier wurde zwar niemand gekreuzigt und nach Informationen unserer Zeitung ist auch noch niemand von den Toten auferstanden. Aber: „Der Osterbach ist das, was uns verbunden hat.“ Das sagt Karl Teichmann. Der 81-Jährige initiierte 1967 die Gründung des SV Osterbach. Es war eine Zeit, in der zwischen vielen Dörfern noch mehr Vorbehalte herrschten als heute. Teichmanns Idee: Nächstenliebe statt Kirchturmdenken. Die drei Dörfer entlang des Osterbachs und die Licheröder trieben fortan gemeinsam Sport.

„Jedes Dorf für sich hätte nicht genug Aktive gehabt. Vor allem durch den Namen haben wir alle sehr schnell zueinander gefunden“, erinnert sich Teichmann. Neben Turnen und Leichtathletik stand vor allem der Fußball im Vordergrund. Gespielt wurde auf dem Sportplatz „Auf dem Breiten Berg“. Schon 1978 musste man aber wieder neue Wege gehen.

Karl Teichmann

Im Gudegrund wurden Fußballmannschaften gegründet. Von dort hatten sich viele Fußballbegeisterte bis dato lieber dem SV Osterbach als den ungeliebten Heinebachern angeschlossen. Als die sich nun verabschiedeten, gingen die Osterbacher eine neue Spielgemeinschaft ein: die SG Heinebach/Osterbach, die bis heute Bestand hat. Gespielt wird allerdings jenseits der Fulda. Doch auch beim SV Osterbach gibt es bis heute ein aktives Vereinsleben – unter anderem werden hier Jahr für Jahr Sportabzeichen abgenommen.

Ob der Osterbach nun aber etwas mit Ostern zu tun hat, das weiß auch Karl Teichmann nicht. Das Wort ist allerdings in Straßen- und Flurnamen weit verbreitet. Und zwar schon seit Jahrhunderten. In der Ellenbacher Chronik wird etwa auf einen Eintrag im Salbuch des Amtes Rotenburg von 1576 verwiesen, in dem vom „Weinberg hinter dem Ried am Osterberge“ die Rede ist. Als die Preußen Sterkelshausen 1866 kartierten, notierten sie mehrere Flurnamen mit den Worten Osterrain und Osterbach.

Das Gewässer entspringt bei Schloss Ludwigseck, dort noch Strutbach genannt. Es speist diesen Teich, wo sich viele Kröten tummeln. Rechts im Bild der Abfluss Richtung Tal.

Oberhalb von Sterkelshausen trägt das Gewässer noch einen anderen Namen, den zum Beispiel Googlemaps gar nicht kennt: Ab der Quelle bei Schloss Ludwigseck ist auf Landkarten zunächst der Strutbach verzeichnet. In Sterkelshausen verläuft der Bach unterirdisch, am Ortsausgang Richtung Oberellenbach gibt es die „Osterbach Mühle“. Oberellenbach streift das Gewässer nur am Rande, um dann oberhalb der Riedmühle in den Holzgraben und schließlich bei Niederellenbach in die Fulda zu münden.

Beim SV Osterbach treibt man übrigens nicht nur Sport. Teichmann fühlt sich auch für Bildung zuständig – deswegen ist derzeit in den Schaukästen Goethes Osterspaziergang zu lesen.

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